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Oliver Kreuzer begann seine Spielerkarriere 1985 beim Karlsruher SC © getty

HSV-Sportchef Oliver Kreuzer wehrt sich bei SPORT1 gegen die Vorwürfe des Milliardärs: Und er forciert die Trainersuche.

Von Reinhard Franke

München - Beim Hamburger SV rumort es weiter.

Nach der heftigen Kritik von Investor Klaus-Michael Kühne an Sportchef Oliver Kreuzer setzt sich der Manager bei SPORT1 nun zur Wehr:

"Herr Kühne darf ruhig seine eigene Meinung haben, es ist aber doch sehr speziell, wenn jemand aus der Distanz Leute bewertet , mit denen er noch nie persönlichen Kontakt hatte. Ich würde mich freuen, wenn er mal nach Hamburg kommen würde um konstruktiv die Dinge zu besprechen."

Ungeachtet der Scharmützel geht aber immerhin die Trainersuche beim Bundesliga-Dino in die entscheidende Phase.

Fünf Namen auf HSV-Liste

NachSPORT1-Informationen befinden sich auf der Kandidatenliste für die Nachfolge des beurlaubten Thorsten Fink fünf Namen. (778898DIASHOW: Der Hamburger Schleudersitz)

Konkret wird von Vereinsseite über den früheren Bremer Trainer Thomas Schaaf und Lauterns Ex-Coach Franco Foda nachgedacht.

Ein Name spielt in den HSV-Planungen allerdings keine Rolle: Lothar Matthäus, der zuletzt im Umfeld gehandelt wurde, ist dem Vernehmen nach kein Thema.

Bis Mitte nächster Woche soll eine Entscheidung fallen. Beim Heimspiel gegen Werder Bremen (Sa., ab 15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) wird Interimscoach Rodolfo Cardoso auf der HSV-Bank sitzen.

Jarchow findet Schaaf gut

Hamburgs Vorstandsvorsitzende Carl Jarchow befeuerte die Gerüchte um eine Verpflichtung von Schaaf.

"Ich finde Thomas Schaaf gut. Ich habe ihn persönlich kennengelernt, finde ihn sehr sympatisch und ich finde, dass seine Erfolge, die er mit Werder gehabt hat, für ihn sprechen", sagte der HSV-Boss bei "Sky Sport News HD" - ausgerechnet vor dem brisanten Nordderby gegen Werder.

"Der neue Trainer muss Erfahrung mitbringen", meinte Jarchow am Donnerstag, schränkte aber ein, dass Schaaf nicht der Favorit sei. .

25 Millionen für Magath

Kühne, der Jarchow und Kreuzer seit Wochen verhement attackiert und sich zuletzt auch in die Trainersuche einmischte, favorisiert eine andere Lösung.

Für den 76-Jährigen kommt für die Rolle als Retter nur eine Lösung in Betracht: Felix Magath. (Bericht)

Kühne will Magath mit aller Macht im Verein installieren und ist bereit, den Geldkoffer dafür nochmal ganz weit zu öffnen.

Er will 25 Millionen Euro bereitstellen, wenn Magath neuer Vorstandsvorsitzender des Vereins wird.

"Uns im Vorstand interessiert das nicht"

Kreuzer kontert im SPORT1-Interview die Kühne-Vorwürfe und betont, dass es im Vorstand keine Uneinigkeit gibt.

SPORT1: Herr Kreuzer, Investor Klaus-Michael Kühne hat im SPORT1-Interview gefordert, dass nach der Beurlaubung von Thorsten Fink nun auch Sie ihren Hut nehmen müssten. Was sagen Sie dazu?

Oliver Kreuzer: Herr Kühne darf ruhig seine eigene Meinung haben, es ist aber doch sehr speziell, wenn jemand aus der Distanz Leute bewertet , mit denen er noch nie persönlichen Kontakt hatte. Ich würde mich freuen, wenn er mal nach Hamburg kommen würde um konstruktiv die Dinge zu besprechen.

SPORT1: Sie wollen also ein Gespräch mit Kühne?

Kreuzer: Wenn er jetzt meint, dass ich mit der Trainersuche überfordert wäre, dann muss ich mich fragen 'woher nimmt er diese Meinung?' Wenn er nach Persönlichkeiten ruft, verstehe ich auch sein neues Präsidenten-Trainer-Modell nicht.

SPORT1: Wie kommt die Kühne-Kritik im Vorstand an?

Kreuzer: Wir leben in einer Demokratie, wo jeder seine Meinung äußern darf. Dass man aber jede Plattform nutzen muss, um sein Mitteilungsbedürfnis loszuwerden, ist jedoch etwas anderes. Uns im Vorstand interessiert das nicht und außerdem habe ich wirklich keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, geschweige es ernst zu nehmen. Wir im Vorstand machen weiter gewissenhaft unseren Job.

SPORT1: Wie gehen Sie bei der Trainersuche vor?

Kreuzer: Wir gehen jetzt mit Nachdruck an die Trainersuche ran und kontaktieren unsere Kandidaten. Wir haben unsere Liste mit Namen. Am Anfang fallen einem 20 Namen ein, irgendwann engt sich der Kreis ein und dann hat man seine fünf, sechs Leute und mit denen wir jetzt in Kontakt treten werden.

SPORT1: Wie sieht das Anforderungsprofils des neuen Mannes aus?

Kreuzer: Er sollte die deutsche Sprache beherrschen, eine gewisse Erfahrung haben, in Deutschland schon mal gearbeitet haben und natürlich finanzierbar sein. Wir wollen uns nicht unter Druck setzen lassen, aber wir wünschen uns schon eine zeitnahe Entscheidung. Gegen Bremen wird der neue Mann aber nicht auf der Bank sitzen.

[kaltura id="0_1wv45n38" class="full_size" title="Magath geht doch was mit dem HSV "]

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