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Vielleicht ein Schlüsselduell des Nordderbys: Elia gegen Jansen © getty

Im Krisengipfel setzt HSV-Interimscoach Cardoso auf den Linksverteidiger, Dutt auf das Ende der Negativserie des Niederländers.

Von Christian Stüwe

München ? Sprüche, Provokationen oder Giftpfeile zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen waren gestern.

Vier Jahre, nachdem der HSV und Werder in einer wahren Derbyserie gegeneinander um den Einzug ins UEFA-Cup- und DFB-Pokal-Finale kämpften, steht das Bundesliga-Nordderby am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm) im Zeichen des Abstiegskampfs.

Die Bremer stehen mit sechs Punkten auf dem 14. Tabellenplatz, kassierten aber zuletzt drei Niederlagen in Folge.

Ebenso chancenlos wie sich Werder am vergangenen Wochenende gegen Eintracht Frankfurt (0:3) präsentierte, war der HSV beim 2:6 bei Borussia Dortmund.

Thorsten Fink wurde die Pleite zum Verhängnis, beim 99. Aufeinandertreffen der Nordklubs in der Bundesliga wird Interimstrainer Rodolfo Cardoso auf der Bank sitzen.

"Pelu" soll es richten

Der 44 Jahre alte Ex-Profi, der in seiner Heimat wegen seiner krausen Haarpracht seit Kindstagen nur "Pelu" (deutsch: "Fussel") gerufen wird, könnte der richtige Mann am richtigen Ort sein.

In seiner Karriere als Profi traf Cardoso sowohl für Werder als auch für den HSV in Nordderbys. Und als Trainer schaffte er vor zwei Jahren den ersten Saisonsieg mit den "Rothosen".

Damals war er nach der Entlassung von Michael Oenning eingesprungen und hatte die Profis betreut, bis Fink seinen Dienst aufnahm.

Cardoso will Defensive stabilisieren

Cardoso macht kein Geheimnis daraus, dass die Defensive seiner Mannschaft (15 Gegentore) bis zum Anpfiff die Hauptbaustelle ist.

"Wenn man die letzten Spiele sieht, müssen wir stabiler werden, die Umschalt-Bewegungen müssen stimmen. Das Verteidigen ist die Arbeit der ganzen Mannschaft", sagte Cardoso, der im Training "eine Menge Dampf" festgestellt haben will: "Das Team haut sich richtig rein. Das ist genau das, was wir wollen. Zweikämpfe und Aggressivität sind das A und O im Fußball." Für Dennis Diekmeier war es allerdings ein wenig zu viel Dampf.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Jansen vor Comeback

Der Außenverteidiger fällt mit einem Fußbruch wochenlang aus. Dafür steht Marcell Jansen nach seinem Zehenbruch vor dem Comeback.

Zhi Gin Lam könnte gegen Werder auf der rechten Seite der Viererkette spielen, Jansen auf seiner angestammten linken Seite.

"Er ist ein guter Spieler, mit ihm kann man rechnen", sagte Cardoso.

Elia seit über einem Jahr ohne Treffer

Jansen oder Lam könnten es mit Eljero Elia zu tun bekommen, der über beide Flügel stürmen kann. Robin Dutt hofft, dass der Niederländer eine starke Leistung zeigen wird.

"Natürlich ist es etwas Besonderes für ihn, gegen seinen Ex-Verein zu spielen", sagte Werder-Trainer Robin Dutt am Donnerstag über den 26-jährigen Niederländer. Elia war von 2009 bis 2011 für den HSV aktiv.

Allerdings nahm Dutt Elia auch in die Pflicht: "Er erledigt viele andere Aufgaben. Aber klar ist auch, dass er noch mehr in die Situationen kommen muss, um Torchancen zu haben."

Seinen bislang letzten Treffer erzielte der Stürmer vor mehr als einem Jahr. Das brisante Nordderby wäre ein guter Zeitpunkt, um die Torlos-Serie zu beenden.

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