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Raffael (r.) war in der vergangenen Saison von Kiew an Schalke ausgeliehen © getty

Raffael und Co. stellen nach dem klaren Heimsieg über Braunschweig den besten Angriff der Liga. Die Favre-Elf wackelt nur kurz.

Mönchengladbach - Starke Kombinationen, schöne Tore: Borussia Mönchengladbach bleibt eine Heimmacht in der Bundesliga.

Das Team von Trainer Lucien Favre gewann zum Auftakt des 6. Spieltages 4:1 (2:0) gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig und ließ zum dritten Mal einer Auswärtsniederlage einen Sieg im Borussia-Park folgen. (780473Bilder des Spiels)

Während Gladbach - mit 15 Toren stellen die "Fohlen" nun gleichauf mit Borussia Dortmund den besten Angriff - vorerst auf Rang vier kletterte, behalten die weiter sieglosen Braunschweiger die Rote Laterne.

"Die erste Halbzeit war gut, aber wir hatten zu viele Ballverluste. Am Anfang der zweiten Halbzeit war es gefährlich, so zu spielen wie wir. Nach dem Elfmeter war es zum Glück entschieden, dann hatten wir gute Kombinationen und haben präziser gespielt", bilanzierte Favre.

Raffael trifft doppelt

Der neu ins Team gerückte Oscar Wendt (22.), Raffael (31./76.) und Nationalspieler Max Kruse (72./Foulelfmeter) trafen für die Gladbacher, die ihren Fans wie bereits gegen Hannover 96 (3:0) und Werder Bremen (4:1) schönen Fußball boten.

Braunschweig trat die meiste Zeit erneut zu mutlos auf, um in der Bundesliga bestehen zu können. Mirko Boland (58.) gelang nur der zwischenzeitliche Anschluss.

Im ersten Duell der beiden Teams seit der Saison 1984/85, damals kassierte Braunschweig in Gladbach die höchste Niederlage seiner Bundesligageschichte (0:10), entwickelte sich schnell das erwartete Szenario: Gladbach drückte vor 50.064 Zuschauern auf die tief stehende Braunschweiger Defensive.

Seltene Angriffsversuche

Zweimal hätten sie durch Raffael (6./8.) früh in Führung gehen können.

Die Niedersachsen, die mit derselben Startelf antraten, die vor einer Woche gegen den 1. FC Nürnberg (1:1) den ersten Saison-Punkt geholt hatte, bauten auf lange Pässe in Richtung Sturmspitze Domi Kumbela und die anschließenden zweiten Bälle.

Nach einem dieser Abpraller verfehlte Karim Bellarabi das Gladbacher Tor nur knapp (15.). Aufgrund einiger Ballverluste der Borussia boten sich zudem Konterchancen.

Wendt als Glücksgriff

Nach einem mustergültigen Angriff des Heimteams war es Wendt, der auf Vorlage von Juan Arango unhaltbar ins rechte Eck traf. Der 19-malige schwedische Nationalspieler war nur aufgrund der Verletzung von Kapitän Filip Daems (muskuläre Probleme im Hüftbereich) ins Team gerückt.

Knapp zehn Minuten später verwertete Raffael eine Flanke von Kruse mit einem Kopfball zu seinem zweiten Saisontor. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Auch nach der Pause sah Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht, der in der 86. Minute von Schiedsrichter Peter Gagelmann auf die Tribüne geschickt wurde, keinen Grund, etwas an der Spielweise seiner Mannschaft zu ändern.

Schwache Phase der Gastgeber

Durch einen leichtfertigen Ballverlust von Kruse kamen die Gäste immerhin mal wieder zu einer Chance: Bellarabi scheiterte mit einem Schuss an Marc-Andre ter Stegen.

Auch im Anschluss unterliefen Gladbach einige haarsträubende Fehler - die Folge: Der Treffer durch Boland per Flachschuss nach einer Hereingabe von Bellarabi. Kurze Zeit später hätte Kumbela (60.) sogar den Ausgleich köpfen können.

Es entwickelte sich in dieser Phase ein offener Schlagabtausch, Kruse verfehlte auf der anderen Seite nach einer scharfen Flanke von Patrick Herrmann aus fünf Metern das Braunschweiger Tor.

Kruse erlöst die Fans

Dann schlug jedoch Gladbachs Zauber-Quartett aus Raffael, Patrick Herrmann, Arango und Kruse wieder zu: Nach einem Foul von Marco Caligiuri an Arango verwandelte Kruse den fälligen Elfmeter souverän zum 3:1, Raffael erhöhte per Abstauber.

Gladbachs Granit Xhaka gelang das Kunststück, sich im sechsten Spiel die fünfte Gelbe Karte abzuholen - er wird beim FC Augsburg fehlen.

"Wenn ich sehe, wie die Jungs arbeiten, bin ich überzeugt, dass uns der Klassenerhalt gelingen kann. Wir stehen zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz, wir sind im Soll", blieb Lieberknecht optimistisch.

Beste Spieler der Borussia waren Raffael und Christoph Kramer, bei Braunschweig überzeugten der agile Bellarabi sowie Boland.

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