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Manuel Neuer wechselte 2011 von Schalke 04 zum FC Bayern © getty

Schalke trifft gegen seinen Ex-Keeper einfach nicht. Der FCB-Star erklärt vor dem Hit, warum er den Gegner dennoch fürchtet.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Zurück in der Veltins Arena, seinem Stadion. Zurück in Gelsenkirchen, seiner Stadt.

Manuel Neuer kommentiert das nach außen hin ziemlich gelassen.

"Es ist etwas Besonderes", sagt er zwar. Der Bayern-Keeper klingt aber recht routiniert, als er vor dem dritten Match als Gästekeeper auf Schalke anfügt: "Ich habe sehr viele Spiele dort gemacht, bin 20 Jahre im Verein gewesen, bin dort geboren, aufgewachsen."

Wie sehr der Nationaltorhüter noch mit Königsblau verbunden ist, zeigen indes die ersten zwei Minuten im Pressestüberl des FC Bayern.

Aus dem Stehgreif hält der 27-Jährige vor dem Klassiker (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm) ein Kurzreferat über die Stimmungslage bei seinem Ex-Klub.

"Kleiner Höhenflug" bei Schalke

"Sie haben einen kleinen Höhenflug, im Moment läuft es, die Stimmung im Team ist gut, die Defensive ist stabil", berichtet Neuer.

Kevin-Prince Boateng helfe zudem mit seiner Erfahrung aus der Zeit bei Milan, hinzu komme ja noch diese Luxus-Offensive mit Jefferson Farfan, Julian Draxler und Adam Szalai.

Neuer redet Schalke stark. Könnte man meinen. Denn in vier Bundesliga-Partien seit seinem Wechsel an die Isar gestattete er den früheren Kollegen keinen einzigen Treffer.

Heldt will Team gegen Neuer treffen sehen

S04-Manager Horst Heldt forderte das Team daher via "kicker" auf, die böse Serie endlich zu knacken: "Wir müssen uns gegen Bayern etwas zutrauen!"

Im 100. Kräftemessen zwischen den beiden Großmächten soll für Schalke aus Heldts Sicht wieder Zählbares rausspringen.

"Von mir wird es keine Kampfansage geben", kontert Neuer. Viel lieber sieht er sich in der Rolle desjenigen, der die Teamkameraden ganz genau auf Schalkes Extramotivation anspricht:

"Es wird kein Spaziergang für uns. Wenn wir an ein lockeres Spielchen glauben, werden wir eines Besseren belehrt. Die Schalker warten schon seit vier Spielen auf einen Sieg gegen Bayern."

Neuer im neuen System noch aktiver

Den letzten Erfolg gab es im Frühjahr 2011 - mit Manuel Neuer im S04-Dress. Die "Knappen" besiegten Bayern im DFB-Pokalhalbfinale, feierten später den Pokalgewinn.

Mittlerweile sammelt Neuer mit Bayern Trophäen, das neue 4-1-4-1-System fordert ihn in seiner Rolle als mitspielender Keeper noch mehr.

"Die Spieler spielen öfter zurück, wenn sie in Situationen sind, in denen sie keinen klaren Ball nach vorn spielen können. Dann werde ich einbezogen", fasst er die Neuerungen zusammen.

Nach fünf Spieltagen sind die Bayern mit nur zwei Gegentreffern das abwehrstärkste Team der Liga - trotz der neuen Formation. Dabei hieß es doch überall, die Konteranfälligkeit sei durch die offensivere Grundausrichtung gestiegen (DATENCENTER: Bundesliga).

Neuer wundert die Defensivkraft nicht. "Wir versuchen, Konteraktionen zu vermeiden. Wenn wir im Angriff sind, decken wir den Gegner passiv", erklärt er auf SPORT1-Nachfrage:

"Gerade bei eigenen Standards achten wir darauf, dass die gefährlichen Zonen zugedeckt werden. Der Gegner soll erst gar nicht in die Situationen kommen, Konter zu fahren."

FCB: Mit Lahm und Rafinha?

Die Bayern gehen ersatzgeschwächt in die Schlagerpartie: Pep Guardiola muss auf die verletzten Mitteldstars Thiago Alcantara, Javier Martinez und Mario Götze verzichten.

Bastian Schweinsteiger wird aller Voraussicht nach auf der Bank sitzen, Philipp Lahm wieder auf der Sechs beginnen. Der Ex-Schalker Rafinha stünde als Außenverteidiger erneut in der Startelf. Nach seiner Sprunggelenksblessur ist Schweinsteiger noch nicht wieder komplett fit.

Bei Schalke wiegt der Ausfall von Torjäger Klaas-Jan Huntelaar am schwersten. Neuer könnte das mit Blick auf die eigene Serie Mut machen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Schalke: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Matip, Aogo - Neustädter, Höger - Farfan, Boateng, Draxler ? Szalai

Bayern: Neuer - Rafinha, Jerome Boateng, Dante, Alaba - Lahm - Robben, Müller, Kroos, Ribery - Mandzukic

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

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