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Franz Beckenbauer ist seit 2009 Ehrenpräsident beim FC Bayern © getty

Franz Beckenbauer fürchtet vor Bayerns-Gastspiel bei S04 besonders einen Schalker. FCB-Sportvorstand Sammer stärkt er den Rücken.

Von Benjamin Bauer

München - Vor dem Gastspiel bei Schalke 04 (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm) erwartet Franz Beckenbauer einen schweren Gang für den FC Bayern.

"Das wird keine einfache Aufgabe", prognostizierte der 68 Jahre alte Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters im Rahmen einer Laureus-Veranstaltung in München. Als Schlüssel für den Aufschwung der Gelsenkirchener sieht auch der "Kaiser" S04-Zugang Kevin-Prince Boateng:

"Die Verpflichtung von Boateng hat sie nach vorn gebracht. Die Mannschaft spielt selbstbewusster und frecher nach vorn."

Bester Beweis: Seit der Mittelfeldspieler vom AC Mailand in die Bundesliga zurückkehrte, gab es für Schalke drei Siege in drei Spielen.

"Man muss punkten"

Zugleich gibt Beckenbauer den Münchnern die Marschroute für die Partie vor: "Wenn man den Dortmundern auf den Fersen bleiben will, dann muss man auf Schalke punkten."

Punkte gab der FC Bayern in dieser Saison bisher nur beim Remis in Freiburg ab, dennoch gab es nach dem Sieg gegen Hannover Kritik von Sportvorstand Matthias Sammer, der die Spieler mit einer Brandrede wachrütteln wollte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir spielen ohne Emotion Fußball, wir machen Dienst nach Vorschrift. Wir müssen raus aus der Komfortzone", hatte Sammer nach den 2:0 gegen die Niedersachsen getadelt.

"Wehret den Anfängen"

Für Beckenbauer eine absolut richtige Maßnahme.

"Matthias Sammer ist erfahren genug und sieht, wo es hapert, wo kommen Nachlässigkeiten her. So nach dem Motto 'Wehret den Anfängen'. Wenn sie dann ein Spiel verlieren, ist es zu spät. Besser vorher warnend den Finger heben", stärkt der Weltmeister-Trainer von 1990 dem Europameister von 1996 den Rücken.

Diesen will Sammer mit seiner Aktion Bayern-Trainer Pep Guardiola freihalten. Allerdings sieht Beckenbauer auch eine Gefahr.

Man könne derart klare Ansagen trotz guter Ergebnisse "durchaus machen", meinte der frühere Nationalspieler:

"Man darf es nur nicht zu oft machen, sonst verbraucht man sich. Aber Matthias Sammer hat sich in dieser Saison überhaupt noch nicht gemeldet. Es war nur Guardiola, Guardiola? und das ist auch richtig so. Pep ist der neue Mann und ihm gehören die Schlagzeilen. Und jetzt hat er sich zu Wort gemeldet, um Guardiola auch zu helfen."

Gegen den Schlendrian

Für Beckenbauer ist Sammer für diese Unterstützung zuständig:

"Es kann nicht ein Einzelner alles machen. Dafür hat er (Guardiola, Anm. der Red.) ja seinen Trainerstab und seine sportlichen Stab ? und da gehört Matthias Sammer dazu", sagte Beckenbauer:

"Sammer ist der Sportvorstand, also die wichtigste Person im sportlichen Bereich und es steht ihm zu, wenn er sieht, dass da der Schlendrian reinkommt oder er muss warnend den Finger heben - dann muss er das tun."

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