vergrößernverkleinern
Werders Clemens Fritz (M.) behauptet den Ball gegen den Hamburger Petr Jiracek © getty

Im Nordderby verlieren die Hamburger auch unter Interimscoach Cardoso. Die Bremer befreien sich etwas aus dem Keller.

Hamburg - Der Hamburger SV setzt seineTalfahrt auch nach der Entlassung von Trainer Thorsten Fink ungebremst fort.

Im 99. Bundesliga-Nordderby gegen Lieblingsfeind Werder Bremen verlor das Team von Interimscoach Rodolfo Esteban Cardoso mit 0:2 (0:1) und steckt weiter im Tabellenkeller fest.

Mit erst vier Punkten hinken die Hamburger ihren Ansprüchen meilenweit hinterher. Dagegen schaffte der SV Werder nach drei Niederlagen in Serie einen Befreiungsschlag und rückt ins Mittelfeld der Bundesliga vor (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Führung für die Grün-Weißen vor 53.290 Zuschauern in Hamburg erzielte Nils Petersen in der 32. Spielminute nach Vorarbeit von Kapitän Clemens Fritz, der sich auf der rechten Seite durchgesetzt hatte. (780473Bilder des Spiels)

In der vierten Minute der Nachspielzeit war Petersen mit einer Bogenlampe in das von Torwart Rene Adler verlassene HSV-Gehäuse zum Endstand erfolgreich.

HSV-Trainersuche läuft

Derweil sind die Hamburger weiterhin auf Trainersuche. Vor der Partie hatte Sportdirektor Oliver Kreuzer bei "Sky" gesagt, dass es ein Gespräch mit Bert van Marwijk gegeben hat (NEWS).

Fix sei aber noch nichts. "Van Marwijk ist ein Kandidat wie noch einige andere auch. Es ist nicht so, dass wir nur über van Marwijk diskutiert haben im Aufsichtsrat, sondern auch über andere Namen." Der Niederländer van Marwijk darf nun dennoch als Favorit auf den Posten gelten.

Bis "Mitte nächster Woche wollen die Hamburger die Trainersuche abschließen.

HSV startet schwach

Das scheint auch notwendig, denn der schwache Auftritt des HSV im ersten Durchgang sorgte für viele Fragezeichen im Gesicht von Interimscoach Cardoso.

Nach dem Wechsel zeigten die Gastgeber eine positivere Körpersprache und kamen zu eine Reihe von Großchancen.

Der HSV startete uninspiriert in das Duell, Werder überraschte die Hausherren mit aggressiver Verteidigung und einem furchtlosen Auftritt. Die Gäste wirkten im Mittelfeld präsenter und hatte schon in der sechsten Spielminute die erste Gelegenheit zur Führung.

Neuverpflichtung Santiago Garcia, der erstmals für Werder auflief, legte sich den Ball auf den rechten Fuß und verfehlte aus 20 Metern nur knapp.

Werder kombiniert gut

Wer dachte, dass die Hausherren spätestens jetzt wachgerüttelt sein müssten, sah sich getäuscht. Der HSV, bei dem überraschend der 17 Jahre alte Innenverteidiger Jonathan Tah einen Platz in der Startformation gefunden hatte, tat sich in den ersten 25 Minuten richtig schwer.

Werder übernahm mehr und mehr die Kontrolle und hatte weitere Großchancen. Vor allem nach Ecken von Aaron Hunt brannte es im Strafraum der Hamburger lichterloh.

Petersen mit erstem Saisontreffer

Erst kam Innenverteidiger Assani Lukimya frei zum Kopfball und nötigte Nationaltorhüter Rene Adler zu einem tollen Reflex (18.), dann rettete Zhi-Gin Lam auf der Torlinie, nachdem Petersen fünf Meter vor dem Tor den Fuß hingehalten hatte (23.).

Dann traf Petersen (32.). Der Bremer Stürmer löste somit den Knoten, nachdem er in dieser Saison noch kein Tor erzielt hatte.

HSV wird Elfer verweigert

Jetzt bemühte sich der HSV, endlich mehr Druck auf die Hintermannschaft von Werder auszuüben.

Die einzige Sturmspitze Maximilian Beister sorgte in der 36. Minute mit einem Fernschuss immerhin ansatzweise für Torgefahr, doch Sebastian Mielitz war auf dem Posten. Kurz später hatten die Hausherren Pech.

Nach einem Foul von Werders Innenverteidiger Luca Caldirola an Milan Badelj hätte Schiedsrichter Wolfgang Stark auf den Elfmeterpunkt zeigen müssen (43.).

Ausgeglichene zweite Hälfte

Die Halbzeit-Ansprache von Cardoso dürfte kurz und deutlich gewesen sein. Denn schon fünf Minuten vor dem Wiederanpfiff waren Rafael van der Vaart und Co. zurück auf dem Rasen. Und hatten in der 49. Minute die Chance zum Ausgleich. Doch der aufmerksame Mielitz entschärfte einen Flugkopfball von Beister.

Nun wirkte der HSV zielstrebiger und drückte auf den Ausgleich. Tomas Rincon, der später verletzt vom Feld musste, feuerte den nächsten Warnschuss für Mielitz ab (57.), bevor Beister um Zentimeter an einer Flanke von Marcell Jansen vorbeirauschte. In der 72. Minute hätte dann aber Petersen alles klar machen können, doch der Angreifer scheiterte freistehend an Adler.

Bei den Hausherren wussten Beister und Rincon zu überzeugen, bei Werder präsentierten sich Fritz, Mielitz sowie Hunt in starker Form.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel