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Bayerns Claudio Pizarro (l.) erzielte gegen Schalke sein erstes Saisontor © getty

Zum Wiesn-Auftakt feiert Bayern München einen souveränen Sieg auf Schalke. Ein schneller Doppelschlag stellt die Weichen auf Sieg.

Gelsenkirchen - Das Bruderduell war mit Spannung erwartet worden, letztlich aber eine klare Sache.

Etwa zehn Minuten vor Schluss ging Schalkes Kevin-Prince zu Bayerns Jerome Boateng und legte kurz den Kopf an die Brust des kleinen Bruders.(780473Bilder des Spiels)

Die Partie war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Der Rekordmeister führte mit drei Toren, Kevin-Prince Boateng verließ wenig später das Feld. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bayerns Joker Claudio Pizarro erzielte noch den 4:0(2:0)-Endstand. "Ich muss ihn nicht trösten", sagte Jerome Boateng bei "Sky": "Es war etwas Besonderes für uns, gegeneinander zu spielen. Heute habe ich gewonnen. Die nächsten Spiele darf auch Schalke wieder gewinnen."

Die Brüder hatten bereits zur Halbzeit ihre Trikots getauscht. Schon da dürfte Kevin-Prince geahnt haben, das für die Schalke nicht viel zu holen sein wird.

Doppelschlag der Bayern

Innerhalb einer Minute hatten Bastian Schweinsteiger (21.) und Mario Mandzukic (22.) die Bayern in Führung gebracht. Das dritte Tor erzielte Franck Ribery (75.).

"Es ist natürlich für uns schwierig gewesen. Wir haben die Torchancen nicht genutzt und mehr Fehler gemacht, Bayern nutzt die aus", resümierte Kevin-Prince Boateng den Ausgang des Spiels und des Bruderduells.

Jerome ergänzte: "Wir steigern uns von Spiel zu Spiel, heute haben wir uns auch wieder gesteigert. Es gab zwar ein paar Fehler im Umschaltspiel, aber wird es wird immer besser."

Bayern schließt zu Dortmund auf

Durch den souveränen Auswärtssieg zum Wiesn-Auftakt zog der Triple-Sieger mit Borussia Dortmund an der Tabellenspitze gleich.

Nach der eindrucksvollen Demonstration der Stärke der Bayern weisen die beiden Champions-League-Finalisten 16 Punkte auf.

Nur die mehr erzielten Tore sprechen für den BVB, der am Samstagnachmittag beim 1. FC Nürnberg (1:1) patzte.

Während bei den Bayern nach einer turbulenten Woche mit der vieldiskutierten Manöverkritik durch Sportdirektor Matthias Sammer von Verunsicherung aber auch gar nichts zu spüren war, wurden die Schalker nach zuletzt drei Pflichtspielsiegen in Folge ohne Gegentor unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Keller: Nicht von Doppelschlag erholt

"0:4 zuhause ist eine Klatsche, so haben wir uns das nicht vorgestellt", sagte Schalkes Trainer Jens Keller: "Wir sind sehr, sehr gut ins Spiel gekommen, hatten starke 20 Minuten. Dann haben wir den Doppelschlag bekommen, davon hat sich die Mannschaft nicht erholt."

Sein Gegenüber Pep Guardiola war voll und ganz zufrieden: "Das war unser bestes Spiel bisher in der Bundesliga."

Manuel Neuer blieb auch beim fünften Dreier im fünften Duell mit den Bayern gegen seine "alte Liebe" ohne Gegentor.

Schon in den vergangenen beiden Jahren hatte Bayern zum Wiesn-Auftakt in der Heimat auf Schalke gespielt - und jeweils 2:0 gewonnen.

Machtlose Schalker

Die Schalker standen nach einer verheißungsvollen Anfangsphase dem extrem variablen Bayern-Spiel fast machtlos gegenüber.

In einer intensiven ersten Viertelstunde trafen Jerome und Kevin-Prince Boateng schon in der fünften Minute direkt aufeinander.

Bayerns Innenverteidiger Jerome blockte einen Schussversuch seines Halbbruders aus aussichtsreicher Position.

Wenige Sekunden später hatte der neue Schalke-Star die beste Chance der Anfangsphase. Nach einem schweren Fehler von Bayern-Kapitän Philipp Lahm zwang der "Prinz" Neuer, der bei jedem Ballkontakt gnadenlos ausgepfiffen wurde, zu einer Parade.

Danach entwickelte sich zunächst ein Klassespiel, in dem die etwas defensiver ausgerichteten Schalker dem Triple-Sieger durch schnelle Gegenstöße Probleme bereiteten.

Szalai lässt Chance aus

In der achten Minute verstolperte Adam Szalai bei seinem Schussversuch von der Strafraumgrenze den Ball, neun Minuten später rettete Jerome Boateng in letzter Sekunde vor Szalai.

Die Bayern setzten auf Spielkontrolle und hatten nach den Schrecksekunden und einigen ungenutzten Standards eine traumhafte Minute.

Zunächst köpfte Schweinsteiger nach einer Ecke von Arjen Robben zur Führung ein, direkt beim nächsten Angriff war Mandzukic nach einer Flanke von David Alaba ebenfalls per Kopf zur Stelle.

Danach hatten die Bayern leichtes Spiel, die schockierten Schalker gerieten unter dem Dauerpressing der Gäste völlig aus dem Tritt.

Konzentrierte Bayern-Vorstellung

Robben verfehlte nach einem Zusammenspiel mit dem vor der Pause überragenden Toni Kroos das 3:0 knapp (29.).

In der zweiten Halbzeit bot sich dasselbe Bild. Die von Guardiola taktisch hervorragend eingestellten, fast pausenlos rochierenden Bayern-Stars blieben immer konzentriert und ließen kaum Schalker Szenen zu.

Ein Kopfball von Boateng (59.) war da eher die Ausnahme.

Nach einer guten Stunden nahmen die Bayern einen Gang raus, aber auch das konnten die Gastgeber zunächst nicht nutzen - zu ballsicher und abgeklärt präsentierte sich der Champions-League-Sieger.

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