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Marco Reus (links) musste nach 45 Minuten das Spielfeld verlassen © getty

Dortmund kommt in Nürnberg trotz Schmelzers Traumtor nicht über ein Remis hinaus. Am Ende ist der Punkt sogar noch glücklich.

Aus Nürnberg berichtet Christoph Lother

Nürnberg - Nächster Rückschlag für Borussia Dortmund.

Nur drei Tage nach der bitteren 1:2-Niederlage zum Champions-League-Auftakt beim SSC Neapel kamen die Schwarz-Gelben nicht über ein 1:1 (1:0)-Unentschieden beim 1. FC Nürnberg hinaus.(780473Bilder des Spiels)

Nationalspieler Marcel Schmelzer hatte den BVB in der 29. Minute zwar per Freistoß in Führung gebracht, Nürnbergs Per Nilsson erzielte fünf Minuten nach dem Seitenwechsel aber den Ausgleich.

Dem Tor war allerdings ein Handspiel vorausgegangen. "Wenn der Schiedsrichter das sieht, muss er aus auch pfeifen", gab Nilsson auf SPORT1-Nachfrage zu.

Für den BVB waren es nach zuvor fünf Siegen in Folge die ersten Punktverluste in der laufenden Bundesliga-Saison. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle). Zudem mussten die Nationalspieler Marco Reus und Marcel Schmelzer verletzt das Feld verlassen. Bei beiden ist der Einsatz im DFB-Pokal-Spiel gegen 1860 München am Dienstag fraglich.

Der Club wartet zwar auch weiterhin auf den ersten Dreier in dieser Spielzeit, durfte sich aber zumindest über einen Teilerfolg freuen.

Vier Wechsel und ein neues System

BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte seine Startelf vom bewährten 4-2-3-1- auf ein 4-3-3-System umgestellt und gegenüber dem Neapel-Spiel auf vier Positionen verändert.

Für den verletzten Mats Hummels (Rückenbeschwerden) begann der Grieche Sokratis in der Innenverteidigung.

Hinten rechts verteidigte überraschend der junge Erik Durm, im Sturmzentrum durfte U-23-Knipser Marvin Ducksch ran. Zudem rückte Neuzugang Pierre-Emerick Aubameyang in die Anfangsformation.

Henrikh Mkhitaryan, Robert Lewandowski und Nuri Sahin hingegen erhielten eine Verschnaufpause und nahmen zunächst auf der Bank Platz.

Bei den Nürnbergern war Routinier Hanno Balitsch, wie von Trainer Michael Wiesinger zuvor bereits angekündigt, gar nicht im Kader.

Nürnbergs Frantz trifft die Latte

Vor 50.000 Zuschauern begannen die Dortmunder ambitioniert und hatten bereits nach sieben Minuten ihre erste gute Torchance.

Aubameyang schickte Marco Reus über rechts. Der Nationalspieler umkurvte Schlussmann Raphael Schäfer, scheiterte dann aber aus spitzem Winkel an Verteidiger Emanuel Pogatetz.

Auch in der Folgezeit waren die Borussen bemüht, die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen. Wirklich gefährlich wurden sie dabei aber nicht.

Stattdessen hatte plötzlich der FCN die große Möglichkeit zur Führung. Eine Flanke des Japaners Makoto Hasebe von links köpfte Mike Frantz von der Strafraumgrenze aus an den Querbalken (19.).

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Standardsituation bringt BVB in Führung

Es entwickelte sich ein zunehmend ausgeglichenes Duell ohne große Höhepunkte.

Dortmunds Aubameyang setzte einen Rechtschuss aus etwa 15 Metern links neben das Tor (25.), zwei Minuten später hämmerte Nürnbergs Hiroshi Kiyotake die Kugel aus ebenso aussichtsreicher Position einen Meter drüber.

Besser machte es acht Minuten vor der Pause Schmelzer. Einen Freistoß aus rund 25 Metern zirkelte Dortmunds linker Verteidiger herrlich über die Mauer hinweg in den rechten Winkel.

Vielmehr hatten die Borussen im ersten Durchgang allerdings nicht zu bieten.

Schock für Dortmund nach der Pause

Für die zweiten 45 Minuten brachte BVB-Coach Klopp mit Sahin und Jonas Hofmann zwei frische Kräfte. Reus blieb wegen einer Fußprellung in der Kabine. Torschütze Schmelzer schied aufgrund einer Oberschenkelverhärtung aus.

Den besseren Start erwischten aber die Nürnberger. Nach einem Freistoß von Marvin Plattenhardt aus dem rechten Halbfeld verlor die Dortmunder Abwehr den Überblick, der mit aufgerückte Nilsson knallte die Kugel aus fünf Metern unter die Latte (50.).

Dieser Gegentreffer verärgerte die Schwarz-Gelben spürbar. Innerhalb weniger Minuten erarbeiteten sie sich gleich drei gute Chancen.

Doch sowohl Jakub Blaszczykowski aus knapp 20 Metern (55.), als auch der völlig frei vor Torhüter Schäfer auftauchende Ducksch (56.) und Aubameyang von halbrechts (59.) vergaben.

Borussias Schlussoffensive wirkungslos

Anschließend verflachte die Partie etwas, die Gastgeber hielten den BVB geschickt vom eigenen Tor weg.

Erst in der 76. Minute kamen die Dortmunder durch den in der Zwischenzeit für Blaszczykowski eingewechselten Lewandowski wieder zu einem vernünftigen Abschluss. Der Torjäger scheiterte aber per Gewaltschuss am aufmerksamen FCN-Keeper Schäfer.

In der Schlussphase spielte fast nur noch die Borussia, das entscheidende Tor wollte ihr aber nicht mehr gelingen.

Stattdessen versiebte Alexander Esswein in der Nachspielzeit die große Chance auf Nürnbergs ersten Saisonsieg.

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