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Robbie Kruse qualifizierte sich mit Australien für die WM 2014 © getty

Leverkusens schon abgestempelter Kruse gibt gegen Mainz ein starkes Startelf-Debüt. Hyypiä lockt mit mehr - Tuchel motzt.

Mainz - Leverkusens Fans hatten Robbie Kruse schon als Fehleinkauf abgestempelt. In den ersten Saisonspielen kam der Bayer-Angreifer kaum zum Einsatz.

Beim 4:1-Sieg zeigte der Australier nun, warum sein neuer Arbeitgeber im Sommer 1,5 Millionen Euro an Fortuna Düsseldorf überwiesen hatte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Da wurde schon von einem Fehleinkauf gesprochen", sagte der scheidende Bayern-Geschäftsführt Wolfgang Holzhäuser nach dem 4:1 (3:0) beim FSV Mainz 05. (Bericht)

Und ergänzte: "Dass er in seinem ersten Spiel von Beginn an für uns gleich zweimal trifft, zeigt aber doch, dass er eine gute Ergänzung ist." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Von Manchester-Pleite erholt

Vier Tage nach der Niederlage bei Manchester United (2:4) sorgten Kruse (19./45.), Lars Bender (38.) und Stefan Kießling (59.) für den fünften Punktspielsieg in der laufenden Saison.

Der FSV, der die dritte Pleite in Folge kassierte, kam vor 28.617 Zuschauern nur noch zum Ehrentor durch Yunus Malli (82.). (780473DIASHOW: Der 6. Spieltag)

"Fünf Siege nach sechs Spielen sind doch nicht ganz so schlecht. Man merkt, dass wir qualitativ in der Breite besser besetzt sind als im letzten Jahr", sagte Holzhäuser, der sich besonders für Kruse freute.

Legt Kruse erst richtig los?

Der Doppel-Torschütze selbst war der Ansicht, dass es für ihn "bestmöglich gelaufen" ist.

"Ich bin erleichtert, dass sich die Arbeit ausgezahlt hat. Natürlich ist man enttäuscht, wenn man nich spielt. Aber ich habe meine Mitspieler immer unterstützt und man darf nicht vergessen, dass ich Top-Spieler vor mir habe", sagte Kruse.

Für die Zukunft darf der Offensivspieler sogar darauf hoffen, dass sich andere hinter ihm anstellen müssen.

Am Dienstag nach Bielefeld

"Robbie hat zuletzt sehr gut trainiert. Ich hatte keine Probleme damit, ihn aufzustellen", sagte Sami Hyypiä.

Am Dienstag muss der Trainer mit seinem Team in der 2. Runde des DFB-Pokals beim Zweitligisten Arminia Bielefeld antreten: "Robbie hat gezeigt, dass er ein guter Spieler ist - und er hat seine Chancen, wieder zu spielen, nicht gerade verkleinert."

Verkleinert hat sich ganz sicher auch nicht der Respekt der Ligarivalen vor den Rheinländern.

Kießling bleibt auf dem Boden

Auch wenn Torjäger Kießling die 15 Punkte auf dem Konto nicht überbewerten will. "Es sind gerade mal sechs Spiele vorbei. Uns geht es einfach nur darum, dass wir unsere Spiele gewinnen und gut spielen", sagte der Angreifer.

Nach Ansicht des extrem gut gelaunten Sportchefs ist das in Mainz auf jeden Fall gelungen.

"Das war doch nett", äußerte Rudi Völler: "Nach rund zehn Minuten hatten wir alles im Griff."

Tuchel vermisst Elementares

Die Mainzer, die am Dienstag im Pokal den 1. FC Köln empfangen, haben dagegen derzeit nicht allzu viel im Griff.

"Wenn elementare Bausteine wie Mut, Leidenschaft, Überzeugung und Konsequenz fehlen, und wenn dann noch Führungspersönlichkeiten fehlen, dann kann es so ausgehen", sagte der ernüchtert wirkende Trainer Thomas Tuchel: "Es gibt genug, woran wir arbeiten können."

Präsident Harald Strutz wollte die Pleite allerdings auch nicht überbewerten: "Wir müssen damit leben - und wir werden es auch überleben."

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