vergrößernverkleinern
Stürmer Ivica Olic wechselte zur Saison 2012/'13 vom FC Bayern zum VfL Wolfsburg © getty

Der 34-Jährige rackert gegen Hoffenheim, trifft doppelt und lässt Kritiker verstummen. Eine Vertragsverlängerung bleibt offen.

Wolfsburg - Für die ohnehin immer etwas krumme Körperhaltung von Ivica Olic war sein Doppelpack alles andere als förderlich.

Mitspieler, Trainer und sogar Maskottchen "Wölfi" - sie alle klopften dem Stürmer des VfL Wolfsburg nach dem 2:1-Heimsieg gegen 1899 Hoffenheim mit Schmackes auf die Schultern.

Als der Kroate, der vor einer Woche 34 Jahre alt geworden war, etwas später den Journalisten seinen Superlauf erklärte, wirkte Oldie Olic auch eher gebrechlich als gefährlich.

"Da kommt der alte Mann", sagte der Angreifer selbstironisch und gab zu: "In den letzten zehn Minuten war ich tot."

Davor aber hatte er einen ausgezeichneten Job gemacht. Olic rackerte wie eh und je und bewies wie schon in den zwei Spielen zuvor, dass seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor zurück ist.

Lupfer zum Sieg

Zuerst glich er mit einem satten Linksschuss (44.) die Hoffenheimer Führung durch Anthony Modeste (15.) aus. (780473DIASHOW: Bilder des 6. Spieltags)

Dann nutzte Olic schlitzohrig einen Abwehrfehler des Gegner mit einem gekonnten Lupfer zum 2:1-Siegtreffer (48.).

Die Fans erhoben sich seiner Auswechslung von ihren Plätzen und feierten den Matchwinner mit Sprechchören.

Fans schwenken um

Dabei ist es ist gerade mal drei Wochen her, da herrschte auch unter den Anhängern die Meinung vor, der VfL müsse für seine ambitionierten Ziele einen neuen Stürmer kaufen, da Olic seinen Zenit bereits überschritten hätte.

Davon spricht vorerst keiner mehr.

"Als ich in der Kritik stand, da habe ich zum Trainer gesagt: Trainer, ich weiß, dass ich es gut machen werde", sagte Olic und erklärte sein unerschütterliches Selbstvertrauen: "Ich war bei allen Tests im Training ganz vorne, außerdem habe ich viel Erfahrung. Ich wusste, dass ich Tore schießen werde."

Allofs und die Vertragsfrage

Vier Treffer in den vergangenen drei Spielen - und schon kommen auf VfL-Manager Klaus Allofs Fragen zu, wann er denn den im Sommer auslaufenden Vertrag mit dem stets pflichtbewussten Musterprofi verlängern werde.

"Nicht heute", sagte Allofs und wunderte sich einmal mehr über die Schnelllebigkeit im Profigeschäft.

Und fügte an: "Zuerst sollen wir neue Stürmer kaufen. Jetzt trifft er, und jetzt sollen wir den Vertrag verlängern. So schnell geht das." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Entscheidung im Winter

Spätestens im Winter will Olic Klarheit haben.

Wenn er weiter so spiele wie jetzt, komme ein neuer Vertrag von ganz alleine, betonte der kroatische Nationalstürmer: "Ob hier oder anderswo, das wird man sehen."

Da Sturm-Rivale Bas Dost weiterhin verletzt fehlt, ist der VfL auch im Pokalspiel am Dienstag gegen den VfR Aalen auf Tore von Olic angewiesen.

Hecking schon im Pokal-Modus

Trainer Dieter Hecking warnte davor, den Zweitligisten zu unterschätzen: "Wir brauchen höchste Konzentration."

An Konzentration mangelte es den Hoffenheimern in Wolfsburg.

Trainer Markus Gisdol fand die zweite Saisonniederlage "superärgerlich", weil man dem Gegner die Treffer mit individuellen Fehlern geschenkt habe.

Doch Gisdol nannte als fairer Verlierer auch einen zweiten Grund: "Olic hat die Chancen auch super ausgenutzt."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel