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Mirko Slomka (l.) ist seit 2010 Cheftrainer bei Hannover 96 © getty

Hannover bleibt nach dem Sieg gegen Augsburg eine Heimmacht. Doch die Schiedsrichter sorgen für Aufregung. Nicht nur Slomka zürnt.

Hannover - Matchwinner Szabolcs Huszti tanzte draußen in der Arena mit den tobenden Fans noch immer ausgelassen den 96-Walzer, da knöpfte sich Trainer Mirko Slomka drinnen in den Katakomben bereits das Regelwerk der Bundesliga vor.

Angesichts der drei umstrittenen Handspiel-Entscheidungen geriet der 2:1 (0:0)-Last-Minute-Erfolg von Hannover 96 gegen das Überraschungsteam vom FC Augsburg (Bericht) fast zur Nebensache.(780473DIASHOW: Der 6. Spieltag)

"Es ist grundsätzlich schlecht, dass wir schon so früh in der Saison so häufig darüber diskutieren", sagte Slomka nach dem vierten Heimsieg der Niedersachsen, den Huszti mit einem verwandelten Handelfmeter erst kurz vor dem Ende sichergestellt hatte (89.).

Und fügte an: "Das bedeutet, dass irgendetwas in der Regelauslegung nicht so richtig funktioniert."

Auch Favre wütet

Vor Slomka hatte bereits Lucien Favre, Trainer von Borussia Mönchengladbach, die Regel als "katastrophal" bezeichnet. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Slomkas Schiedsrichter-Schelte waren gleich drei umstrittene Entscheidungen von Referee Christian Dingert vorausgegangen.

Der Unparteiische hatte in den ansonsten recht ereignisarmen 90 Minuten zwei Handelfmeter - einen gegen Hannover und einen gegen Augsburg - gepfiffen.

Pfiff gegen Klavan bleibt aus

Bei einer weiteren, ganz ähnlichen Aktion, als FCA-Verteidiger Ragnar Klavan der Ball im Sechzehner an die Hand gesprungen war (53.), ließ der Referee dagegen weiterspielen und sorgte damit für heftige Diskussionen.

Selbst bei den vermeintlich bevorteilten Augsburgern herrschte nach der Partie Klärungsbedarf.

"Über diese Regel kann man praktisch jeden Spieltag diskutieren", sagte FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter.

Auch FCA sieht Klärungsbedarf

Und Mittelfeldspieler Daniel Baier befand: "Handelfmeter sind grundsätzlich umstritten. Heute hätte der Schiedsrichter auch gut drei Stück geben können."

Einen Lösungsvorschlag für das undurchsichtige Regelwerk hatten auch die Gäste nicht parat.

Die 96-Spieler ließen sich ihre gute Laune von den hitzigen Diskussionen aber nicht verderben.

Hannover bleibt Heimmacht

"Das ist nicht unsere Aufgabe, darüber zu diskutieren. Wir sind froh über die drei Punkte", sagte Hannovers Kapitän Lars Stindl.

Seit Mai 2011 haben die Niedersachsen lediglich drei von 39 Heimspielen verloren - einzig der FC Bayern kann in dieser Statistik mit den "Roten" mithalten."

Die ungewöhnliche Heimstärke wird Hannover in den kommenden Tagen allerdings wenig nützen.

Bayern wartet

Denn bevor es am kommenden Wochenende zum Tabellennachbarn nach Leverkusen geht, steht am Mittwoch das Zweitrundenduell im DFB-Pokal beim Triple-Sieger Bayern München an.

"Die Mannschaft zieht aus diesem schwierigen Spiel Motivation und Selbstvertrauen", sagte 96-Boss Martin Kind.

Und ergänzte: "Wir fahren jetzt nicht nach München, um dort zu verlieren. Wir wollen bei den Bayern gewinnen."

Augsburger Serie reißt

Für den FCA bedeutete die Pleite das Ende einer imposanten Serie:

Zuletzt hatte das Team von Trainer Markus Weinzierl erstmals in der Augsburger Vereinsgeschichte drei Bundesliga-Spiele hintereinander gewonnen.

Auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt hatten die Schwaben über weite Strecken richtig gut mitgespielt und waren durch den verwandelten Strafstoß von Kapitän Kapitän Paul Verhaegh (51.) sogar in Führung gegangen.

Weinzierl: Niederlage tut weh

"Die Niederlage tut uns unheimlich weh. Wir hatten uns viel vorgenommen und einiges investiert. Wir wollten unbedingt einen Punkt mitnehmen", sagte Weinzierl zerknirscht.

Dabei kann sich der Saisonstart seines Teams weiterhin sehen lassen.

Zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison hatten die Schwaben gerade einmal zwei Zähler auf dem Konto - und schafften trotzdem den Klassenerhalt.

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