Auf Schalke beenden die Bayern eine Debatte endgültig. Beim BVB kommt der Coach nicht wirklich aus dem Negativ-Fahrwasser.

So schnell kann's gehen:

Noch vor einer Woche war die Stimmung hochexplosiv beim FC Bayern.

Nach der 4:0-Gala auf Schalke wirkt es so, als habe es den von Sportvorstand Matthias Sammer losgetretenen Selbstzerfleischungsprozess ("Dienst nach Vorschrift") mit den Repliken der Bosse (Rummenigge: "Das können wir nicht gebrauchen") nie gegeben.

Ruhig Blut statt schwellender Adern - und das infolge einer spielerischen Leichtigkeit, die gerade nach dem Münchner Führungstreffer verzückte.

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Vor allem deshalb, weil Pep Guardiola ungeachtet permanent veränderter Startformation zusehends eine Mannschaft geformt hat, die zuweilen wie aus einem Guss spielt.

Für die Statistiker: In punkto Ballbesitz und Pässen hatten die Bayern nahezu doppelt so hohe Zahlenwerte wie die Schalker.

Kühl vorm Tor wie eine kühle Wiesn-Maß sind sie sowieso immer gegen den königsblauen Lieblings-Gegner zum Oktoberfest-Auftakt.

Da störte es auf Münchner Seite nach dem bisher besten Saison-Spiel auch niemanden, dass das hochgejazzte Botang-Bruder-Duell zwischen Bayerns Jerome und Schalkes Heißsporn Kevin-Prince zur eher lauwarmen Auseinandersetzung geriet.

Neben erfolgreicher Rotation rührt der Erfolg auch daher, dass der Coach ruhig blieb in der Phantom-Debatte um die laut Sammer fehlende Emotionalisierung.

Ein kluges Verhalten, statt das Fass noch größer aufzumachen.

Bei Jürgen Klopp indes ist der Wirbel noch längst nicht abgeklungen: Der BVB-Trainer dürfte froh sein, bald eine Katastrophen-Woche per Kalenderblatt abreißen zu können.

Erst die Auftakt-Pleite in der Königsklasse nebst Riesendebatte um seinen Wutausbruch

Nun auch noch die ersten Punkte im Titelkampf verschenkt - weil Klopp sich in Nürnberg schlichtweg verzockte.

Nix war's mit einem erfolgreichen Startelf-Umbau, dem mit Henrikh Mkhitaryan, Nuri Sahin auch Robert Lewandowski gleich drei Leistungsträger zum Opfer fielen.

Drin war dafür der Wurm. Mit den jungen Marvin Ducksch und Erik Durm.

Klar: Kann schon mal passieren so etwas. Doch angesichts der unglücklichen Figur, die Klopp jüngst abgab, bekommt des Trainers Personal-Rochade unter diesen Voraussetzung noch mehr Eigendynamik.

Und erhöht den Druck immens mit Blick auf das Pokal-Duell am Dienstag bei 1860 München.

Immerhin musste sich Klopp drei Tage nach der Explosion von Neapel diesmal nicht um gutes Benehmen bemühen. Alles höflich gegenüber dem Vierten Offiziellen und auch später an den Mikros.

So schnell kann's gehen.

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