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Bert van Marwijk schied bei der EM 2012 mit den Niederlanden in der Vorrunde aus © getty

Der Ex-Bondscoach bestätigt niederländischen Medien den Deal mit dem HSV. Van der Vaart erwartet ihn sehnsüchtig.

Von Mathias Frohnapfel

München/Hamburg - Der neue HSV-Coach scheint gefunden - nur wer ist es?

Ex-Bondscoach Bert van Marwijk behauptete im niederländischen Fernsehen, er sei der neue Mann auf der Hamburger Trainerbank.

"Der HSV hat mich direkt nach der Entlassung von Thorsten Fink angerufen": sagte van Marwijk in der Sendung "NOS Studio Sport": "Wir haben uns dann noch in der Woche zusammengesetzt. Ich habe gesagt, was ich anbieten kann. Sie haben mir gesagt, was sie wollen. Der Vertrag läuft über zwei Jahre mit der Option einer Verlängerung von einem Jahr."

Van Marwijk weiter: "Hamburg ist eine fantastische Stadt. Der HSV hat ein prächtiges Team mit einer großen Tradition und einem schönen Stadion. Sonntagmorgen fahre ich nach Hamburg."

Kreuzer in Zürich?

Doch gleichzeitig berichtet "Sky", HSV-Sportchef Oliver Kreuzer sei nach Zürich geflogen, um mit Christian Gross zu verhandeln.

Zur Person van Marwijk erklärte HSV-Mediendirektor Jörn Wolf am Sonntag: "Wir sind mit ihm im Gespräch und mehr gibt es jetzt dazu nicht zu sagen."

Kreuzer bestätigt Gespräche

Sportchef Oliver Kreuzer hatte bereits vor der Partie Gespräche mit van Marwijk bestätigt.

Gleichzeitig bremste er aber auch: "Es wird immer der Name van Marwijk hervorgehoben. Aber er ist nur einer der Kandidaten, mit denen wir gesprochen haben."

Gehandelt wurde auch der Schweizer Christian Gross (59, zuletzt Young Boys Bern). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der langjährige Bremer Coach Thomas Schaaf soll dem HSV indes abgesagt haben.

Dortmund-Pleite mit Nachwirkung?

Die Hamburger scheinen sich im Moment an die vermeintliche Rettung zu klammern, den neuen (Wunder-)Trainer.

"Es ist wichtig, dass ein Trainer mit neuen Ideen kommt, dann kriegen wir die Wende", formuliert van der Vaart in der "ARD" hoffnungsfroh.

Arbeit erwartet den dann en masse, in Hälfte eins gelang gegen Bremen fast kein einziger Spielzug über vier, fünf Stationen.

Heiko Westermann schimpfte völlig zu Recht: "Jetzt geht es gegen den Abstieg, ich sage das schon seit ein paar Tagen. Es geht um die Existenz."

Und Verteidiger Marcell Jansen klagte: "Das 2:6 gegen Dortmund ist immer noch in den Köpfen. Wir hatten nur ein, zwei Torchancen, und das zu Hause. So konnten wir den Bremern nicht wehtun."

Kieferbruch bei Rincon

Vorne lange harmlos, in der Defensive nicht gallig genug. Das galt auch beim Führungstor der Bremer durch Nils Petersen, als kein Hamburger den schnellen Flankengeber Clemens Fritz stoppte. (780473Bilder des Spiels).

Erst in der zweiten Hälfte bäumten sich die Hamburger auf, Maximilian Beister und Tomas Rincon vergaben aber ihre Chancen.

Zu allem Unheil muss der HSV nun auch auf längere Zeit auf Rincon verzichten. Der Venezolaner erlitt nach einem Zusammenprall mit Caldirola einen Kieferbruch und musste zur Operation ins Krankenhaus.

Prügeleien vor der Partie

Es läuft im Moment einfach nicht für den HSV, selbst die Arena war im einst so heiß erwarteten Nordderby nicht ausverkauft.

Es passte ins Bild, dass sich vor der Partie noch Fans im Stadion prügelten.

Und das Experiment von Interimstrainer Rodolfo Cardoso, den 17-jährigen Tah als Innenverteidiger aufzustellen, funktionierte gleichfalls nicht. Der Jungspund brachte keine zusätzliche Stabilität.

Petersen: "Die beste Halbzeit seit langem"

Die Bremer genossen indes den Sieg und den Sprung ins Mittelfeld der Tabelle.

Angenehmer Nebeneffekt: Nils Petersen machte seine ersten Tore in dieser Saison und dürfte mit gestärktem Selbstvertrauen in die nächsten Partien gehen.

"Das war seit langem die beste Halbzeit, die ich mit Werder gespielt habe", berichtete Doppelpacker Petersen und schien selbst ein wenig zu staunen. "Da war Leidenschaft, jeder hat Gas gegeben."

Dutt atmet durch

Auch Trainer Robin Dutt tat die Zwischenbilanz von neun Punkten aus sechs Spielen gut.

Sein Bundesliga-Neuling, Martin Kobylanski, glänzte zwar auch nicht, doch das Team zog den Jüngling mit.

"In der ersten Halbzeit haben wir spielerisch überzeugt, die Jungs hatten eine gewisse Gier", lobte der Trainer. "In der zweiten Halbzeit hatten wir die nötige Mentalität, die man in einem Derby auf dem Platz braucht."

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