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Jonas Hofmann spielt seit 2011 beim BVB und gehört seit dieser Saison zum Profikader © getty

Im SPORT1-Interview spricht Jonas Hofmann über seine Rolle im Team, das Remis in Nürnberg und den extrovertierten Jürgen Klopp.

Von Christoph Lother

Nürnberg - Es war keine einfache Woche für Borussia Dortmund. Am Mittwoch verlor der BVB das erste Champions-League-Gruppenspiel in Neapel und auch in der Bundesliga gelang BVB gegen den 1. FC Nürnberg kein Sieg (Nachbericht).

Jürgen Klopp schonte dabei einige Stammkräfte und schenkte den Youngstern Marvin Duksch und Erik Durm ihren ersten Bundesligaeinsatz.

Den hat Jonas Hofmann schon lange hinter sich. In der letzten Saison debütierte der 21-Jährige beim BVB und gehört seit Saisonbeginn fest zum Profiteam. Trotz guter Leistungen, gekrönt vom ersten Bundesligator gegen Braunschweig, und Klopps Rotation in Nürnberg durfte Hoffmann in dieser Saison noch nicht in der Startelf ran.

Dafür wurde er schon fünf mal eingewechselt - wie auch gegen den Club.

Im SPORT1-Interview spricht Hofmann über seine nicht immer einfache Rolle als Einwechselspieler, die Dortmunder Fehler in Nürnberg und seinen extrovertierten Trainer.

SPORT1: Herr Hofmann, in Neapel verloren, in Nürnberg nur 1:1 gespielt. Es waren zuletzt nicht die Tage des BVB. Wie enttäuscht sind Sie?

Jonas Hofmann: Schon sehr enttäuscht, weil wir gerade gegen Gegner wie Nürnberg keine Punkte liegen lassen wollten. Wenn man sich die Entstehung des Gegentors anschaut, ist das Ganze noch bitterer. Meiner Meinung nach war es Abseits und ein Handspiel, eine klare Fehlentscheidung also.

SPORT1: Trotz Abseits und Handspiel sind gewisse Probleme des BVB bei gegnerischen Standards in dieser Saison nicht zu übersehen. Ist das etwas, woran der BVB arbeiten muss?

Hofmann: Wir wussten schon vorher, dass die Nürnberger bei Standards stark sind. So etwas kann mal passieren. Natürlich sollte es nicht passieren, aber mehr als trainieren können wir nicht.

SPORT1: Auch das 4-3-3 hat Ihrer Mannschaft heute Probleme bereitet. War es ein Fehler von Jürgen Klopp, das System umzustellen?

Hofmann: Nein. Wir haben dieses System auch in der letzten Saison schon ein paarmal praktiziert, es war also nichts Neues für uns. In der zweiten Halbzeit war eher die Chancenverwertung das Problem. Da hat uns im Sechzehner oft die letzte Konsequenz gefehlt.

SPORT1: Sie selbst hatten nach Ihrer Einwechslung einige gute Szenen und haben noch einmal neuen Schwung gebracht. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer eigenen Leistung?

Hofmann: Bis auf die zwei Fehlpässe, die ich gleich am Anfang gespielt habe, war es im Großen und Ganzen wieder okay. Wenn man so oft eingewechselt wird wie ich, kann man nicht jedes Mal so abgehen und für so viel Schwung sorgen. Aber es war in Ordnung.

SPORT1: Wie sind Sie innerhalb des Teams eigentlich mit den Schlagzeilen um Klopps Ausraster in Neapel umgegangen?

Hofmann: Eigentlich war es kein großes Thema mehr. Der Trainer hatte sich ja sofort bei uns entschuldigt und gesagt, dass es nicht richtig war. Aber ich musste natürlich schon grinsen, als ich die Bilder dann noch einmal in der Zeitung gesehen habe.

SPORT1: Schon am Dienstag geht es im Pokal bei den Münchner "Löwen" weiter. Was für ein Spiel erwarten Sie da?

Hofmann: Wir rechnen auf jeden Fall mit einem tief stehenden Gegner, der auf Konter lauern wird. Es dürfte ähnlich werden wie in Nürnberg. Nur, dass diese ganz besondere Atmosphäre des Pokals die Angelegenheit noch schwieriger macht.

SPORT1: Normal spielen Sie in der Münchner Arena gegen den großen FC Bayern. Diesmal gegen die kleineren "Löwen". Wie groß ist die Gefahr, den Gegner zu unterschätzen?

Hofmann: Ich denke nicht, dass uns das passiert. Dafür sind wir in der Vergangenheit schon zu oft an einem Underdog gescheitert. Wir wissen, wie wir damit umzugehen haben.

SPORT1: Mal angenommen, der BVB scheidet am Dienstag aus. Haben Sie dann die erste handfeste Krise der Saison?

Hofmann: Darüber brauchen wir nicht reden. Wir fahren nach München, um zu gewinnen. Alles andere als ein direktes Weiterkommen geht überhaupt nicht.

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