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Vedad Ibisevic spielt seit Anfang 2012 für den VfB Stuttgart © imago

Der VfB-Torjäger erlebt gegen Frankfurt ein Jubiläumsspiel zum Vergessen. Bei Stuttgarts Anhängern kommen alte Erinnerungen hoch.

Von Denis de Haas

München/Stuttgart - Vedad Ibisevic schlug die Hände vor das Gesicht. Der Bosnier wollte nach dem Abpfiff allein sein und die 44.000 Zuschauer um ihn herum vergessen.

Ibisevic hätte das Feuerwerk bei der Geburtstagsparty des VfB Stuttgart zünden können.

Doch er verschoss in der vierten Minute der Nachspielzeit einen Elfmeter ( Bericht). So kamen die Schwaben gegen Eintracht Frankfurt über ein 1:1 (1:1) nicht hinaus.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es wird eine lange Nacht"

"Es ist schade für die Mannschaft, weil wir die drei Punkte schon im Sack und auch verdient hatten. Es wird eine lange Nacht", sagte der enttäuschte Angreifer nach Spielschluss zu "Sky".(780473Bilder des Spiels)

Ibisevic wird die Elfer-Szene wohl in den Schlaf verfolgen. Vermutlich kommen dabei Gedanken an die vergangene Saison hoch. Damals verballerte der Torjäger auch einen Elfmeter kurz vor Schluss: Am ersten Spieltag scheiterte Ibisevic erst an VfL Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio und setzte den Nachschuss aus fünf Metern übers Tor.

Wie bei seinem Fauxpas vor einem Jahr konnte sich der Fehlschütze nun wieder auf die Unterstützung seine Teamkollegen verlassen. VfB-Kapitän Christian Gentner und Sturmpartner Cacau gingen nach Spielschluss auf Ibisevic zu und legten den Arm um ihn.

Schneider spendet Trost

Auch Trainer Thomas Schneider spendete Ibisevic Trost. "Kein Vorwurf an Vedo. Es war klar, dass Vedo den macht. Da gibt?s kein Problem. Er nimmt das Risiko und dann muss man damit rechnen, dass so ein Ding auch mal daneben geht", sagte der VfB-Coach.

Schneider war mit seiner Truppe zwar "sehr, sehr zufrieden", in seiner Stimme schwang trotzdem Enttäuschung mit. "Wenn man ihn auf dem Silbertablett serviert bekommt, wünscht man sich natürlich den Sieg", erklärte der 40-Jährige.

Ein Stuttgarter Erfolg wäre das passende Geschenk zum Jubiläum gewesen. Die Fans feierten vor dem Anpfiff den 120. Geburtstags des Klubs mit einer sehenswerten Choreographie. Stuttgarts Spieler liefen in schicken Retro-Trikots mit rotem Brustring auf.

Erstes Tor für Werner

Und für einen VfB-Spieler wird dieser Abend auch in besonderer Erinnerung bleiben. Allerdings im positiven Sinne. Offensivtalent Timo Werner erzielte an diesem denkwürdigen Abend sein erstes Bundesliga-Tor.

"Das ist das Schönste, was mir passieren konnte als Stuttgarter. Es gibt nichts Schöneres gibt es nicht, als vor dieser Kulisse nach dem Jubiläum so ein Tor zu machen", erklärte der 17-Jährige, der nach 16 Minuten Marco Russ' Führungstor egalisieren konnte.

Maxim-Treffer wird aberkannt

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Die Stuttgarter erzielten noch ein Tor. Alexandru Maxim brachte die Fans nach 65 Minuten zum Jubeln. Doch auch hier war Ibisevic zur falschen Zeit am falschen Ort.

Er stand im Sichtfeld von Eintracht-Torwart Kevin Trapp. Deshalb erkannte der Unparteiische Felix Zwayer den Treffer zurecht nicht an.

"Kein Vorwurf an den Schiedsrichter. Ich glaube, der wäre auch so reingegangen. Kann man geben, aber auch nicht", sagte VfB-Coach Schneider zu der Aktion.

Drei Tage Zeit hat er jetzt Zeit, den doppelten Unglücksraben aufzubauen. Am Mittwoch treten die Stuttgarter im DFB-Pokal beim SC Freiburg an.

Rode erleichtert

Frankfurts Erleichterung nach Ibisevics Fehlversuch war indes das Kontrastprogramm zur Stimmung beim VfB.

"Auch wenn der Strafstoß berechtigt war, wäre eine Niederlage nach unserem überzeugenden Auftritt deprimierend gewesen", meinte Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

Und Sebstian Rode, der den Last-Minute-Strafstoß verursacht hatte, sagte auf SPORT1-Nachfrage ehrlich: "Ich wäre am liebsten im Boden versunken, ich wusste, ich habe die Mannschaft um den verdienten Lohn gebracht. Dann hab' ich gebetet, dass er nicht reingeht und so ist es gekommen."

Frankfurts Trainer Armin Veh konnte so zufrieden Bilanz ziehen: "Durch den Punkt haben wir unsere erste Woche mit allen Belastungen eines Europacup-Teilnehmers gut überstanden."

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