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Balitsch stieg in der vergangenen Saison mit Nürnberg aus der Bundesliga ab
Balitsch' Zeit in Nürnberg läuft wohl bald ab © getty

Hanno Balitsch hat beim 1. FC Nürnberg keine Zukunft mehr. Eine baldige vorzeitige Auflösung des Vertrags ist wahrscheinlich.

München - Sollte Hanno Balitsch am Montag Zeitung gelesen haben, so dürfte dies nicht unbedingt zur Verbesserung seiner Laune beigetragen haben. "Der größte Miesepeter der Liga", titelte die "Bild"-Zeitung über den 32 Jahre alten Profi, nachdem dieser beim 1. FC Nürnberg kaltgestellt worden war.

Über die genauen Hintergründe des Rauswurfs wollen sich die Verantwortlichen nicht näher äußern. Fakt ist jedoch: Für Balitsch ist es bereits der vierte Bundesliga-Klub, den er wohl im Unfrieden verlassen wird.

Auch in Mainz und Hannover aussortiert

Sein Vertrag in Nürnberg wäre noch bis 2014 gelaufen. Nach seiner Degradierung in die Regionalliga-Mannschaft der Franken ist eine vorzeitige Auflösung aber sehr wahrscheinlich. Schon zeitnah soll es Gespräche zwischen FCN-Sportvorstand Martin Bader und dem Management von Balitsch geben.

Bereits 2005 war der 334-malige Bundesliga-Spieler beim FSV Mainz 05 angeeckt. "Kein einziger Spieler ist voller Wut in Mainz weggegangen - bis auf Hanno Balitsch. Der hat geschimpft, wir seien eine Sekte. Er hat Mainz 05 nicht begriffen", sagte Mainz-Präsident Harald Strutz erst in der vergangenen Woche.

Balitsch ging nach Hannover und wurde dort 2008 zunächst aussortiert, als er Trainer Dieter Hecking bei dessen Halbzeit-Ansprache kritisiert hatte.

Wiesinger-Entscheidung aus "sportlichen Gründen"

Auch auf seiner nächsten Station Leverkusen hatte der kantige Mittelfeldspieler, der immerhin ein Länderspiel bestritt (Februar 2003 beim 1:3 gegen Spanien), einige Probleme und Zoff mit seinem damaligen Coach Robin Dutt. Es folgte 2012 der Wechsel nach Nürnberg - und nun auch dort die Suspendierung.

Trainer Michael Wiesinger, der Balitsch schon aus dem Kader für das Spiel am Samstag gegen Dortmund (1:1) gestrichen hatte, nannte "sportliche Gründe" für seine unpopuläre, aber "wohlüberlegte" Maßnahme.

Schon etwas tiefer blicken lässt der Zusatz, "dass die Mannschaft funktionieren muss". Im Umfeld der Nürnberger heißt es, dass Balitsch mit seiner Art für schlechte Stimmung gesorgt und so das Betriebsklima gestört haben soll.

Bader spricht Klartext

Auch Bader will darauf nicht näher eingehen, er deutet aber zumindest an, dass dies der Wahrheit nahe kommen könnte.

"Ein Spieler mit seiner Erfahrung muss seine Meinung sagen, aber manchmal sind diese Beiträge konstruktiv und manchmal eben nicht. Letztendlich dienen Aussagen manchmal nur dazu, von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken", sagte der Sportdirektor den "Nürnberger Nachrichten".

Balitsch schweigt

Balitsch selbst schweigt. Er soll ziemlich überrascht gewesen sein. Sein Berater Stefan Backs sagte im kicker, dass dies sehr bedauerlich sei, "denn es ist nichts Konkretes vorgefallen". Wie es nun mit seinem Klienten konkret weitergeht, ist noch offen.

Dass Balitsch auf Dauer mit der Nürnberger U23 trainieren wird, ist eher unwahrscheinlich. Ein Wechsel zu einem anderen Klub wäre aber erst im Winter möglich.

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