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Oliver Kahn hat im vergangenen Sommer seine Profi-Laufbahn beendet © getty

Nach der wenig überraschenden Entlassung des Managers, stellt sich die Frage, wer der neue starke Mann auf Schalke wird.

Von Christian Stüwe

München - Nach der nicht mehr überraschenden Beurlaubung von Andreas Müller hält die Unruhe bei Schalke 04 an.

Lokomotive Moskau lockte Stürmer Kevin Kuranyi mit einem Millionen-Angebot, doch der Bundesligist Schalke 04 lehnte einen Blitz-Transfer ab.

"Es hat ein Angebot gegeben, wir haben absagen müssen", sagte Kuranyis Berater Roger Wittmann.

Der Tabellensiebte aus Moskau, der am kommenden Wochenende in die neue Saison startet, hatte Kontakt zum Ex-Nationalspieler aufgenommen. Kuranyi hatte bereits in der Winterpause mit einem Weggang geliebäugelt.

Er habe mit Kuranyi über den möglichen Transfer gesprochen, sagte Wittmann. Die Anfrage bei Schalke sei aber abgelehnt worden. Kuranyi sei nicht zu verkaufen.

Darüber hinaus sorgt die Frage nach dem Nachfolger von Müller als S04-Manager für Gesprächsstoff.

Zunächst werden Trainer Fred Rutten, Präsident Josef Schnusenberg und Geschäftsführer Peter Peters die sportliche Leitung übernehmen, doch die Suche nach einem neuen starken Mann auf Schalke hat bereits begonnen.

"Starker Mann" gesucht

Der Ex-Schalker Marc Wilmots schreibt im "kicker": "Früher hatten wir auf Schalke einen starken Mann, der die Richtung vorgab - und die anderen folgten. Das war die Basis für den Erfolg."

Damit meint der einstige "Eurofighter", der selber als Kandidat gehandelt wird, Müller-Vorgänger Rudi Assauer.

Nun ist die Frage, wer in die Fußstapfen des im Vergleich zu Assauer eher ruhigen Müllers tritt. An Kandidaten scheint es nicht zu mangeln. Doch die Schalke-Spitze hüllt sich noch in Schweigen.

"Es liegen bereits viele Bewerbungen auf dem Tisch", sagt Aufsichtsratchef Clemens Tönnies. "Aber wir befinden uns noch nicht in der Entscheidungsfindung."

Geschäftsführer Peters wollte sich auf Rückfrage von Sport1.de nicht weiter äußern. Doch es werden zahlreiche Namen gehandelt.

Bierhoff wohl zu teuer

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der in Essen aufgewachsen ist, hätte in Gelsenkirchen wohl sehr gute Karten. Doch das Herauskaufen aus seinem Vertrag mit dem DFB dürfte für Schalke zu teuer sein.

Spektakulär wäre die von der "Bild"-Zeitung ins Spiel gebrachte Option Oliver Kahn. Der Ex-Bayern-Keeper möchte Manager werden und wäre immerhin sofort verfgübar. Dennoch scheint diese Variante wenig wahrscheinlich.

Ebenso die Reaktivierung eines Routiniers auf dem Managerposten wie Reiner Calmund oder der ebenfalls gehandelte Rolf Rüssmann.

"Mich können Sie von der Liste streichen", erklärte der Ex-Profi auf Rückfrage von Sport1.de: "Ich war dort schon einmal vor 22 Jahren."

Auch Thon offenbar chancenlos

Streichen kann man wohl auch den von einigen Anhängern favorisierten früheren Kapitän Olaf Thon. Der Vereinsrepräsentant und Berater der S04-Führung, der sich nicht zur aktuellen Lage äußern will, gilt als chancenlos.

Bessere Aussichten werden dem früheren Torjäger Ebbe Sand eingeräumt, derzeit Sportchef beim dänischen Klub Silkeborg IF.

Grundsätzlich muss die Führung klären, ob der neue Manager eher ein ehemaliges Schalker Idol sein sollte der ein Experte auf dem Gebiet des Managements, wie der frührere Aachen-Manager Jörg Schmadtke oder die ebenfalls momentan arbeitslosen Kollegen Christian Hochstätter oder Peter Pander.

Rutten als einfachste Lösung?

Zunächst wird Fred Rutten den Posten des Trainers und des Sportdirektors ähnlich wie Felix Magath in Wolfsburg in Personalunion übernehmen. Rutten übte bei Twente Enschede die beiden Posten aus.

Allerdings ist Ruttens Position auf Schalke so stark geschwächt, dass diese Lösung unwahrscheinlich erscheint.

Keine leichte Aufgabe

Der Rauswurf des Niederländers wurde von den Fans auf Grund der schwachen Auftritte der Mannschaft zuletzt ebenso vehement gefordert, wie die Entlassung des Managers.

Doch Rutten darf zunächst weitermachen. "Weiteren kurzfristigen Handlungsbedarf sehen wir nicht, denn alle weiteren Dinge sind geregelt", sagte Tönnies: "Der Verein ist stabil organisiert und funktioniert."

Eines steht bereits jetzt fest: Wer auch immer Rutten an die Seite gestellt wird, den Mann erwartet keine leichte Aufgabe.

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