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Sven Bender wechselte 2009 von 1860 München zu Borussia Dortmund © getty

Im Interview schwärmt Sven Bender von Dortmunds Neuzugängen - und den Youngsters. Mit der Klopp-Sperre geht er entspannt um.

Von Christoph Lother

München - Sven Bender ist ein echter Arbeiter. Laufstark, zweikampfstark. Bodenständig und ehrlich.

Eigenschaften, für die sie ihn im Ruhrgebiet und insbesondere natürlich bei Borussia Dortmund sehr schätzen.

Doch nicht nur dort. Auch in der deutschen Nationalmannschaft hat sich der 24-Jährige mittlerweile einen Namen gemacht.

Und selbst in München haben sie ihren "Manni" nicht vergessen.

Emotionale Rückkehr nach München

Mit stehenden Ovationen verabschiedeten die Fans des TSV 1860 ihren einstigen Mittelfeldspieler, als er im Zweitrunden-Spiel des DFB-Pokals zwischen den "Löwen" und dem BVB am Dienstagabend (Nachbericht) vorzeitig ausgewechselt wurde.

"Das freut mich natürlich", beschreibt Bender den für ihn persönlich wohl emotionalsten Moment des Spiels.

Sieben Jahre lang hatte der Defensivmann für die Sechziger die Kickschuhe geschnürt, ehe er im Sommer 2009 nach Dortmund wechselte. Dort zählt er inzwischen zum Stammpersonal - und den Publikumslieblingen.

Bei SPORT1 spricht Bender über die bevorstehenden Aufgaben mit dem BVB, dessen Neuzugänge und einen Youngster.

SPORT1: Das Pokalspiel in München war eine zähe Angelegenheit. Überwiegt bei Ihnen die Freude, eine Runde weitergekommen zu sein oder stimmt es Sie doch nachdenklich, dass Sie gegen einen Zweitligisten über 120 Minuten gehen mussten?

Sven Bender: Im Pokal gilt es, weiterzukommen - egal wie. Uns war von vornherein klar, dass dieses Spiel nicht einfach werden würde. Gegen einen Zweitligisten auswärts und dann auch noch vor solch einer Kulisse anzutreten, ist immer schwierig. Und auch wenn wir über eine längere Zeit gehen mussten, war dieser Sieg ja nicht glücklich. Wir sind absolut verdient weitergekommen.

SPORT1: Wie hat sich die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte für Sie persönlich angefühlt? Immerhin wurden Sie bei Ihrer Auswechslung von beiden Fanlagern frenetisch beklatscht...

Bender: So etwas ist nicht alltäglich und dementsprechend schätze ich das sehr. Dass wir in Dortmund richtig geile Fans haben, ist mir schon seit meinem ersten Tag dort bekannt. Dass mich aber auch die Löwen-Fans nicht vergessen und mir das so gezeigt haben, freut mich natürlich.

SPORT1: Was nehmen Sie nun mit ins kommende Bundesliga-Spiel gegen Freiburg. Erwartet Sie da eine ähnliche Geduldsprobe wie in München?

Bender: Auch das dürfte interessant werden. Die Freiburger haben erst drei Punkte geholt und stehen mit dem Rücken zur Wand. Nichtsdestotrotz verfügen sie über eine spielstarke Mannschaft, die immer gefährlich werden kann - auch in Dortmund. Aber wir spielen zu Hause und da wollen wir natürlich nichts anderes als einen Sieg.

SPORT1: Ein kurzer Blick in die Statistik zeigt: Neben Robert Lewandowski sind Pierre-Emerick Aubameyang und Henrikh Mkhitaryan in dieser Saison bislang Ihre besten Torschützen. Ist das Team durch die beiden Neuen noch stärker geworden?

Bender: Es haben uns zwar einige Spieler verlassen, aber es wurde auch entsprechend eingekauft. Das, was diese Jungs hier bislang Woche für Woche zeigen, ist richtig stark. Sie haben sich gut integriert und nun schon mehrere Spiele für uns entschieden. Insgesamt bin ich der Meinung, dass wir uns in der Breite noch einmal verstärkt haben.

SPORT1: Apropos Breite: Nach Jonas Hofmann drängt mit Erik Durm nun der nächste Youngster von der zweiten in die erste Reihe. Wie schätzen Sie seine bisherigen Leistungen ein?

Bender: Erik hat sich toll eingefügt. Das ist auch wichtig, denn in den englischen Wochen brauchen wir jeden Mann. Sowohl in Nürnberg, als auch in München hat er ohne Angst und größeren Respekt sein Ding durchgezogen. Es ist schön zu sehen, dass wir derart sorglos rotieren und uns auf jeden verlassen können.

SPORT1: Nach Freiburg wartet Marseille. Jürgen Klopp ist nach seinem Ausraster in Neapel für dieses Spiel gesperrt. Wie sehr wird er Ihnen fehlen?

Bender: Das werden wir dann sehen. Der Trainer und auch wir werden uns schon darauf einstellen. Doch bis es soweit ist, konzentrieren wir uns erst mal auf Freiburg - und da ist er ja dabei.

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