Luiz Gustavo kehrt nach seinem Bayern-Abschied nach München zurück. In Wolfsburg muss der Brasilianer bereits Kritik einstecken.

[kaltura id="0_d6jlf64p" class="full_size" title=""]

Von Denis de Haas und Daniel Becht

Wolfsburg/München - Zum Spitzenrang fehlt Luiz Gustavo nicht mehr viel.

Läuft es für den Neu-Wolfsburger so weiter, steht er am Saisonende wieder auf Platz eins. Wie zu seiner Zeit bei den Bayern.

Für seine Leistungen in München heimste der Brasilianer in der vergangenen Saison mit seinem Teamkollegen allerdings Titel und Trophäen ein.

Beim VfL kann er sich womöglich nur den Platzverweis-Rekord der Bundesliga sichern. Den hält aktuell noch der Ex-Leverkusener Jens Nowontny mit acht Hinausstellungen.

Zwei Platzverweise in drei Spielen

Doch Gustavo holt auf.

Er sah in dieser Saison in drei Spielen schon zwei Gelb-Rote-Karten. In seiner Gesamtstatistik stehen nun sechs Platzverweise. Die Farbe Rot verfolgt den Mittelfeldspieler auch nach seinem Weggang von den Bayern.

Am Samstag will der 26-Jährige alles daran setzen, 90 Minuten auf dem Platz zu bleiben. Denn dann tritt Gustavo mit den Wolfsburgern beim FC Bayern an (Sa., 15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm).

Es ist die Rückkehr zu dem Verein, mit dem er das Triple holte. Der aber in dieser Saison keine große Verwendung mehr für Gustavo hatte.

Neu-Trainer Pep Guardiola schaffte bei seiner Ankunf die Doppel-Sechs ab und minimierte Gustavos Chancen auf regelmäßige Einsätze.

Deshalb ging der Mittelfeldspieler nach Niedersachsen. Angeblich überwiesen die Wolfsburger 18 Millionen Euro nach Bayern.

Austausch mit Dante und Rafinha

Für den Mittelfeldspieler ist es keine Rückkehr in Zorn.

"Ich bin immer noch mit vielen Leuten dort in Kontakt. Das war eine schöne Zeit mit einer tollen Gruppe", sagt Gustavo zu SPORT1. Besonders mit seinen Landsleuten Dante und Rafinha tauscht er sich noch häufig aus.

"Aber jetzt ist das Kapitel in München abgeschlossen. Ich habe ein neues Leben in Wolfsburg angefangen", sagt Gustavo. Bei den Niedersachsen hat er eine Stammplatz-Garantie.

Und Gustavo muss regelmäßig spielen, um sich seinen großen Traum zu erfüllen: Bei der WM 2014 im eigenen Land will er für die Selecao auf dem Platz stehen.

Stammspieler in der Selecao

Brasiliens Nationaltrainer Felipe Scolari mag den passsicheren und zweikampfstarken Mittelfeldspieler.

Beim Confederations Cup, den die Gastgeber souverän gewannen, stand Gustavo in allen Spielen von Anpfiff bis zum Abpfiff auf dem Platz.

Das gelang ihm in dieser Bundesliga-Saison noch nicht. Sein Debüt im VfL-Trikot verlief aber sehr vielversprechend. Beim 4:0 gegen Schalke 04 zeigte Gustavo eine Gala-Vorstellung. Die Zuschauer applaudierten bei seiner Auswechslung.

Doch dann kamen die ersten Rückschläge: In Mainz musste er nach wiederholtem Foulspiel frühzeitig vom Feld. Auch beim Spiel in Leverkusen sah Gustavo die Ampelkarte.

Ermahnung durch Allofs

Der Übeltäter sah sich ungerecht behandelt.

"Wenn das so weitergeht, bekomme ich diese Saison fünf- bis zehnmal Rot. Ich habe in zwei Spielen nur vier Fouls gemacht", erklärte Gustavo nach dem Spiel in Leverkusen. Manager Klaus Allofs ermahnte ihn damals aber, sich "mehr zurückzuhalten".

Ohne den gesperrten Mittelfeldspieler gewannen die Wolfsburger übrigens ihre Heimspiele gegen Hertha und Hoffenheim. Auch wenn die Bilanz gegen ihn spricht, wird Gustavo gegen die Bayern unter Garantie ins Team zurückkehren.

Kein Freund der Wiesn

VfL-Trainer Dieter Hecking hat ansonsten mit Jan Polak und Ja-Cheol Koo keine Spitzenkräfte für die Planstellen im defensiven Mittelfeld. Gustavo ist daher unverzichtbar.

Sollte der Brasilianer bei seinem alten Klub verlieren, würde er auf Frustbewältigung im Festzelt verzichten.

"Ich war in München nicht oft auf den Wiesn. Ich trinke ja keinen Alkohol, deshalb ist das nichts für mich", sagt Gustavo.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel