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Markus Weinzierl wechselte 2012 von Jahn Regensburg nach Augsburg © getty

Augsburgs Coach Markus Weinzierl hat sich im Haifischbecken durchgesetzt. Gegen Gladbach peilt er den nächsten Coup an.

Augsburg ? Auf dem Weg zu seinem persönlichen Meisterstück konnte sich der derzeit jüngste Bundesliga-Coach einen kleinen Seitenhieb auf die oftmals so aufgeregte Branche nicht verkneifen.

"Deswegen würde mich der Klassenerhalt noch mehr freuen: Dass man einmal sieht, dass es nicht immer der beste Weg ist, den Trainer auszutauschen", sagte Markus Weinzierl voller Vorfreude im Frühjahr.

Wenig später war es so weit: Der als Nobody angetretene Fußball-Lehrer schaffte mit dem FC Augsburg den Klassenverbleib. Er strafte damit auch viele Experten Lügen und wurde nach dem gelungenen Start in die aktuelle Saison mit drei Siegen in Serie gar scherzhaft als "Triple-Trainer" gelobt.

"Schöner als vor einem Jahr"

"Natürlich ist es schöner als vor einem Jahr", beschrieb Weinzierl auch seine sehr viel komfortablere Situation vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm).

Als er im Sommer 2012 beim Bundesligisten die Nachfolge des abgewanderten Jos Luhukay antrat, schien manchen Beobachtern nur der Zeitpunkt seiner Entlassung fraglich.

Zwar hatte der Niederbayer zuvor den Drittligisten Jahn Regensburg zurück in die 2. Liga geführt, viele Beobachter sahen das Haifisch-Becken Bundesliga aber als eine Nummer zu groß für Weinzierl an.

Zunächst schien es so, als sollten die Skeptiker Recht behalten. Nichts lief vor einem Jahr bei den Schwaben zusammen. Augsburg galt als sicherer Abstiegsanwärter, Woche für Woche war Weinzierl erster Kandidat für die nächste Trainer-Entlassung.

Reuter überzeugt

Doch es kam anders: Der Traditionsclub trotzte den Gesetzmäßigkeiten der Branche und hielt an dem Übungsleiter fest. "Absolut überzeugt" von Weinzierl sei er, sagte der neue Sportchef Stefan Reuter. Das Vertrauen zahlte sich aus.

"Für den FC Augsburg war das eine Meisterschaft", bejubelte Weinzierl die Rettung am 34. Spieltag. Damit schaffte der Stabilsator Einmaliges: Nie zuvor war es einer Mannschaft gelungen, nach nur neun Punkten in der Hinserie dem Abstieg zu entgehen.

Die unglaubliche Rückrunde sicherte dem 38-Jährigen endgültig die Anerkennung der Branche, was sich im vierten Platz bei der Wahl zum Trainer des Jahres manifestierte.

Vor dem Spiel der Augsburger gegen die Gladbacher hatSPORT1 die wichtigsten Fakten zum zusammengetragen.

Personal:

Markus Weinzierl steht bis auf den langzeitverletzten Raul Bobadilla der gesamte Kader zur Verfügung.

Bei Gladbach wird Mittelfeldspieler Havard Nordtveit den gelbgesperrten Granit Xhaka ersetzen.

Zudem müssen die Borussen ohne Kapitän Filip Daems (muskuläre Probleme) und Offensivmann Amin Younes (Grippe) auskommen.

Das sagen die Trainer:

Markus Weinzierl (FC Augsburg):

"Unser Ziel ist es, möglichst schnell eine zweistellige Punktzahl zu erreichen, dafür werden wir versuchen, auf Sieg zu spielen. Wir wissen, dass Gladbach besonders in der Offensive über große Qualität verfügt. Sie haben Spieler in ihren Reihen, die eine Partie alleine entscheiden können."

Lucien Favre (Borussia Mönchengladbach):

"Eigentlich zählt für mich nur eins: Alle Tore und Assists bisher waren zu Hause. Damit muss in Augsburg endlich Schluss sein. Wir werden uns nicht hinten reinstellen. Die Augsburger sind extrem gut organisiert, sehr athletisch und enorm kampfstark. Sie haben in dieser Saison nicht umsonst schon neun Punkte geholt."

Voraussichtliche Aufstellungen:

FC Augsburg - Borussia Mönchengladbach

Augsburg: Manninger - Verhaegh, Callsen-Bracker, Klavan, Ostrzolek - Baier - Hahn, Moravek, Halil Altintop, Werner (Holzhauser) - Mölders

Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Wendt - Kramer, Nordtveit - Herrmann, Arango - Raffael, Kruse

Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)

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