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Thomas Müller (l.) erzielte sein erstes Bundesliga-Tor in dieser Saison © getty

Auch nach dem mühevollen Sieg gegen Wolfsburg müssen die Bayern weiter auf die erste Tabellenführung unter Guardiola warten.

Vom FC Bayern berichtet Tom Vaagt

München - Triple-Sieger FC Bayern bleibt in der Bundesliga weiter nur die Verfolgerrolle.

Die Münchner kamen gegen den VfL Wolfsburg zwar zu einem mühevollen 1:0 (0:0), verpassten durch das 5:0 von Borussia Dortmund gegen den SC Freiburg aber den ersehnten ersten Sprung an die Tabellenspitze unter Trainer Pep Guardiola (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Vor 71.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena brachte Thomas Müller den FCB nach meist zähen 63 Minuten in Führung. Damit war die Generalprobe für das zweite Champions-League-Spiel am kommenden Mittwoch bei Manchester City zumindest vom Ergebnis her gelungen.

Wolfsburg unbeeindruckt

Die Bayern nahmen von Beginn an das Heft in die Hand und störten die Wolfsburger früh.

Mit dem Schwung aus den vergangenen Spielen sollte die jüngste Erfolgsserie fortgesetzt werden - daran ließen die Münchner um Kapitän Philipp Lahm, der von Guardiola erneut im Mittelfeld aufgeboten worden war, in den ersten Minuten keinen Zweifel.

Doch die Gäste zeigten sich unbeeindruckt und kamen zur ersten Möglichkeit. Nach einer Ecke von Ricardo Rodriguez wuchtete Naldo den Ball per Kopf in Richtung Bayern-Tor. Nationalkeeper Manuel Neuer wehrte ab (7.).

Müde erste Hälfte

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Ein verheißungsvoller Auftakt also. Aber: Es sollte die einzige wirklich zwingende Chance des ersten Abschnitts bleiben (783413DIASHOW: Die Bilder des Spiels).

Wolfsburg verteidigte konzentriert und leidenschaftlich, suchte nur gelegentlich den Weg nach vorn. Und Bayern? War hochüberlegen, fand aber zu keiner Zeit ein Mittel, die VfL-Defensive entscheidend auszuhebeln.

Bedächtig lief der Ball durch die eigenen Reihen. Viele Kurzpässe, kaum ein Abschluss. Daran änderten auch Franck Ribery und Arjen Robben nichts.

Unschöne Aktion von Schweinsteiger

Für einen Aufreger sorgte unterdessen Bastian Schweinsteiger.

Der Nationalspieler traf Diego bei einem Zweikampf im Mittelfeld mit beiden Händen im Nacken.

Der eine oder andere Wolfsburger Fan wollte in dieser Aktion eine Tätlichkeit gesehen haben, Schiedsrichter Bastian Dankert beließ es aber bei einer Gelben Karte (27.).

Ex-Bayer Stefan Effenberg sagte anschließend bei "Sky": "Es war kein Schlag, einen Schlag musst du ahnden. Es ist ein Drücken, Schieben, Wischen. Man könnte Rot geben."

Pep rotiert erneut

Bayerns Flügelzange war im Vergleich zum 4:1 im Pokal gegen Hannover 96 ebenso wie Jerome Boateng, David Alaba und Mario Mandzukic in die Startelf zurückgekehrt.

Der kroatische Stürmer blieb gegen seinen Ex-Klub zunächst ebenfalls hinter den eigenen Erwartungen zurück und wartete meist vergeblich auf vielversprechende Hereingaben von außen.

Als Referee Dankert zur Pause bat, hatten die Platzherren zwar 67 Prozent Ballbesitz aber ebenso wie die disziplinierten Wolfsburger null Tore auf dem Konto.

Erinnerungen an Sammers Worte

Manch einer mag in diesen Momenten an Matthias Sammer gedacht haben. Der FCB-Sportvorstand hatte den Profis vor ein paar Wochen trotz des guten Saisonstarts fehlende Emotionen und "Dienst nach Vorschrift" vorgeworfen.

Ein mittelschweres Beben im Verein war die Folge. In der ersten Hälfte am Samstag dürfte sich Sammer dennoch zeitweilig bestätigt gefühlt haben.

Nach dem Seitenwechsel drängten die Bayern mit ein wenig mehr Nachdruck auf die Führung. Allerdings schien nun auch der VfL seine Chance zu wittern und ließ dem deutschen Rekordmeister durch eigene Offensiv-Anstrengungen ein wenig mehr Raum.

Götze 90 Minuten auf der Bank

Zählbares sprang auf beiden Seiten aber nicht heraus. In der 62. Minute brachte Guardiola in Xherdan Shaqiri und Toni Kroos zwei neue Kräfte. Robben und Schweinsteiger gesellten sich auf der Bank neben den vergeblich auf seinen Einsatz wartenden Mario Götze.

Unmittelbar nach den Wechseln brachen die Bayern dann den Bann. Ribery brachte den Ball in die Mitte und Müller vollstreckte aus kurzer Distanz.

Naldo rettet vor der Linie

Das 1:0 schien dem Champions-League-Sieger mehr Sicherheit zu verleihen. Es wurde nun schneller und zielgerichteter kombiniert. Auch den Abschluss suchten die Münchner nun konsequenter.

Zu einem zweiten Treffer sollte es aber nicht reichen. Die beste Chance hatte Mandzukic, als Wolfsburgs Naldo für seinen bereits geschlagenen Schlussmann Diego Benaglio vor der Torlinie rettete (80.).

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