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Belegt mit Braunschweig den letzten Tabellenplatz: Trainer Lieberknecht © getty

Zwei Teams wollen in den Sonntagsspielen ihre Sieglos-Serien in der Bundesliga beenden. Doch auch ihre Gegner stehen unter Druck.

München - Keine Proteste, keine Diskussionen, keine Unruhe: Bei Eintracht Braunschweig herrscht auch nach fünf Niederlagen aus den ersten sechs Saisonspielen eine Harmonie wie im Kloster.

Seit 10.347 Tagen wartet der Klub inzwischen auf einen Bundesliga-Sieg. Am Sonntag (ab 17 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) soll gegen den VfB Stuttgart endlich der erste Triumph seit 28 Jahren gelingen.

"Wenn wir unsere positiven Phasen über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten können, dann werden wir auch den ersehnten Dreier einfahren", sagt Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht und gibt sich gewohnt zuversichtlich.(Spielen Sie die Konstellationen im SPORT1-Tabellenrechner durch)

Für einen Sieg gegen die Schwaben hat er ein einfaches Rezept: Seine Mannschaft brauche ein großes Herz und einen kühlen Kopf.

Schneider warnt vor Braunschweig

Die Hoffnungen, dass der Befreiungsschlag gegen den VfB Stuttgart endlich gelingt, sind durchaus berechtigt. Zumindest dann, wenn man sich durch die Zahlen der Vergangenheit wühlt.

18-mal hat die Eintracht bislang den VfB in der Bundesliga empfangen, elfmal blieben alle Punkte in Niedersachsen. Doch jetzt ist der Aufsteiger siegloser Tabellenletzter und der Gegner seit drei Spielen in der Bundesliga ungeschlagen.

"Braunschweig ist nicht zu unterschätzen", warnt Stuttgarts Trainer Thomas Schneider dennoch.

VfB nur noch in der Liga aktiv

"Es liegt an uns, den positiven Trend in der Bundesliga fortzusetzen", sagt VfB-Sportdirektor Fredi Bobic.

Nach dem Scheitern in der Qualifikation zur Europa League sowie dem 1:2 in der zweiten Runde des DFB-Pokal beim SC Freiburg bleibt dem ambitionierten Klub in dieser Saison nur noch die Bundesliga als Einnahmequelle.

Keine schöne Situation angesichts des schlechten Wirtschaftsjahres 2013, das Bobic in der Stuttgarter Zeitung ankündigte.

Ein Stuttgarter will den VfB ärgern

Doch ein Stuttgarter hat etwas gegen einen Höhenflug des VfB: Braunschweigs Innenverteidiger Ermin Bicakcic.

"Ich bin ein Stuttgarter Junge, habe alle Mannschaften von der Jugend bis hin zu den Amateuren durchlaufen und kenne natürlich noch sehr viele beim VfB", sagt der 23-Jährige.

Seit dem Januar des Vorjahres trägt der Bosnier das Löwen-Trikot, am Sonntag erwarten ihn packende Duelle mit seinem Nationalmannschafts-Kollegen Vedad Ibisevic.

Dutt: Mit 90 Prozent keine Chance

Auch Werder Bremens Trainer Robin Dutt möchte eine Woche nach dem Sieg im Nordderby beim Hamburger SV (2:0) einen forschen Auftritt seiner Mannschaft sehen.

"Zarte Pflänzchen sind zu erkennen und sollen nicht mutwillig wieder an einem Spieltag zertrampelt werden", sagt Dutt vor dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg am Sonntag(ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm):

"Wir müssen die Gier und Beharrlichkeit mitnehmen - mit 90 Prozent haben wir keine Chance."

Dutt, der gegen den in dieser Saison noch sieglosen Club auf seinen verletzten Defensivallrounder Aleksandar Ignjovski (Muskelfaserriss in der Wade) verzichten muss, erwartet einen "unangenehmen Gegner. Es wird eine Geduldsprobe, wir werden sie sicherlich nicht überrennen."

Vor dem Sieg in Hamburg hatten die Grün-Weißen drei Spiele in Serie verloren.

Nürnberg hinter den Erwartungen

Auch Nürnberg konnte mit einem 1:1 gegen Dortmund zuletzt ein positives Zeichen setzen.

Doch die Mannschaft von Trainer Michael Wiesinger steht weiterhin unter Druck, vier Punkte entsprechen nicht den Erwartungen an die aufgerüstete Mannschaft.

Da passt es dem 40 Jahre alten Coach überhaupt nicht, dass Sturmspitze Daniel Ginczek auf unbestimmte Zeit ausfällt. Der 22 Jahre alte Zugang von Borussia Dortmund erlitt im Training einen offenen Zehenbruch und wurde bereits operiert.

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