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Kevin-Prince Boateng begann seine Karriere bei Hertha BSC © getty

Schalke schmeißt bei Hoffenheim den Sieg weg. Manager Heldt übt massive Kritik und droht mit Konsequenzen. Boateng ist angefressen.

Sinsheim - Nachdem die Königsblauen im zweiten Durchgang gegen 1899 Hoffenheim ein böses Erwachen erlebt hatten, drohte Horst Heldt mit einem personellen Nachbeben.

"Das ist auf Dauer nicht akzeptabel. Darüber tauscht man sich aus - und irgendwann tauscht man dann aus", sagte der "maßlos verärgerte" Sportdirektor von Schalke 04, dessen Schützlinge beim 3:3 (3:1) in Sinsheim einen Zwei-Tore-Vorsprung fast schon vorsätzlich weggeworfen hatten:

"Es geht um Schalke 04, da muss man klar bei Sinnen sein. In der zweiten Hälfte waren viele teilweise nicht bei Sinnen." (BERICHT: Irres 3:3! Schalke verspielt Sieg)

Boateng "stinksauer"

Auch der neue Schalker Star Kevin-Prince Boateng, der mit seinem Team am Ende sogar eine Niederlage verdient gehabt hätte, sparte nicht mit Kritik an seinen Teamkollegen.

"Wir führen zweimal mit zwei Toren. Dann machen wir ein bisschen Hacke da und ein bisschen Hacke hier - und der Gegner kommt zurück. Ich bin stinksauer", sagte der zehn Millionen Euro teure Neuzugang, der sich mit solchen Schuldzuweisungen bei seinen Mitspielern nicht allzu beliebt machen dürfte, bei "Sky". (783413Bilder des Spiels)

Heldt frustriert

Heldt ist es ganz offensichtlich egal, ob die Profis ihn mögen oder nicht.

Der Manager, dessen Klub weiter auf den ersten Erfolg im Kraichgau und den 600. Bundesliga-Sieg in der Geschichte warten muss, ließ seinem Frust nach dem x-ten unkonstanten Auftritt der Schalker freien Lauf.

Wenige Tage vor dem Champions-League-Spiel am Dienstag beim FC Basel holte der Ex-Profi zu einem verbalen Rundumschlag aus.

Ruhig im Ton, in der Sache knallhart

Dabei war Heldt im Ton zwar ruhig, in der Sache aber knallhart. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir haben schon öfter gedacht, dass es alle verstanden haben. Aber dann kommt wieder so ein Paukenschlag, und das Gejammer ist groß. Wenn es bei dem ein oder anderen nicht in den Kopf geht, muss sich der Verein überlegen, auf wen man bauen kann und auf wen nicht", sagte der Manager:

"Wir werden schon den richtigen Hebel finden. Klar ist, dass solche Vorstellungen wie in der zweiten Hälfte zu häufig vorkommen. Wir werden uns das jetzt sehr genau anschauen."

Ohrfeige für Jones statt Trainerdebatte

Laut Heldt soll Trainer Jens Keller aber nicht infrage gestellt werden.

"Was soll ich ihm für einen Vorwurf machen? Er ist nicht Bestandteil unserer Überlegungen", sagte der 43-Jährige, der stattdessen Unsicherheitsfaktor Jermaine Jones eine verbale Ohrfeige verpasste:

"Es steht in keinem Lehrbuch und es ist auch nicht Bestandteil unseres Trainingsprogramms, als letzter Mann ein Solo anzusetzen."

Jones hatte in der 84. Minute den Ball verloren und so eigentlich den Weg zum Hoffenheimer Siegtreffer freigemacht.

Roberto Firmino traf aber nur die Unterkante der Latte, Sven Schipplock vergab kurz darauf eine noch größere Chance (87.).

Auch Keller außer sich

Diese Szenen hatten dazu geführt, dass sich Keller kurzzeitig nicht mehr im Griff hatte.

"Hören Sie mir auf mit der scheiß Mentalitätsfrage. Wir haben individuell wahnsinnige Fehler gemacht, das hat aber nichts mit der Mentalität zu tun", schimpfte der Coach:

"Das hat bei dem ein oder anderen mit der Birne zu tun."

Heldt dagegen sprach den Profis die Klasse ab.

"Eine Spitzenmannschaft gewinnt dieses Spiel, die lässt nichts mehr anbrennen. Wir dagegen haben nach dem 3:3 noch munter weitere Einladungen ausgesprochen. Wir hätten noch zwei Tore bekommen können", sagte der Manager:

"Das man noch so zittern muss, ist mehr als enttäuschend."

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