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Robin Dutt (r.) jubelt mit Doppeltorschütze Eljero Elia über dessen erste Saisontore © imago

Bremen und Nürnberg liefern sich einen furiosen Schlagabtausch, lassen aber eine Chance aus. Trotzdem herrscht auf beiden Seiten gute Laune.

Bremen - Zwei Punkte verschenkt, Tabellenplatz fünf verpasst - dennoch wollte Trainer Robin Dutt von einem Rückschlag nichts wissen.

"Man hat heute deutlich gesehen, wohin die Tendenz geht", meinte der Trainer von Werder Bremen nach dem 3:3 (2:1) in einem spektakulären offenen Schlagabtausch gegen den 1. FC Nürnberg, der ebenfalls einen Aufwärtstrend verkündete. (783413Bilder des Spiels)

"Denn es wäre auch ein Sieg möglich gewesen", stellte Club-Coach Michael Wiesinger fest, den seine Mannschaft mit dem wichtigen Auswärtspunkt zumindest vorerst aus der Schusslinie rückte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dutt hadert

Es war die turbulente erste Halbzeit, als Bremen dominierte und bis zur Halbzeit "5:0 hätten führen können" (Dutt), die die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nährte.

"Solche Spiele gehören wohl zu unserem Lernprozess", ergänzte Dutt, der eine Woche nach dem 2:0 im Nordderby beim Hamburger SV zwei verschiedene Halbzeiten seiner Mannschaft gesehen hatte.

Ein Eigentor von Berkay Dabanli (8.) sorgte für die Führung von Werder, außerdem war Eljero Elia (34. und 66.) für die Grün-Weißen efolgreich. Hiroshi Kiyotake (44.), Josip Drmic (53.) und Adam Hlousek (70.) bescherten dem Club in einer turbulenten Partie doch noch einen Punkt.

Eigentlich hatte Werder laut Dutt das "zarte Pflänzchen" des Aufschwungs "nicht zertrampeln" wollen - doch die Bremer blieben vor allem in der zweiten Hälfte vieles schuldig und kommen als Tabellen-Siebter nicht vom Fleck.

Elia rechtfertigt Vertrauen

"Nach dem 2:0 haben wir keinen Fußball mehr gespielt. Dann haben wir unnötige Gegentore kassiert", meinte Bremens Doppel-Torschütze Elia, auch so ein Gewinner bei dieser Punkteteilung, bei "sky".

3356 Minuten hatte der Niederländer auf ein persönliches Erfolgserlebnis gewartet. "Ich weiß nicht, warum ich so lange nicht getroffen habe, heute ist alles rausgekommen. Der Trainer, die Mannschaft und die Fans haben immer hinter mir gestanden", sprudelte es aus ihm heraus.

Mit seinen Toren bestätigte Elia Dutt, der trotz häufig dürftiger Leistungen an seinem Schützling festgehalten hat. "In ihn haben wir tatsächlich sehr viel investiert und auf ihm lastet auch Druck hier", zeigte der Trainer Verständnis für den Flügelspieler.

Wiesinger stolz auf sein Team

Nürnbergs Wiesinger lobte hingegen die Moral seiner Mannschaft: "In der ersten Halbzeit waren wir nicht gut, haben zwei Tore weggegeben und waren mit dem 0:2 noch gut bedient. Aber dann haben wir Willen und Leidenschaft gezeigt", sagte er bei "sky".

Auch wenn der Trend nach dem 1:1 vor Wochenfrist gegen Borussia Dortmund leicht nach oben zeigt, die tabellarische Lage ist für die Franken weiter angespannt.

Als 15. wartet der Club weiterhin auf den ersten Saisonsieg. Ein Manko, dem Wiesinger keine zu große Bedeutung beimessen will: "Das lasse ich nicht so an mich ran. Ich versuche mich, auf meine Arbeit zu konzentrieren."

HSV und Stuttgart warten

So fühlten sich nach einer furiosen Partie mit zwei völlig gegensätzlichen Halbzeiten trotz des Unentschiedens irgendwie doch beide Teams als Gewinner.

In der kommenden Woche sind aber sicherlich sowohl Bremen in Stuttgart als auch Nürnberg daheim gegen den Hamburger SV drei Punkte lieber als warme Worte nach dem Abpfiff.

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