Marc Arnold dementiert bei SPORT1 die Rücktritts-Gerüchte um Trainer Lieberknecht. Stattdessen nimmt er das Team in die Pflicht.

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Braunschweig - Als Torsten Lieberknecht am Montagmorgen beim Auslaufen fehlte, bekamen es die eingefleischten Fans von Eintracht Braunschweig mit der Angst zu tun.

Wirft der Aufstiegsheld nach dem nächsten schweren Rückschlag wirklich hin? Folgt den emotional geäußerten Selbstzweifeln nach dem 0:4 (0:1) gegen den VfB Stuttgart (Bericht) tatsächlich die Trennung?

"Da ist nichts dran"

Sportdirektor Marc Arnold wischte alle Abschiedsgerüchte schnell beiseite - er gibt die Hoffnung auf ein baldiges Ende der sportlichen Misere nicht auf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Da ist nichts dran", sagte Arnold gegenüber SPORT1 und bestätigte nach einem Austausch mit dem 40-Jährigen, dass Lieberknechts Frust schon wieder ein Stück weit Arbeitseifer gewichen ist:

"Dass ein Trainer in so einer Situation gewisse Dinge und auch sich selbst hinterfragt, finde ich persönlich normal. Torsten ist ein sehr emotionaler Trainer und hat das in diesem Moment so empfunden. Aber es ist alles im grünen Bereich."

Liebknecht ratlos und geknickt

Nach der klaren Niederlage gegen die Schwaben, der sechsten in sieben Ligaspielen, hatte sich Lieberknecht mit bemerkenswert offenen Worten selbst infrage gestellt.

"Ich habe den Verein 2008 übernommen, als er fast am Boden lag. Jetzt, in der Bundesliga, versuche ich, Lösungen zu finden. Viele Dinge, die ich probiere, fruchten nicht", hatte er mit stockender Stimme und Tränen in den Augen gesagt.

Bei der Aufstellung habe er daneben gelegen und nicht die richtigen Lösungsansätze während des Spiels gefunden.

Der Mann, der die Eintracht aus der Dritten Liga nach 28 Jahren zurück ins Oberhaus geführt hatte, war spürbar angeschlagen.

Trainer kommt ins Grübeln

"Die Niederlage ist schwer zu ertragen. Es ist schwer, Optimismus zu versprühen. Dieser Rückschlag bringt mich ins Grübeln", sagte Lieberknecht.

Am Tag danach wollte er nicht mehr reden und blieb in der Kabine.

Vermutlich dachte Lieberknecht schon wieder darüber nach, wie er seinem Team im Derby gegen den VfL Wolfsburg am kommenden Samstag zu mehr Effektivität verhelfen kann.

Katastrophaler Saisonstart

Gegen Stuttgart hatte die Eintracht zunächst gut mitgehalten - doch die Tore machte wieder einmal der Gegner.

Vedad Ibisevic (40.), Alexandru Maxim (50.), Ibrahima Traore (76.) und Martin Harnik (86.) demütigten die Braunschweiger.

Der Meister von 1967 hat damit die schlechteste Bilanz in der Bundesliga-Geschichte nach sieben Spieltagen vorzuweisen.

Nur ein Punkt, 3:18 Tore - bisher hatte Schalke 04 den traurigen Rekord seit der Saison 1967/68 (1 Punkt/3:17 Tore) gehalten.

Beeindruckender Auftritt der Fans

Trotzdem feierten die Fans ihre Mannschaft bis zum Schluss - Eindrücke, die Lieberknecht aufwühlten.

"Es ist eine Stärke von Torsten, dass er emotional ist. Das hat uns in die Bundesliga gebracht", sagte Arnold, "wenn er das so gespürt hat und artikulieren wollte, dann ist das für ihn richtig."

Die Eintracht sei eben auch ein etwas anderer Verein: "Wir sind nach 28 Jahren über einen etwas anderen Weg zurückgekehrt, und da ist es sicher nicht verkehrt, dass der Trainer mal etwas anders ist."

Arnold nimmt Team in die Pflicht

Arnold glaubt weiterhin, dass nicht viel zum ersten Pflichtspielsieg seit April fehlt und nimmt nun die Mannschaft in die Pflicht.

"Nach dem 34. Spieltag wird man wissen, ob die Qualität für die Bundesliga gereicht hat", sagte der Manager:

"Jeder Einzelne muss sicherstellen, dass er alles für den Verein tut, und wir müssen weiter an uns glauben."

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