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Michael Tarnat wechselte 2004 von Manchester City zu Hannover 96 © getty

96 muss an mehreren Schwächen arbeiten, um nicht in den Abstiegsstrudel zu geraten. Michael Tarnat fordert mehr Konzentration.

Von Mathias Frohnapfel

München - Hannover 96 treibt ein gefährliches Spiel.

Nach jeder Auswärtspleite zeigten die Niedersachsen in diesem Jahr eine furiose Leistung in der AWD-Arena.

Beispiel gefällig? Auf die Niederlage gegen Cottbus folgte ein feurig erkämpftes 3:3 gegen Stuttgart und nach dem 2:3 gegen Gladbach besiegte man zu Hause Bayer Leverkusen 1:0.

Unter dem Strich bleibt eine desaströse Auswärtsleistung. Und die Gefahr, dass man sich im Abstiegskampf zu sehr auf die Heimstärke verlässt.

"Müssen auswärts punkten"

Routinier Michael Tarnat (Porträt) ist sich der Problematik bestens bewusst.

"In elf Auswärtsspielen haben wir erst einen Punkt geholt, da müssen wir dran arbeiten, dass wir jetzt auswärts punkten, sonst wird es ziemlich schwierig", sagte er im Gespräch mit Sport1.de.

Die 1:5-Niederlage gegen den FC Bayern nervt Tarnat. Zumal nun mit Dortmund (Sa., ab 15.30 Uhr LIVE), Hoffenheim und Werder schwere Brocken auf dem Tableau des Tabellen-13. stehen. Immerhin: Auf den Abstiegskampf sind die 96ern mittlerweile eingestellt.

Die Situation ist thematisiert

"Wir haben schon früh genug darüber gesprochen, wie schwer die Saison für uns werden könnte", erklärt Tarnat.

Noch zu Saisonbeginn schielte Hannover ? verstärkt mit Jan Schlaudraff (Bayern), Mikael Forssell (Birmingham) und Mario Eggimann (Karlsruhe) - auf die internationalen Rängen. Das ist längst vorbei. Die Erinnerung daran kommt manch einem an der Leine vor wie ein abgeschmackter Karnevalsartikel, den man im Frühjahrsputz wiederentdeckt.

Hannover (Vereinsseite) will unbedingt den Fehler vermeiden, nicht den Schalter auf Klassenkampf umlegen zu können. So wie es bereits im Vorjahr dem 1. FC Nürnberg ergangen ist, der als Pokalsieger ? trotz vorhandener spielerischer Klasse ? auf einmal sich eine Etage wiederfand.

Tarnat fordert Leistungen wie gegen Leverkusen

Es gehe jetzt nur noch darum, solch ein bitteres Ende zu verhindern, mahnt Tarnat. "Das weiß jeder Spieler und das muss jeder Spieler verinnerlichen."

Der 39-Jährige will seiner Mannschaft unbedingt dabei helfen.

Auf die Rolle als Leitwolf möchte er sich jedoch nicht reduzieren lassen. "Was heißt Routine? Ich muss meine Leistung bringen. Wir müssen schauen, dass wir als Mannschaft kompakt auftreten, so wie wir es gegen Leverkusen gezeigt haben. Wenn uns das gelingt, ist mir auch nicht bange."

Schon 46 Gegentreffer

Dabei gelingt es den Niedersachsen im Moment überhaupt nicht, über mehrere Spiele hinweg mit Kontinuität aufzuwarten. Mit 46 Gegentreffern (zur Tabelle) halten sie zudem aktuell eine negative Liga-Bestmarke.

Nach der Abfuhr in München klagte etwa Abwehrspieler Christian Schulz: "Wir waren zu naiv: Da muss man mit Haut und Haaren dranbleiben".

Bei den Münchner Toren sah die gesamte Defensive, inklusive Nationalkeeper Robert Enke, nicht gut aus. Insgesamt klingelte es bei 96 in dieser Saison bereits 17-mal nach Standards.

Enke unzufrieden

Enke murrte: "Mich ärgert, dass wir überhaupt diese Freistöße gegen uns zugelassen haben."

Für Tarnat steht fest, dass das Team an den Standards arbeiten muss.

Auf die Problematik, warum auswärts eine Art Fluch über Hannover zu liegen scheint, reagiert er auch ratlos.

"Vor zwei Jahren waren wir eine der auswärtsstärksten Mannschaften der Liga. Wir fragen uns, woran das liegt, dass wir da nicht anknüpfen können."

Zumindest bis zum nächsten Samstag muss sich Tarnat darüber keine Gedanken machen. Gegen Dortmund dürfen die Niedersachsen zu Hause auf Punkte und Besserung hoffen.

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