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Clemens Tönnies stellt sich nach der Beurlaubung von Andreas Müller den Fragen © getty

Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies äußerst sich im Sport1-Interview zu möglichen Nachfolger des beurlaubten Müller.

Von Christian Stüwe

München - Andreas Müller will um seinen Manager-Posten kämpfen, doch bei Schalke 04 läuft die Nachfolger-Suche bereits auf Hochtouren. (Müller will kämpfen - wer wird Nachfolger? )

Wie Sport1.de erfuhr, will der Verein spätestens in einem Monat den neuen Mann vorstellen.

Dabei schließt die Vereinsspitze im Moment praktisch keinen der gehandelten Top-Kandidaten aus.

Als Favorit gilt demnach Oliver Bierhoff, auch mit dem Thema Oliver Kahn wollen sich die Schalker beschäftigen. Beide verwiesen zwar darauf, dass sie momentan mit ihren anderen Aufgaben ausgelastet sind.

Eine konkrete Absage gab es aber weder von Bierhoff ("Schalke ist eine reizvolle Aufgabe") noch von Kahn ("Ich will das Ganze nicht bewerten").

Beckenbauer: Reizvolle Aufgabe

Auch Franz Beckenbauer hält den Managerposten der Königsblauen für eine hochinteressante Aufgabe. "Einer, der diesen Position kriegt, dem kann man nur gratulieren", sagte er dem DSF.

"Das ist natürlich eine reizvolle Position, das ist ganz klar. Schalke ist einer der führenden Klubs in Deutschland und dort eine solche Funktion ausüben zu dürfen, das ist sicherlich eine sehr große Herausforderung. Aber da muss man die Schalker und auch den Oliver Kahn fragen, wenn das denn so ist."

Gut möglich also, dass es sich Bierhoff und Kahn bei einer Kontaktaufnahme der Schalker anders überlegen würden.

Sein Interesse signalisiert hat dagegen "Eurofighter" Marc Wilmots: "Ich bin offen für alles." Mit dem Belgier wurde aber noch nicht gesprochen.

Wie geht es also weiter auf Schalke? Sport1.de sprach darüber exklusiv mit dem mächtigen S04-Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies.

Sport1: Andreas Müller ist nach 21 Jahren auf Schalke beurlaubt worden. Hat Ihnen die Entscheidung weh getan?

Clemens Tönnies: Das war bestimmt kein schöner Tag für mich. Wir haben alle miteinander mit Andreas eine gute Zeit gehabt. Er hat gute Arbeit abgeliefert. Aber in der letzten Zeit hat ihn irgendwie das Glück verlassen, er hat nicht die richtigen Entscheidungen getroffen. Aber insgesamt kann man nicht sagen, dass Andreas Müllers Bilanz schlecht war. Aber wir haben einfach die Zukunft mit ihm nicht mehr gesehen.

Sport1: Nach der Beurlaubung Müllers haben Präsident Josef Schnusenberg, Geschäftsführer Peter Peters und Trainer Fred Rutten die sportlichen Leitung übernommen. Wie sieht das im Alltag aus?

Tönnies: Schalke ist sehr stabil und ordentlich organisiert. Jeder macht seine Arbeit und übernimmt den Part des anderen mit. Das ist gut aufgeteilt.

Sport1: Wäre diese Arbeitsteilung auch eine Lösung für ein längere Zeit?

Tönnies: Das ist eine Übergangslösung, bis wir einen geeigneten Nachfolger für Andreas Müller gefunden haben.

Sport1: Welches Profil muss der Nachfolger Müllers mitbringen?

Tönnies: Wir haben das Anforderungsprofil konkret festgelegt. Im Detail möchte ich da gar nicht drauf eingehen. Wir werden den aussuchen, den wir für geeignet halten.

Sport1: Können Sie von den vielen Namen, die gehandelt werden, jemand ausschließen? Etwa Oliver Kahn?

Tönnies: Er ist ein guter Typ, ein guter Junge.

Sport1: Auch der Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff ist im Gespräch?

Tönnies: Man könnte jetzt die ganze Kandidatenkür rauf und runter gehen. Die Personen, die Sie genannt haben, halte ich beide für Fachleute ? aber das heißt nicht, dass sie es werden.

Sport1: Sie haben gesagt, dass das von Müller vorgestellte Konzept nicht hundertprozentig überzeugt hätte. Welches Konzept muss der Nachfolger präsentieren?

Tönnies: Wir wollen attraktiven Fußball spielen und wir wollen den Nachwuchs weiter fördern. Wir wollen oben mitspielen und international spielen. Das muss das Konzept des Nachfolgers bringen.

Sport1: Wann ist mit der Präsentation des Müller-Nachfolgers zu rechnen?

Tönnies: Ich habe uns ausreichend Zeit gegeben. Und die werden wir auch brauchen und nutzen, um den geeigneten Nachfolger zu finden. Wenn es länger dauert, dauert es eben länger. Wir sind gut aufgestellt.

Sport1: Für Kevin Kuranyi soll ein Angebot von Lokomotive Moskau vorliegen. Ist er unverkäuflich oder tut sich da etwas?

Tönnies: Ich unterstütze die Auffassung des Vorstands, dass Kevin Kuranyi absolut nicht zum Verkauf steht. Ich sehe überhaupt kaum einen Spieler bei uns, den wir verkaufen wollten oder könnten. Ich denke, dass wir jetzt alle miteinander Gas geben müssen und zusehen, dass wir etwas erreichen. Damit wir noch nach oben aufschließen, die Chancen haben wir. Da denkt der Vorstand zurecht nicht über den Verkauf eines Spielers nach.

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