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Dennis Eilhoff hat bislang 25 Bundesligaspiele für Bielefeld absolviert © imago

Bielefelds Torhüter Dennis Eilhoff hat sich in den Blickpunkt gespielt. Bei Sport1.de spricht er über seine Perspektiven.

Von Martin van de Flierdt

München - Vor der Saison war Dennis Eilhoff (Spielerporträt) nur Anhängern von Arminia Bielefeld oder der TuS Koblenz, für die er leihweise zwei Spielzeiten das Tor hütete, ein Begriff.

Mit einer bärenstarken Hinrunde hat sich der Schlussmann der Ostwestfalen allerdings zügig einen Namen in der Bundesliga gemacht. "Es hat nicht jeder damit gerechnet, dass ich in meiner ersten Erstligasaison eine durchaus passable Leistung abliefere", sagt der 26-Jährige.

Im Sport1.de-Interview spricht Eilhoff über die derzeitige Lage der abstiegsbedrohten Bielefelder (Teamseite), ihre Abhängigkeit von Torjäger Artur Wichniarek, und das wichtige Spiel in Karlsruhe (Sa, ab 15 Uhr LIVE). Dazu erläutert er die Beweggründe für seine Vertragsverlängerung und zeigt seine weiteren Perspektiven auf.

Sport1.de: Herr Eilhoff, Arminia hat von letzten neun Spielen nur eines gewonnen. Wie bewerten Sie die aktuelle Lage?

Dennis Eilhoff: Man kann sie natürlich so negativ sehen. Wir haben in dieser Zeit aber auch nur zwei Spiele verloren. Es stimmt schon, dass die vielen Unentschieden uns im Abstiegskampf nicht so richtig weiterhelfen. Aber was der eine oder andere Punkt für uns wert ist, werden wir sehen, wenn wir am letzten Spieltag auf die Tabelle schauen (Ergebnisse und Tabelle).

Sport1.de: Das derzeitige Punktesammeln nach Eichhörnchenmethode ist demnach für Sie nicht unbefriedigend?

Eilhoff: Es waren zuletzt sicher Spiele dabei, wo mehr als nur ein Punkt für uns hätte herausspringen können. Aber wir hätten mit etwas mehr Pech zum Beispiel zuletzt in Bochum auch verlieren können. Wir müssen im Moment mit diesen vereinzelten Punkten leben. Aber wir brauchen wieder mal einen Dreier, um uns zu befreien und von den unteren Plätzen etwas abzusetzen.

Sport1.de: Gegen Mannschaften, die das Spiel machen, tut sich Arminia deutlich leichter als gegen direkte Mitkonkurrenten im Abstiegskampf wie Frankfurt oder Bochum. Woran liegt?s?

Eilhoff: Frankfurt stand extrem hinten drin und hat nur auf Konter gespielt. Die Eintracht hat nichts für das Spiel getan. Das macht die Sache nicht einfach. Am Samstag in Karlsruhe wird das anders sein.

Sport1.de: Inwiefern?

Eilhoff: Die Karlsruher müssen und werden das Spiel machen. Die müssen einfach gewinnen, sie sind ja Tabellenletzter und spielen zu Hause. Das wird eine Partie, die uns entgegen kommt. Es ist eines dieser Sechs-Punkte-Spiele, in denen müssen wir punkten müssen, wenn wir am Ende der Saison über dem Strich stehen wollen (Der Tabellenrechner).

Sport1.de: In der Offensive ist Arminia dabei allerdings wesentlich auf Artur Wichniarek angewiesen. Ist diese Abhängigkeit ein Problem?

Eilhoff: Wir wissen alle, wie wichtig Artur für uns ist. Er selbst weiß es auch. Wir haben aber neben ihm noch genug Spieler, die das Potenzial haben, für uns die nötigen Tore zu schießen. Ob das jetzt Daniel Halfar ist oder Chris Katongo, der gegen Köln gezeigt hat, dass er vorausahnt, wohin die Bälle kommen. Das Ding verwertet so auch nicht jeder Stürmer der abstiegsgefährdeten Teams. Egal, ob Artur oder ein anderer die Tore macht, es wird am Ende reichen, um die Klasse zu halten (Die Bundesliga-Torjäger).

Sport1.de: In der Abwehr droht Andre Mijatovic in Karlsruhe auszufallen. Wie schwer wöge das?

Eilhoff: Er hat ja leider schon die komplette Hinrunde gefehlt. Andre ist für uns genauso wichtig wie Artur. Er ist der Turm in der Schlacht, der die Kopfbälle hinten wegräumt und auch mit den Außenverteidigern Markus Schuler und Michael Lamey gut harmoniert.

Sport1.de: Sie selbst haben sich ebenfalls zu einem Leistungsträger entwickelt. Wie fällt ihr bisheriges persönliches Saisonfazit aus?

Eilhoff: Es hat nicht jeder damit gerechnet, dass ich in meiner ersten Erstligasaison eine durchaus passable Leistung abliefere. Nach nicht ganz so souveränen Spielen am Anfang habe ich mich ganz gut reingefunden. Ich kann der Mannschaft helfen, die Klasse zu halten.

Sport1.de: Trotz anderer Angebote haben Sie im Februar Ihren Vertrag in Bielefeld bis 2011 verlängert. Warum?

Eilhoff: Weil ich der Überzeugung bin, dass es für mich im Moment die richtige Entscheidung ist. Nach erst einer guten Halbserie in der Bundesliga war die Zeit noch nicht gekommen, um nach Größerem oder Höherem zu streben. In Bielefeld arbeite ich seit 1997 mit Torwarttrainer Thomas Schlieck zusammen, dort kann ich mich gut weiterentwickeln.

Sport1.de: Heißt das, 2011 ist die Zeit reif für eine neue Herausforderung?

Eilhoff: Nicht zwangsläufig. Mein persönliches Ziel ist es erst einmal, dieses Niveau zu halten oder sogar zu verbessern. Mit 26 bin ich als Torhüter noch längst nicht ausgereift. Darüber hinaus mache ich mir noch keine Gedanken.

Sport1.de: Ihre Hinrunde war so von überragenden Spielen durchsetzt, dass Sie in die Nähe der Nationalmannschaft gerückt wurden. Ist das mittelfristig ein Ziel?

Eilhoff: Ich weiß meine Leistung realistisch einzuschätzen und bin keiner, der abhebt oder auf solche Meldungen offensiv reagiert. Es ist die Boulevardpresse, die einen in den Kreis der Nationalmannschaft schreibt. Aber natürlich ist die DFB-Auswahl als Ziel im Hinterkopf. Wenn man keine Ziele hat, hätte man als Fußballer den falschen Beruf. Mein kurzfristiges Ziel ist es aber, mit Bielefeld die Liga zu halten. Da sind wir auf einem guten Weg.

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