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Wolfsburger Matchwinner mit drei Toren: Der Brasilianer Grafite © getty

Wolfsburgs dreifacher Vollstrecker verschärft die königsblaue Krise noch mehr. Der VfL dagegen ist endgültig Meisterschaftskandidat.

Wolfsburg - Auch nach der Trennung von Manager Andreas Müller hat Schalke 04 einen weiteren sportlichen Rückschlag erlitten und steht weiterhin vor turbulenten Tagen in der Bundesliga.

Durch die 3:4 (1:2)-Niederlage beim vor heimischem Publikum seit rund elf Monaten ungeschlagenen VfL Wolfsburg verlieren die Gelsenkirchener die Qualifikation für das internationale Geschäft zunehmend aus den Augen.

Der VfL, dem mit dem sechsten Sieg in Serie ein Vereinsrekord gelang, schob sich dank des Erfolges nach einem Dreierpack von Grafite (Porträt) zumindest bis zum Samstagnachmittag auf den zweiten Tabellenplatz mit einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Hertha BSC Berlin.

Paukenschlag durch Westermann

"Man hat gesehen, dass wir kein Titelkandidat sind. Wenn man 3:1 und 4:2 führt, darf man nicht mehr in Schwierigkeiten kommen", bilanzierte "Wölfe"-Coach Felix Magath nach Abpfiff und übte sich in bekanntem Understatement.

"Bei Schalke ist etwas Unruhe. Das hat wohl auch die Mannschaft erreicht."

Schalkes Trainer Fred Rutten lobte unterdessen die Wolfsburger: "Der VfL hatte eine super Chancenverwertung. Wenn man auswärts drei Tore macht, bringt man normalerweise etwas mit."

Paukenschlag durch Westermann

Vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Wolfsburger Arena konnten sich die Gastgeber wieder einmal auf ihr Sturmduo Grafite und Edin Dzeko verlassen.

Nachdem Heiko Westermann Schalke in der neunten Minute in Führung gebracht hatte, glich zunächst Grafite per Foulelfmeter aus (25.).

Dzeko, der in den letzten sechs Spielen nun achtmal erfolgreich war, gelang noch vor dem Seitenwechsel das 2:1 (44.), bevor erneut Grafite zum 3:1 traf (74.).

Magath: "Sind kein Titelkandidat"

Jermaine Jones verkürzte noch einmal für die Schalker (76.), doch der überragende Grafite stellte den alten Abstand wieder her (84.).

Der Brasilianer stand bei seinem 17. Tor in seinem 15. Saisoneinsatz allerdings im Abseits.

Kevin Kuranyi brachte die Gäste in der Nachspielzeit noch einmal heran (90.+1).

Schober statt Neuer

Die Schalker, die den erkrankten Schlussmann Manuel Neuer kurzfristig durch Mathias Schober ersetzen mussten, fanden ungeachtet der Unruhe im Umfeld besser in die Partie.

Nach schönem Zuspiel von Jones ließ die VfL-Hintermannschaft Westermann zu viel Platz, und der Nationalspieler traf mit einem wuchtigen Schuss aus halbrechter Position.

Auch in der Folgezeit erkämpften sich die Gelsenkirchener zunächst ein leichtes optisches Übergewicht, bis die Wolfsburger nach rund 20 Minuten zunehmend stärker wurden.

Unnötiger Strafstoß

Nachdem Dzeko noch aus spitzem Winkel an Schober gescheitert war (23.), resultierte der Ausgleich aus einem Foulelfmeter.

In der Folge eines Zweikampfs zwischen Mladen Krstajic und Grafite, bei dem der VfL-Torjäger zu Fall gekommen war, zeigte Schiedsrichter Peter Sippel (München) auf den Punkt.

Grafite ließ sich diese Chance nicht entgehen und verhalf seiner Mannschaft durch das 1:1 zu mehr Sicherheit.

Schlimme Abwehrfehler

Folgerichtig kamen die nun deutlich stärkeren Platzherren noch vor dem Seitenwechsel zur Führung.

Allerdings halfen die Schalker durch haarsträubende Zuordnungsprobleme in der Hintermannschaft unfreiwillig mit.

Nach einer Flanke von Grafite kam Dzeko völlig ungehindert zum Abschluss und beförderte den Ball zu seinem 13. Saisontreffer am chancenlosen Schober vorbei über die Linie.

"Der VfL hatte eine super Chancenverwertung", lobte Schalke-Coach Fred Rutten den Gegner, haderte aber dennoch: "Wenn man auswärts drei Tore macht, bringt man normalerweise etwas mit."

VfL verpasst Vorentscheidung

Zu Beginn des zweiten Durchgangs musste S04-Trainer den angeschlagenen Torschützen Westermann durch Danny Latza ersetzen.

Den größeren Schwung brachten aber die Wolfsburger mit aus der Kabine - und hätten die Partie frühzeitig entscheiden können. Schalke hielt mit einem Freistoß von Jefferson Farfan dagegen, den VfL-Keeper Diego Benaglio gerade noch parierte (51.).

Bei den Gastgebern wussten vor allem Grafite und Zvejzdan Misimovic zu überzeugen. Im Schalker Trikot waren Jones und der bemühte Flügelstürmer Vicente Sanchez noch die Besten.

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