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Grandioser Freistoß: Diego schießt Werder nach 34 Minuten mit 1:0 in Front © getty

Der überragende spielende Brasilianer führt Bremen zum ersten Sieg nach sieben Spielen. Der VfB hat nichts entgegenzusetzen.

Bremen - Diego genoss seine Gala in vollen Zügen, Markus Babbel war nach seiner ersten Bundesliga-Niederlage stinksauer.

Der alles überragende Brasilianer beendete mit Werder Bremen die Erfolgsserie des Teamchefs des VfB Stuttgart und sorgte endlich wieder für einen Bundesliga-Festtag an der Weser.

"Das war ein Spektakel für die Fans, ein wunderbares Spiel", sagte Diego nach dem verdienten 4:0 (1:0)-Erfolg über die Schwaben und dem ersten Rückrundensieg.

Babbels Serie gerissen

Für den VfB, der nun vier Punkte hinter einem Europapokalplatz zurückliegt, ging eine Serie von neun Begegnungen ohne Niederlage in der Bundesliga zu Ende.

"Wir sind überhaupt nicht ins Spiel reingekommen, haben unheimlich schlampig gespielt und viel zu wenig Aufwand betrieben", erklärte der verärgerte Babbel, der am 23. November 2008 als Nachfolger des entlassenen Armin Veh zum Teamchef befördert worden war: "Das war viel zu wenig, deshalb geht der Sieg auch in dieser Höhe voll in Ordnung."

Manager Horst Heldt wurde sogar noch deutlicher: "Ich bin stinksauer. Die Mannschaft hat arrogant und überheblich gespielt. Der Gesamteindruck war eine einzige Enttäuschung."

Sehenswerter Freistoß

Vor 39.272 Zuschauern legte Diego mit einem sehenswerten Freistoßtor in der 34. Minute den Grundstein zum Dreier für das bislang schlechteste Rückrundenteam, das nur den zehnten Platz belegt.

Die Stuttgarter protestierten heftig und warfen dem Brasilianer vor, den Freistoß mit einer Schwalbe provoziert zu haben.

Torhüter Jens Lehmann geriet in der Pause sogar mit Diego im Kabinengang aneinander. "Er soll Bälle halten und nicht rumlamentieren", sagte der Brasilianer: "Ich bin gefoult worden, und der Schiedsrichter hat gepfiffen."

Umstrittener Pizarro trifft

Das 2:0 für die Hanseaten erzielte mit seinem zwölften Saisontreffer der wegen dubioser finanzieller Transaktionen in seiner peruanischen Heimat in die Schlagzeilen geratene Claudio Pizarro in der 53. Minute. (Zwei Jahre Sperre für Pizarro?)

"Wichtig ist, dass er uns auf dem Platz hilft. Und das macht er", meinte Diego, der die Vorwürfe gegen seinen Teamkollegen nicht kommentieren wollte.

Hitzlsperger selbstkritisch

Sechs Minuten später verwertete der Markus Rosenberg einen geschickten Pass Diegos zum 3:0, ehe der Schwede in der 74. Minute auch für den Endstand für die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf sorgte.

"Das war nicht gut genug", bemängelte VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger: "Wir sind aufgetreten, als hätten wir vor zwei Tagen noch gespielt. Dabei sind die Bremer noch im Europapokal und nicht wir. Wir haben den Vorteil unserer besseren Physis nicht ausgespielt."

Bremen zeigt "wahres Potenzial"

Werder-Sportdirektor Klaus Allofs trauerte dem schlechten Rückrundenstart nach: "Entscheidend zurückgeworfen hat uns, dass wir nur einen Punkt aus den ersten drei Spielen geholt haben."

Jetzt habe die Mannschaft "ihr wahres Potenzial gezeigt, leider hat sie das in dieser Saison nicht oft genug getan. Wenn sie es getan hätte, würden wir weiter oben stehen".

Schleppender Start

Die Platzherren mussten auf ihre etatmäßige Innenverteidigung mit Naldo (Rotsperre) und Nationalspieler Per Mertesacker (Grippe) verzichten und suchten daher ihr Heil von Beginn an in der Offensive.

Doch drei Tage nach dem 1:0-Sieg im UEFA-Pokal gegen Frankreichs Rekordmeister AS St. Etienne fehlte es den Hanseaten zunächst an geistiger Frische, die Aktionen war zu schablonenhaft.

Für Aufregung sorgte nur Verteidiger Sebastian Boenisch, der in der 13. Minute mit einer verunglückten Rückgabe beinahe ein Eigentor erzielt hätte.

Gomez nicht in Form

Die Stuttgarter wirkten ebenfalls lange zu passiv und bemühten sich erst mehr um Offensivdruck, als sie bereits klar im Rückstand lagen.

Doch auch in der letzten halben Stunde geriet das Tor der Norddeutschen nur selten wirklich in Gefahr, was auch an der schwachen Tagesform von Nationalstürmer Mario Gomez lag.

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