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Felix Magath trainiert seit dem Sommer 2007 den VfL Wolfsburg © getty

Felix Magath will Königsblau schlagen und auf Platz zwei marschieren. Dabei wird spekuliert, ob nicht Magath auch ein Mann für Schalke wäre.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Gegneranalyse ist gewöhnlich ein Steckenpferd für Felix Magath.

Detailgenau seziert der Wolfsburger Trainer im Vorfeld Stärken und Schwächen des Kontrahenten und weiß auch um die psychologische Verfassung auf der Gegenseite.

Vorm Gastspiel des FC Schalke 04 in der Volkswagen Arena (ab 20 Uhr LIVE) ist das diesmal anders.

"Nachdem bei Schalke der Manager freigestellt wurde, ist der Gegner schwer einzuschätzen", sagte Magath. "Die Geschichte hat bestimmt Einfluss auf die Mannschaft - man weiß nur nicht, welchen?"

Magath ein Mann für Schalke?

Bei den Knappen, aktuell auf Platz acht, rumort es gewaltig. Trainer Fred Rutten soll gar mit seinem Rücktritt gedroht haben (zum Artikel: Wollte Rutten hinschmeißen?).

Ganz nebenbei ist nach dem Aus für S04-Manager Andreas Müller der Wolfsburger Coach selbst zum Spekulationsobjekt geworden.

Wäre Magath (Porträt) nicht der ideale Nachfolger auf Schalke, raunen die Medien. Beim VfL führt er bereits in Personalunion als Trainer, Geschäftsführer und Sportdirektor das Kommando, hat also beste Erfahrungen vorzuweisen.

Schalkes Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies antwortete der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" auf die Spekulation: "Bei uns werden so viele Persönlichkeiten ins Spiel gebracht." Und: "Wir fühlen uns natürlich geehrt, dass solch ein Mann mit uns in Verbindung gebracht wird."

Wer möchte, kann daraus mehr als nur ein Kompliment an Magaths Arbeit in Wolfsburg ableiten.

"Wölfe" mit zwei glänzenden Serien

Als Trainer wollten die Schalker Magath bereits einmal haben. Damals coachte der Disziplin-Verfechter allerdings noch den VfB Stuttgart.

Am Freitag will er sich beim "Vorspielen" gegen Schalke mit seinen Wolfsburgern auf Tabellenplatz zwei vorschieben (zur Tabelle) und zugleich eine beachtliche Serie ausbauen. Zum Einen sind die "Wölfe" mit 16 Punkten bislang das beste Rückrundenteam, zum Anderen markieren sie auch in der Heimtabelle die Ligaspitze.

In der Vorsaison rutschte der VfL dank einer formidablen Rückrunde noch in den UEFA-Cup. Jetzt brilliert das Team erneut nach der Winterpause.

Gentner sieht Vorbereitung als Trumpf

Mittelfeld-Spieler Christian Gentner sagte Sport1.de dazu: "Wir hatten wieder eine gute, intensive Vorbereitung. Wir haben auch kaum Verletzte. Das spricht auch für die gute Vorbereitung, das Training und die medizinische Abteilung, die sehr gut aufgestellt ist. Dies führt alles dazu, am Ende den Gegnern vielleicht einen Schritt voraus zu sein."

Das Saisonziel, ein Platz unter den Top fünf, wollen sie in Niedersachsen derweil nicht nach oben korrigieren.

Die Argumentation dahinter ist laut Gentner, dass man sich "nicht unnötig Druck machen will."

Hitzfeld: "Magath weiß, wie's geht"

Die Experten sind weit weniger zurückhaltend, wenn sie auf die Vorzüge der gut organisierten und abwehrstarken Wolfsburger Mannschaft (zur Vereinsseite) zu sprechen kommen.

Der Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld sagte im "kicker" über den Tabellenvierten ohne Umschweife: "Wolfsburg halte ich für sehr gefährlich." Der Vorteil im Meisterrennen: "Felix Magath weiß, wie's geht."

Kaum zu bremsen, ist im Moment vor allem Stürmer Edin Dzeko. (Porträt) Der 22-Jährige traf zuletzt in der Bundesliga so zuverlässig wie kaum ein anderer Bundesliga-Stürmer.

In den vergangenen fünf Spielen war Dzeko in Folge erfolgreich, erzielte insgesamt sieben Treffer. Auch gegen Schalke könnte er wieder zum Gespenst für die gegnerische Abwehr werden.

Wolfsburg kann vorlegen

Weltmeister Andrea Barzagli beschreibt den Mitspieler gegenüber Sport1.de so: "Er hat sich Monat für Monat verbessert. Edin ist im Begriff, ein Angreifer von großer Qualität zu werden. Er arbeitet für die Mannschaft und trifft zudem."

Mit einem Dreier würde der VfL zudem bis auf einen Punkt an Spitzenreiter Hertha BSC Berlin heranrücken. Noch ein Grund mehr für Magath, seinen Wohlfühlposten in der VW-Stadt nicht zu verlassen.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Wolfsburg: Benaglio - Pekarik, Simunek, Barzagli, Schäfer - Josue - Dejagah (Riether), Gentner - Misimovic - Grafite, Dzeko

Schalke: Neuer - Rafinha, Höwedes, Krstajic, Kobiaschwili - Jones - Westermann, Rakitic - Farfan, Kuranyi, Sanchez

Schiedsrichter: Sippel (München)

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