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Thomas Müller (l.) bereitete gegen Sporting ein Tor vor und erzielte eines selbst © imago

Bayerns Offensiv-Talent Thomas Müller bekommt Lob von allen Seiten. Aber die Nachwuchshoffnung hat noch eine große Schwäche.

Von Martin Hoffmann

München - Für gewöhnlich ist es ein Allerweltsname - nicht jedoch in dem Beruf und bei dem Verein.

Wer Thomas Müller heißt, auf der Stürmerposition und beim FC Bayern spielt, muss von Beginn an mit einem Vergleich leben, dem man eigentlich nicht standhalten kann.

Dem Vergleich mit Gerd Müller, dem 365-Tore-Mann und der Sturmlegende schlechthin.

Am Dienstag hat sich der 19-jährige Namensvetter (DATENCENTER: Spielerporträt) mit seinem starken Champions-League-Debüt gegen Lissabon (zum Spielbericht) erstmals ins Rampenlicht gespielt.

Aber nicht erst seit dem mit einem Tor gekrönten Joker-Auftritt sieht es aus, als wächst in der Nachwuchshoffnung Thomas Müller einer würdiger Bomber-Lehrling heran.

"Eiskalt vorm Tor"

Dafür bürgt kein Geringerer als Gerd Müller selbst, als Co-Trainer der Bayern-Reserve bestens mit den Qualitäten seines Namensvetters vertraut ist.

"Ich bin felsenfest überzeugt, dass er sich bei Bayern durchsetzen wird - falls er eine Chance bekommt", erklärt er in der "Bild". Thomas Müller könne "aus nix noch ein Tor" machen.

Nicht das einzige Lob, das sich der offensiv vielseitig einsetzbare und eigentlich im Mittelfeld beheimatete Müller gegen Lissabon verdient hat.

Auch Teamkollege Andreas Ottl schwärmt im Gespräch mit Sport1.de von Müllers Qualitäten: "Er ist ziemlich schnell, dann bringt er die Technik mit und er ist eiskalt vorm Tor."

Sein 7:1 in der 90. Minute sei zwar unter den Umständen "nicht mehr so schwierig" gewesen: "Aber er ist richtig gestanden, das zeichnet auch einen Stürmer aus." 79305(DIASHOW: Die Eigengewächse der Bayern)

Frühzeitig entdeckt

Es sind Qualitäten, auf die die Talentsucher des FCB frühzeitig aufmerksam wurden.

Gelernt hat Müller das Kicken beim TSV in seinem Heimatort Pähl, einem 2500-Seelen-Städtchen bei Weilheim in Oberbayern.

"Irgendwann haben andere Spieler und ich einfach gemerkt, dass ich nicht schlecht spiele", erinnert sich Müller an seine Anfänge.

Das fiel auch den Bayern-Spähern auf, die ihn bei einem E-Jugend-Turnier entdeckten.

Gerland kennt die Schwächen

Seit der D-Jugend durchlief Müller dann alle Nachwuchsteams des FCB, bestritt sieben U-16-Länderspiele und eines für die U 19, schoss in der A-Jugend zuletzt 18 Tore in 26 Spielen.

Im Sommer stieg Müller dann in die Drittliga-Mannschaft auf, zu Gerd Müller und dessen Chef, dem langjährigen Talentschmied Hermann Gerland.

Der "Tiger" hält Müller für ein "Juwel", aber er weist auch darauf hin, wo der Rohdiamant noch geschliffen werden muss.

"Er muss von der Bereitschaft her zulegen. Es fällt ihm alles sehr leicht, er muss noch lernen zu arbeiten", meint Gerland.

Frohe Botschaft auf der Abi-Feier

Besonders das Defensivverhalten, wo Müller häufig nicht dasselbe Engagement zeigt wie im Spiel nach vorn, gilt als die Achillesferse.

Müller ist seine große Schwachstelle bewusst: "Als Trainer würde ich mich auch tierisch über mich aufregen", erklärte er einmal in der "Süddeutschen Zeitung".

Jürgen Klinsmanns Ärger über das Talent hält sich aber bislang in Grenzen: Nicht umsonst lässt er Müller seit Sommer mit den Profis mittrainieren - die Nachricht sprach Klinsmann ihm damals auf die Mailbox, während Müller sein Abitur feierte.

Und im Februar bekam er auch einen Profivertrag bis 2011, nachdem zuvor auch Herbstmeister Hoffenheim bei Müller angeklopft hatte.

Gegen Bochum wieder im Kader

Klinsmann hatte dem Youngster von einem Wechsel abgeraten, ein Anzeichen, dass er mit Müller noch größere Pläne hat.

In der Liga kam er bisher nur zu einem Kurzeinsatz am ersten Spieltag gegen den HSV. Dabei wird es kaum bleiben, gerade jetzt, wo Klinsmann mit Landon Donovan eine Option im Sturm verloren hat und Luca Toni weiter verletzt ist.

Gegen Bochum am Samstag steht Müller deshalb im Kader. Es könnte dann also gut und gerne wieder "müllern".

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