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In der Hinrunde (hier Marko Marin, r., gegen Miso Brecko) siegten die Kölner 2:1 © getty

Vor dem Rhein-Derby werden Sicherheitszäune aufgestellt. Die Angst vor Ausschreitungen und "furchtbaren Erfahrungen" ist groß.

Köln - Höchste Alarmstufe vor dem 108. rheinischen Derby:

Wenn der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) aufeinandertreffen, ist nicht nur aufgrund der sportlichen Situation für Brisanz gesorgt.

Im "Hochsicherheitsspiel" werden erneut Krawalle zwischen den beiden verfeindeten Fanlagern befürchtet.

Seit gut einem Jahr ist die Atmosphäre zwischen den Gruppierungen vergiftet, nachdem Kölner Fans eine große Gladbach-Fahne geklaut und diese im Derby zerrissen hatten.

Beim darauffolgenden Wiedersehen in der Hinrunde wurden Kölner Fan-Busse mit Leuchtraketen beschossen. Für FC-Manager Michael Meier, der die Geschehnisse aus unmittelbarer Nähe mitbekam, eine "furchtbare Erfahrung".

Schutzzäune im Stadion

Damit es zu solchen Szenen nicht mehr kommt, wurden im Stadion, außer vor der Südtribüne, Schutzzäune hochgezogen.

Es herrscht Ausnahmezustand in der einstigen WM-Arena von Köln. Im Vorfeld des Spiels haben die Klubs zudem auf ihren Internetseiten Aufrufe zum Gewaltverzicht gestartet.

Keine großen Sprüche

Außerdem verzichteten die Verantwortlichen bewusst darauf, mit vollmundigen Sprüchen die Atmosphäre weiter anzuheizen. Brauchen sie auch nicht, dafür sorgt allein schon der Blick auf die Tabelle. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Insbesondere der Tabellenvorletzte aus Gladbach benötigt im Kampf um den Klassenerhalt dringend drei Punkte.

Bei den Geißböcken sieht es da schon rosiger aus. Mit 29 Zählern - 10 mehr als Gladbach - müsste sich der FC schon dumm anstellen, um noch in Abstiegsnöte zu geraten.

Meyer lobt die Kölner

Gladbachs Trainer Hans Meyer hat für den FC auch nur lobende Worte parat:

"Das zweite Jahr in der Zweiten Liga mit Christoph Daum hat der Mannschaft offensichtlich richtig gut getan, dort hat man etwas aufgebaut. Köln hat gute Transfers gemacht, die Mannschaft ist gefestigt, gut organisiert und taktisch hervorragend eingestellt. Der FC ist auf dem Weg, das Image einer Fahrstuhl-Mannschaft abzulegen."

Gute Kölner Aussichten

Die Aussichten auf einen Kölner Erfolg stehen, statistisch gesehen, nicht einmal schlecht. Zwar hat die Borussia schon 19-mal - so oft wie kein anderer Bundesligist - in der Domstadt gewonnen, aber seit das Müngersdorfer Stadion abgerissen wurde, scheint der Fluch gebannt.

Von den letzten sechs Duellen konnte die Borussia nur eines gewinnen. Im Hinspiel siegte der FC 2:1, danach musste Trainer Jos Luhukay in Gladbach seinen Stuhl räumen.

"Derbys sind die Festtage und es ist am Besten, wenn du sie gewinnst", sagt Kölns Trainer Christoph Daum, der mit einem Sieg gegen den Erzrivalen die Fans für die dürftigen Leistungen vor eigenem Publikum versöhnen will.

Schwache Heimbilanz des FC

Seit dem 7. November 2008 ist der FC ohne Heimsieg, mit neun Toren in elf Heimspielen wurden die eigenen Fans ohnehin nicht verwöhnt.

Da käme ein Sieg gegen die Borussia gerade recht. Der Rivale vom Niederrhein hat sich in den letzten Wochen allerdings gefangen.

Insbesondere der 4:1-Sieg gegen den Hamburger SV hat zusätzliches Selbstvertrauen gegeben. "Wir haben noch nichts erreicht. Wichtig ist, dass wir auch auswärts mal was holen", sagt "Fohlen"-Kapitän Filip Daems.

Personelle Fragezeichen

Personell gibt es unterdessen noch einige Fragezeichen.

Gladbachs Verteidiger Steve Gohouri (muskuläre Probleme) wird wohl ausfallen, auch der Einsatz von Rob Friend (Achillessehnenbeschwerden) ist fraglich. Der FC kann bis auf die Langzeitverletzten Ümit Özat und Pierre Wome in Bestbesetzung antreten.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Köln: Mondragon - Brecko, Geromel, Mohamad, Matip - Petit (Boateng), Pezzoni - Sanou, Vucicevic, Ehret (Chihi) - Novakovic

Gladbach: Bailly - Stalteri, Brouwers, Daems, Levels - Galasek, Bradley - Matmour, Baumjohann, Marin - Friend

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