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Maik Franz (l., mit Halil Altintop) bestritt bisher 128 Bundesligaspiele © getty

Im Abstiegskampf fehlt Kapitän Maik Franz dem Karlsruher SC verletzungsbedingt. Dennoch ist der Verteidiger optimistisch

Von Felix Götz

München - Der Kapitän des Karlsruher SC ist verletzt.

Ausgerechnet der extrem ehrgeizige und als Heißsporn bekannte Maik Franz (Porträt ) kann seiner Mannschaft im schweren Abstiegskampf nicht helfen.

Ein Achillessehnenverletzung, die schließlich operiert werden musste, zwingt den Innenverteidiger zum Zuschauen.

Obwohl seine Mannschaft besonders im Sturm große Probleme und seit vier Spielen kein Tor erzielt hat, ist Franz optimistisch für das Kellerduell gegen Arminia Bielefeld (Sa., 15 Uhr LIVE ) und den Klassenerhalt.

Im Sport1.de-Interview spricht er auch über Trainer Edmund Becker und seine schwierige Zuschauerrolle.

Sport1: Maik Franz, Sie sind seit einiger Zeit verletzt. Wie geht es ihnen und wann stehen Sie wieder auf dem Platz?

Maik Franz: Es sieht sehr gut aus. Es geht stetig voran. Wenn alles gut geht, dann kann ich in fünf bis sechs Wochen wieder spielen.

Sport1: Ist es doppelt bitter für Sie, wenn es beim KSC nicht läuft und Sie nicht helfen können?

Franz: Auf alle Fälle. Ich bin ja immer voll dabei. Und wenn man dann in dieser sportlichen Situation zuschauen muss, dann tut das weh. Aber letztendlich kann ich es nicht ändern. Ich hoffe jetzt, dass ich schnell fit werde und dann meinen Teil dazu beitragen kann, dass wir es doch noch schaffen.

Sport1: Inwiefern können Sie der Mannschaft von außen helfen?

Franz: Ich habe natürlich schon Kontakt zur Mannschaft, zum Trainer und auch zum Manager. Aber wenn man selbst nicht auf dem Platz steht, dann muss man sich verbal ein wenig zurücknehmen. Weil es natürlich nicht so ist, dass wir wenn ich spielen würde, automatisch gewinnen würden. Aber ich versuche einzugreifen und Tipps zu geben.

Sport1: Der KSC ist Tabellenletzter, hat die wenigsten Treffer erzielt und hat bereits vier Punkte Rückstand aufs rettende Ufer. Warum schafft es Karlsruhe trotzdem, die Klasse zu halten?

Franz: Weil die Tabellensituation täuscht. Wir waren bisher in vielen Spielen gleichwertig, konnten aber die Treffer in den entscheidenden Momenten nicht erzielen. In der Mannschaft stimmt es. Jeder hat Respekt vor dem anderen. Wir versuchen weiter hart zu arbeiten und uns weiter zu entwickeln. Ich glaube, dass die Ruhe, die im Verein herrscht, sich auszahlen wird. Wir müssen jetzt unsere Heimspiele gewinnen. Wenn wir gegen Bielefeld gewinnen und die anderen für uns spielen, dann ist es vielleicht nur noch ein Punkt. Wir haben es noch selbst in der Hand.

Sport1: Von außen gibt es aber Unruhe. Trainer Edmund Becker ist zuletzt heftig in die Kritik geraten. Stimmt die Chemie zwischen ihm und der Mannschaft?

Franz: Auf jeden Fall. Wenn es sportlich nicht so läuft, dann gibt es immer Leute und Spieler die unzufrieden sind. Wir selbst haben uns das ja auch anders vorgestellt. Aber wir arbeiten mit dem Trainer daran, dass es wieder besser wird. Ich stehe absolut zum Trainer - und die Mannschaft auch. Man muss auch realistisch bleiben. Der KSC kann es sich eben nicht erlauben, Spieler für zwei oder drei Millionen Euro zu verpflichten. Wir sind der finanzschwächste Verein in der Liga. Von daher wussten wir, dass es in dieser Saison schwierig wird.

Sport1: Es fehlt besonders ein "Knipser". Glauben sie, dass der Kader falsch zusammengestellt wurde?

Franz: Man musste Prioritäten setzen. Es musste ein Ersatz für Tamasz Hajnal und Mario Eggimann her. Man musste also erst die Baustellen abarbeiten, die durch die Abgänge entstanden sind. Und dann muss man eben sehen, wie viel noch übrig blieb. Die Knipser suchen nicht nur wir, sondern auch zehn andere Mannschaften. Der finanzielle Rahmen ist bei uns eben begrenzt. Da müssen wir jetzt das Beste draus machen.

Sport1: Jetzt folgen absolute Schlüsselspiele für den KSC. Sind in den nächsten beiden Heimspielen gegen Bielefeld und Gladbach bereits sechs Punkte Pflicht?

Franz: Wir müssen jetzt jedes Heimspiel gewinnen. Egal gegen wen, mit allen Mitteln. Das wird zwar schwer, aber wenn wir das schaffen, dann bleiben wir sicher in der Liga. Ich bin davon überzeugt, dass wir gegen Bielefeld gewinnen.

Sport1: Dazwischen spielt der KSC auswärts bei den Bayern. Rechnen Sie sich auch da Chancen aus?

Franz: Da gewinnen wir mindestens 3:0 (lacht). Aber im Ernst: Bayern wird das einfachste Spiel, weil da sowieso keiner etwas von uns erwartet. In München zu punkten ist natürlich extrem schwer. Aber vielleicht holen wir ja gerade deshalb einen Punkt.

Sport1: Seit vier Spielen hat der KSC kein Tor erzielt und nur einen Punkt geholt. Wie impft man der Mannschaft genug Selbstvertrauen ein, um gegen Bielefeld zu bestehen?

Franz: Wir müssen im Training üben, üben, üben, Dann wird das Toreschießen auch im Spiel gelingen. Natürlich ist es nicht einfach, aber der Trainer wird das schon regeln und wir werden alles daran setzen, die nötigen Tore zu erzielen.

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