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Schock in Karlsruhe: Ümit Özat wird nach seinem Zusammenbruch vom Feld getragen © getty

Nach seinem Zusammenbruch in Karlsruhe kämpft der Kölner Kapitän lange um die Fortsetzung seiner Karriere. Nun muss er aufgeben.

Köln - Ümit Özat (Portrait) wischte sich ein ums andere Mal die Tränen aus den Augen und verkündete schließlich die lange befürchtete Schicksalsmeldung.

Aus gesundheitlichen Gründen und auf ärztlichen Rat muss der Kapitän des 1. FC Köln seine Profi-Karriere mit sofortiger Wirkung beenden.

"Ich glaube an Schicksal. Meine Karriere ist vorbei. Das ist natürlich sehr traurig, besonders in meinem jungen Alter. Aber ich danke Gott, dass ich gesund bin", sagte der 32-Jährige am Samstag auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz.

Ärzte raten von Leistungssport ab

Die Herzmuskelentzündung, die seinen Zusammenbruch auf dem Spielfeld am 29. August im Gastspiel beim Karlsruher SC (2:0) auslöste, gilt zwar als geheilt.

Da sich jedoch kleine Narben gebildet haben und diese ein Herd zur Bildung erneuter Herzrhythmusstörungen sind, rieten ihm die Ärzte davon ab, künftig noch Leistungssport auszuüben. Im alltäglichen Leben sei Ümit aber nicht akut gefährdet.

Odyssee durch drei Kliniken

Der ärztliche Rat ist das Ergebniss einer Odyssee durch mehrere Kliniken in Hannover, Siegburg und sogar in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio, die der Türke im vergangenen halben Jahr absolvieren musste.

Das Derby des FC gegen Borussia Mönchengladbach verfolgt Ümit am Samstag gemeinsam mit Manager Michael Meier von der Südtribüne des Kölner WM-Stadions aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) Und auch künftig soll er fest beim rheinischen Traditionsklub verankert sein.

"Freue mich auf die zweite Karriere"

"Ich bedanke mich bei allen Fans und Verantwortlichen. Es war eine große Ehre für mich, erster türkischer Kapitän beim FC zu sein", sagte der 41-malige Nationalspieler, der bei den Kölnern noch einen Vertrag bis 2010 hatte, und verkündete:

"Jetzt freue ich mich auf meine zweite Karriere, die auch mit Fußball zu tun haben wird."

Job beim FC und Abschiedsspiel

Diese will und soll er beim FC starten. Sein Rücktritt sei für den Verein "ein trauriges Ereignis", sagte Manager Meier:

"Wir haben ihn als einen tollen Menschen kennengelernt, als einen Kämpfer, als einen tollen Typen. Er ist einer von uns geworden und er soll auch einer von uns bleiben. Wir sind stolz, dass wir ihn weiter an uns binden können und werden ihn bei seiner Trainerlaufbahn begleiten."

Mit anderen Worten: Ümit wird in den Trainerstab des FC eingebunden und möglicherweise eine Jugendmannschaft übernehmen.

Desweiteren wird der WM-Dritte von 2002 ein Abschiedsspiel in Köln erhalten. Dieses ist jedoch noch nicht terminiert.

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