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Geromel im Zweikampf mit Gladbachs Friend (r.) © getty

Gegen den 1. FC Köln schießt sich das Team von Trainer Hans Meyer aus der Abstiegszone. Michael Bradley gelingt ein Doppelpack.

Köln - Borussia Mönchengladbach hat mit einem Sieg beim Erzrivalen 1. FC Köln erstmals nach mehr als drei Monaten wieder die direkten Abstiegsplätze verlassen.

Die Elf von Trainer Hans Meyer kam im 108. rheinischen Derby zu einem verdienten 4:2 (2 0)-Triumph in der Domstadt und und erwies sich einmal mehr als Angstgegner für den FC.

Mit dem 20. Bundesliga-Auswärtssieg in Köln kletterte der fünfmalige deutsche Meister mit nun 22 Punkten zumindest bis Sonntag auf Relegationsplatz 16.

Der FC (29), der seit dem 7. November 2008 auf einen Heimsieg wartet, muss sich allmählich wieder Sorgen machen.

"Wir müssen jetzt schnellstmöglich den Ernst der Lage erkennen", sagte Kölns Trainer Christoph Daum.

Doppelpack von Bradley

Vor 50.000 Zuschauern im zum siebten Mal in dieser Saison ausverkauften RheinEnergrieStadion machten Michael Bradley (25.), Karim Matmour (44.), Rob Friend (67.) und Michael Bradley (87. /Foulelfmeter) den dritten Gladbacher Sieg aus den letzten vier Partien perfekt.

Für die Kölner verkürzte zweimal Miso Brecko (64. und 82.).

"Wir haben zunächst viel Druck entwickelt und zum größten Teil das Spiel in die gegnerische Hälfte verlagert. Dann sind wir von Gladbach ausgekontert worden", analysierte Daum.

Rauchbombe vor Anpfiff

Auf den Rängen herrschte unterdessen im "Hochsicherheitsspiel" die befürchtet giftige Atmosphäre zwischen den verfeindeten Fanlagern.

Die Polizei war mit Hundertschaften angerückt, Zwischenfälle blieben aber nicht aus. Noch vor dem Anpfiff ging im Gladbacher Block die erste Rauchbombe hoch.

Marin sorgt für Wirbel

Die Borussia knüpfte dabei nahtlos an den 4:1-Erfolg gegen den Titelaspiranten Hamburger SV vor Wochenfrist an.

Sicher in Defensive und mit schnell vorgetragenen Kontern imponierten die Gäste vor allem in der ersten Halbzeit.

Der FC wirkte dagegen ideenlos und machte sich mit vielen technischen und taktischen Fehlern das Leben selbst schwer. Insbesondere Gladbachs Nationalspieler Marko Marin sorgte für viel Wirbel über die Außenbahn und stellte die FC-Abwehr bis zu seiner Auswechslung vor viele Probleme.

Matmour trifft zum 2:0

Der Dribbelkünstler war es denn auch, der den Gladbacher Führungstreffer vorbereitete. Nachdem er Miso Brecko überlaufen hatte, legte Marin für Bradley auf, der aus zwei Metern nur noch einschieben musste.

Nachdem Rob Friend anschließend bei einem Kopfball nur das Außennetz traf (34.), war es Matmour, der auf Zuspiel von Alexander Baumjohann den FC-Keeper Faryd Mondragon umkurvte und zum 2:0 einschob.

"Köln hat uns zunächst hinten reingedrängt, da war das 1:0 Balsam auf die Wunde", sagte Gladbachs Coach Hans Meyer. "Danach haben wir zum richtigen Zeitpunkt das 2:0 gemacht."

FC in Halbzeit zwei stärker

In der zweiten Halbzeit präsentierte sich der FC ein wenig stärker und hatte bei einem Pfostenschuss von Kevin Pezzoni zunächst Pech (54.).

Wenig später war es dann aber Brecko, der mit einem abgefälschten Schuss vom rechten Strafraumeck traf.

Gladbach antwortete aber eiskalt. Eine sehenswerte Kombination über Baumjohann und Paul Stalteri verwertete Friend zum 3:1.

Ümit beendet Karriere

Vor der Partie nahm unterdessen der Türke Ümit Özat Abschied von den Kölner Fans.

Der Außenverteidiger muss seine Karriere aufgrund einer Herzmuskelentzündung beenden.

"Ich glaube an Schicksal. Meine Karriere ist vorbei. Ich bin sehr traurig, aber ich danke Gott, dass ich gesund bin", sagte Ümit, der zusammen mit FC-Manager Michael Meier das Spiel auf der Südtribüne verfolgte.

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