Ralf Rangnick wirft seinen Hoffenheimern Arroganz vor. Die Team-Reaktion zeigt, das er nicht Unrecht hat. Gladbach macht's besser.

Als Herbstmeister ging 1899 Hoffenheim in die Rückrunde und startete mit einem Sieg ins Jahr 2009.

Doch seit dem 2:0 gegen Cottbus gelang der Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick kein "Dreier" mehr. Auswärts wartet Hoffenheim sogar schon seit Ende November auf einen Sieg.

Von Krise zu sprechen, wäre übertrieben. Schließlich hat der Aufsteiger nur eins seiner letzten acht Spiele verloren. Darüber zu spekulieren, wie viele Partien in der Rückrunde Hoffenheim mit Vedad Ibisevic gewonnen hätte, ist ebenso müßig.

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Doch eins ist klar: Der am Kreuzband operierte Torjäger kann nicht gleichwertig ersetzt werden. Ein Demba Ba trifft nicht jede Woche dreimal wie beim 3:3 in Stuttgart.

Dass es in Frankfurt wieder nur zu einem Unentschieden reichte, lag nach Rangnicks Meinung am überheblichen Auftreten seines Teams. Mittelfeldspieler Tobias Weis konterte und meinte, falsche Trainingssteuerung könne ein Grund dafür sein, dass die Kraichgauer erneut am Ende nicht viel zuzusetzen hatten.

Doch anstatt gegen den Trainer zu schießen, wäre Selbstkritik angebracht gewesen. Wer den Fehler nur bei anderen sucht, macht es sich zu einfach. Wenn es spielerisch nicht so läuft, sind andere Qualitäten gefragt.

Mit dem Vorwurf der Arroganz wollte Rangnick seine Profis in die Pflicht nehmen. Nur das scheinen eben nicht alle zu kapieren.

Anders in Mönchengladbach: Dort haben offensichtlich alle Spieler verstanden, was ihr Coach will. Mit Hans Meyers Konter-Taktik steht die Borussia in der Rückrundentabelle auf Platz vier - sechs Plätze vor Mit-Aufsteiger Hoffenheim.

Mit elf Punkten aus den letzten sieben Spielen und zwei Siegen in Folge haben die Gladbacher erstmals seit dem 15. Spieltag die direkten Abstiegsränge verlassen. Ob es am Ende zum Klassenerhalt reicht, weiß keiner.

Doch jeder weiß, dass ohne Kampf und unbedingten Siegeswillen im Fußball nichts zu holen ist. Das gilt für Herbstmeister und Jung-Nationalspieler ebenso wie für Abstiegskandidaten.

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