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Als Spieler wurde Hoeneß 1972 Europa- und 1974 Weltmeister © getty

In Zeiten von Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit hofft der Bayern-Manager auf eine Zusatzabgabe der TV-Zuschauer.

München - Manager Uli Hoeneß von Bayern München kann sich eine zusätzliche Abgabe der deutschen Fernseh-Zuschauer vorstellen, damit die Klubs der Bundesliga ihren Abstand zur finanzkräftigeren Konkurrenz in Europa verringern können.

"Meine große Hoffnung ist", sagte Hoeneß der "Wirtschaftswoche", "dass die Leute irgendwann bereit sind, zwei Euro im Monat für Fußball zu bezahlen."

Bei rund 37 Millionen Haushalten in Deutschland entspräche dies rund 75 Millionen Euro im Monat oder 900 Millionen Euro im Jahr. (KOMMENTAR - der Sport1.de-Einwurf: Ein Traum für jeden Fußball-Manager)

Die gebührenfinanzierte ARD-Sportschau zahlt derzeit rund 100 Millionen Euro im Jahr für die Rechte an der Bundesliga.

Mit der zusätzlichen Abgabe wären die beiden öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF in der Lage, alle Fußball-Rechte zu kaufen, glaubt Hoeneß.

Die derzeitige Differenz der Bundesliga-Klubs zu den Topklubs in England, Spanien und Italien wird nach Ansicht von Hoeneß "auf Dauer dazu führen, dass der deutsche Fußball enorme Schwierigkeiten bekommt, international mitzuhalten und irgendwann noch einmal die Champions League zu gewinnen".

Europäische Konkurrenten nehmen laut Hoeneß drei- bis viermal mehr TV-Geld ein als der FC Bayern.

Einnahmendifferenzen zu Europas Topklubs

Europas Topklubs "erhalten aus der TV-Vermarktung der nationalen Ligen jeweils zwischen 80 und 130 Millionen Euro", sagte Hoeneß.

Der FC Bayern verdiene insgesamt nur 50 Millionen im Jahr aus TV-Rechten, davon stammten 30 Millionen aus der Bundesliga.

Bei 100 Millionen Euro im Jahr, ergänzte Hoeneß, "würde ich unseren Fans glatt den Champions-League-Sieg in Aussicht stellen".

"Wetten, dass...?" und Fußball

Mehr öffentlich-rechtliches Fernsehgeld hält Hoeneß auch für durchaus gerechtfertigt: "Welche Sendung außer 'Wetten, dass ...?' erreicht denn vergleichbare Zuschauerzahlen wie Fußball?"

Zugleich hielt der Bayern-Manager Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, sie habe dem Fußball nicht geholfen, als das Bundeskartellamt im Vorjahr den bereits ausgehandelten neuen TV-Vertrag kippte.

Den Anhängern des FC Bayern stellte Hoeneß darüber hinaus eine Senkung der Eintrittspreise in Aussicht, sollte die Wirtschaftskrise weiter anhalten und sich sogar noch verschärfen.

Eintrittspreise könnten sinken

"Wenn es wirklich schlimmer wird und die Arbeitslosigkeit extrem zunimmt, werden wir über die Eintrittspreise nachdenken und sie der jeweiligen Situation anpassen", sagte er.

Hoeneß geht davon aus, dass der deutsche Rekordmeister auch in dieser Saison wieder schwarze Zahlen schreiben wird.

"Wie hoch die sein werden, hängt nach dem Aus im DFB-Pokal vor allem davon ab, wie weit wir in der Champions League kommen. Erreichen wir das Halb- oder gar das Finale, machen wir einen ordentlichen Gewinn."

In der Champions League steht der FC Bayern vorerst im Viertelfinale.(Bayern mit Rekordsieg im Viertelfinale)

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