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Rudi Völler wurde als Spieler mit der DFB-Elf 1990 Weltmeister © imago

Im DSF-Doppelpass äußerst sich Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler zu dem schwachen Ergebnissen von Bayer Leverkusen.

München - In den letzten Jahren war es immer dasselbe.

Bayer Leverkusen startet wie die Feuerwehr in die Liga, begeistert mit tollem Offensivfußball und bricht schließlich ein.

Auch in diesem Jahr scheint sich die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadio um die Früchte der eigenen Arbeit zu bringen. Nach den Niederlage gegen Hertha (Hertha pendelt Richtung Titel ) und zuvor drei sieglosen Partien steht Bayer nur noch auf Rang sieben der Tabelle.

Im DSF-Doppelpass bezeichnete Sportdirektor Rudi Völler dies als "kleine Ergebniskrise". Er glaubt aber dennoch, dass sich die Mannschaft für den UEFA-Cup qualifizieren kann.

Völler äußert sich auch zur Kritik von Bundestrainer Jogi Löw an der Bundesliga und verteidigt den deutschen Fußball (Völler verteidigt Liga gegen Löw).

Völler im DSF-Doppelpass über...

?die aktuelle Formschwäche der Leverkusener:

"Wir haben eine kleine Ergebniskrise, aber es ist noch nichts entschieden. Das liegt aber nicht, wie kürzlich von Rene Adler kritisiert, an der läuferischen und kämpferischen Einstellung der Mannschaft."

"Wir sind auch gestern gegen Berlin wieder gelaufen wie die Hasen. Ein Tick fehlt, um aus unserer guten Mannschaft eine sehr gute zu machen. Daran versuchen wir zu arbeiten. Wir haben aber sicherlich die Qualität, immer noch die Kurve zu kriegen, und uns für den UEFA-Cup zu qualifizieren."

?über die Ansprüche an die Bayer-Truppe für den Saisonendspurt:

"Wir stellen uns der Kritik. Wir haben bisher zu wenige Punkte eingefahren. Das wir oft trotz der größeren Spielanteile verloren haben, zählt da einfach nicht. Wir haben es ja schon anders gezeigt. So verkehrt kann unsere Arbeit bisher nicht gewesen sein."

"Es muss jetzt einfach noch ein bisschen mehr kommen. Es reicht nicht wenn wir gelobt werden, eine gute junge Mannschaft zu haben, die spielerisch stark auftritt. Wir bleiben unserer Linie treu, aber müssen auch schon fürs kommende Wochenende über Veränderungen nachdenken, um jetzt einfach wieder zu punkten. Wir müssen das einfach erzwingen, wie es beispielsweise Mannschaften wie Wolfsburg oder Hertha vormachen, die ihre Spiele auch oft ohne große Dominanz gewinnen."

?zur Reservistenrolle von Toni Kroos:

"Das er gestern, trotz der Verletzung von Vidal nicht von Anfang an spielen durfte, hatte taktische Gründe. Wir haben auswärts in Berlin gespielt, wo wir nicht zu offensiv auftreten und ins offene Messer laufen wollten. Wir haben ihn ja bis 2010 aufgeliehen."

"Er war jetzt längere Zeit verletzt und hat in den letzten Wochen schon viel mehr Einsatzzeit gehabt, als zuletzt bei den Bayern. Ich glaube, dass er für uns vor allem im nächsten Jahr noch sehr wertvoll werden wird."

?zur Kritik von Bundestrainer Jogi Löw an der Bundesliga:

"Ich hab ein gutes Verhältnis zu Jogi Löw. Trotzdem muss ich ihm in diesem Punkt deutlich widersprechen. Ich finde wir machen das in der Verhältnismäßigkeit zu den Ligen in England, Spanien und auch Italien, die finanziell ganz andere Möglichkeiten haben, viel besser, als es in der Außendarstellung vom deutschen Fußball rüberkommt."

"Natürlich können wir mit den vier englischen Top-Clubs, die im Viertelfinale der Championsleague stehen nicht mithalten. Dort wird vielleicht auch etwas schneller gespielt, als bei uns in der Bundesliga. Aber diese globale Aussage, dass in England bei allen 20 Teams die Spiele besser und schneller sind als bei uns, dass stimmt einfach nicht. Es ist nach wie vor eine Frage des Geldes."

"Wir hatten zum Beispiel in Leverkusen mit Berbatov einen Weltklassestürmer. Der spielt jetzt in England beim Manchester United, wo er das meiste Geld verdienen kann. Trotzdem können wir meiner Meinung im internationalen Vergleich mithalten, wir machen uns in Deutschland nur immer selbst schlechter als wir sind."

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