Uli Hoeneß hat die Lösung für alle Geldsorgen: Die GEZ-Zahler sollen die Bundesliga-Klubs auf europäisches Spitzenniveau trimmen.

Rundfunkgebühren. Natürlich zahl' ich.

So lautet der Spruch in der Kampagne der GEZ, der Gebühreneinzugszentrale. Ein einträgliches und krisensicheres Geschäftsmodell mit dem die öffentlich-rechtlichen Sender pro Jahr sieben Milliarden Euro reinholen.

Ob zwei Euro mehr oder weniger - das dürfte doch nicht so das Problem sein, oder? Für den Fußball in Deutschland wäre es der große Befreiungsschlag.

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Das denkt sich jedenfalls Uli Hoeneß, wenn er in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche" davon träumt, dass jeder der 37 Millionen TV-Haushalte auf die GEZ-Gebühren pro Monat noch mal zwei Euro oben drauf legte. Als weitere Zwangsabgabe sozusagen. Und ARD und ZDF müssten dann die TV-Rechte für 900 Millionen erwerben, lässt Hoeneß schon mal im Gedanken die Kasse klingeln.

Dadurch würden die Klubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga dreimal so hohe Einnahmen haben, meint Hoeneß, der sagt: "Das wäre mein Traum."

Fantastisch, oder? Und so einfach.

So sehr Uli Hoeneß die Situation auch nerven mag, dass die anderen Top-Klubs in Europa dank höherer TV-Einnahmen Wettbewerbsvorteile haben und aus seiner Sicht obendrein auch noch unseriös wirtschaften: Dieser Vorschlag ist einfach nur dreist.

"Ich werde doch auch monatlich abkassiert, obwohl ich nur Nachrichten, Sport und politische Diskussionen anschaue", entgegnet Hoeneß in dem Interview auf den Einwand, dass Fußball-Desinteressierte mitzahlen müssten.

Und hier liegt der Hund begraben. Das ganze ist natürlich nur aus der Fußballer-Sicht gedacht. Zudem macht Hoeneß den unzulässigen Umkehrschluss: Wenn die Zuschauer für Telenovelas, Tiere im Zoo und Köche in TV-Studios mitzahlen müssen, dann kann man ihnen auch noch andere Dinge zumuten.

Aber wo soll das anfangen und wo soll das aufhören? Ein Fass ohne Boden, für die, die von der GEZ zur Kasse gebeten werden, wenn da weitere Interessengruppen mit ähnlichen Vorschlägen kämen.

"Abkassiert", sagt Hoeneß. Das ist es. Zwangsabgabe. Die GEZ erledigt das, was das Pay-TV in Deutschland für den Fußball nicht hinbekommt. Denn gegen die GEZ kann sich ja sowieso keiner wehren.

Das wäre in der Tat ein Traum für jeden Fußball-Manager.

Rundfunkgebühren. Natürlich müssten wir zahlen, Herr Hoeneß.

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