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... dann kassiert Rensing fünf Gegentore im Schlüsselspiel gegen den Titelkonkurrenten und späteren Meister VfL Wolfsburg
In der Hinrunde besiegten die Bayern mit Rensing (r., mit Grafite) Wolfsburg mit 4:2 © getty

Die Hertha ist zehn Spieltage vor Schluss auf Meisterkurs. Im Meistercheck beleuchtet Sport1.de die Chancen der einzelnen Kandidaten.

Von Christian Stüwe

München - Noch zehn Spieltage sind in der Bundesliga zu spielen, 30 Punkte zu vergeben, die heiße Phase im Meisterschaftskampf hat begonnen.

Auch wenn sich Hertha BSC ein kleines Punkte-Polster (49) herausgespielt hat, ist die Entscheidung spannend wie lange nicht mehr.

Mit Bayern, Wolfsburg und dem Hamburger SV liegen gleich drei Teams mit 45 Punkten in Verfolgerposition (Ergebnisse und Tabelle).

Lediglich sechs Zähler trennen die Berliner von Hoffenheim auf Rang fünf, so dass sich auch der Herbstmeister noch Hoffnungen machen darf, die Schale am 23. Mai in den Himmel recken zu dürfen.

Bayern bläst zur Aufholjagd

Doch die Vorraussetzungen bei den Titelkandidaten sind sehr unterschiedlich, genauso wie das Restprogramm.

Während in der Hauptstadt die Brust immer breiter wird, macht sich der FC Bayern München zur Aufholjagd bereit.

"Ich traue Hertha den Titel nur zu, weil ich die Mängel bei den anderen Mannschaften sehe", meint zwar FCB-Präsident Franz Beckenbauer.

Dagegen kündigt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge an: "Wir werden den Druck in den nächsten Wochen erhöhen. Wir müssen den Berlinern zeigen, dass der bayrische Atem immer näher kommt."

In Wolfsburg wird weiterhin tiefgestapelt, während der sensationelle Aufsteiger aus Hoffenheim erstmals mit einer kleinen Krise zu kämpfen hat.

Sport1.de beleuchtet die Situation bei den Titelaspiranten und macht den Meistercheck.

Hertha BSC

Bei der Hertha klappt im Moment einfach alles. Ein Beispiel ist der Sigetreffer von Andrej Voronin gegen Leverkusen. Rene Adlers Abpraller springt dem Ukrainer an die Brust und von da ins Tor - ein deutlicheres Indiz für einen Lauf kann es kaum geben (Voronins Schulter, Herthas Glück).

Manager Dieter Hoeneß und Trainer Lucien Favre geben bereits den Tanzbären und Kapitän Arne Friedrich erklärt: "Ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass wir Deutscher Meister werden können. Noch nie war es so einfach."

Die Hertha hat es mit vier Punkten Vorsprung selbst in der Hand. "Es sind noch zehn Spiele. Davon müssen wir sechs gewinnen. Dann sind wir Meister", sagt Joe Simunic.

Allerdings hat die Hertha nur noch vier Heim- und sechs Auswärtsspiele. Und durchaus schwierige Gegner wie Hoffenheim, Werder, Hamburg oder Schalke vor der Brust.

Bayern München

Alljährlich startet der Rekordmeister als haushoher Favorit, in dieser Spielzeit schien der Titel mit dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann ein Selbstgänger.

Doch die Bayern strauchelten in der Liga und schieden im DFB-Pokal gegen Leverkusen aus.

Doch danach Hannover mit 5:1 geschlagen, Sporting Lissabon im Champions-League-Achtelfinale mit 5:0 und 7:1 (Bayern mit Rekordsieg im Viertelfinale) aus dem Wettbewerb getreten und am Samstag der VfL Bochum mit 3:0 abgefertigt.

"Es war ein eindrucksvolles Comeback", stellte Rummenigge fest. Dem ist nicht viel hinzu zufügen. Vier Punkte fehlen zur Hertha, das Torverhältnis ist deutlich besser.

Empfindlich getrübt wird das wiedergewonne Selbstbewusstsein allerdings durch den Ausfall von Miroslav Klose. (Klose unters Messer)

VfL Wolfsburg

Wolfsburg ist der große Underdog, ebenso unterschätzt wie gefährlich. Großen Anteil daran hat Trainer Felix Magath, der schon jetzt Meister ist - im Tiefstapeln.

"Wir sind kein Titelkandidat. Ich glaube nicht, dass es für uns reicht, bis zum Saisonende da oben zu bleiben", erklärte Magath nach dem 4:3-Sieg gegen Schalke.

Dabei stehen sechs Siege in Folge für die "Wölfe" zu Buche, die letzten zehn Heimspiele wurden gewonnen, die Mannschaft ist das beste Rückrundenteam.

Zudem müssen in Bayern und Hoffenheim noch zwei direkte Konkurrenten in Wolfsburg ran

Trotzdem gibt Magath als Ziel weiter einen UEFA-Cup-Platz aus: "Wir haben eine sehr junge Mannschaft und sind für den Titelkampf einfach noch zu grün." (Toni Schumacher lobt das "Modell Magath")

Wer allerdings die Stürmer Grafite und Edin Dzeko wirbeln sieht, dürfte die Aussagen des Trainerfuchs anzweifeln.

Hamburger SV:

Der HSV hat ebenfalls einen Trainerfuchs auf der Bank und eine top besetze Mannschaft auf dem Platz, aber auch die Unbeständigkeit gepachtet.

Nach dem Pflichtsieg gegen Energie Cottbus sind die Hamburger oben dran. Doch die beiden Niederlagen zuvor verhindern eine noch bessere Platzierung.

Auch das Torverhältnis spricht ganz klar gegen den Traditionsklub. Die magere Bilanz von plus zwei Treffern (37:35) könnte gegenüber Bayern (52:31) und Wolfsburg (50:31) das entscheidende Handicap werden.

1899 Hoffenheim:

In der Hinrunde mischte der Aufsteiger die Liga auf, am Ende stand die Herbstmeisterschaft. Vor allem Vedad Ibisevic stand mit seinen 18 Treffern für das Hoffenheimer Fußballwunder.

Doch genau so wie Ibisevics Kreuzband ist die Erfolgsserie der Badener gerissen.

Seit sechs Spielen wartet 1899 auf einen Sieg, die letzten vier Spiele endeten unentschieden. Die bedingungslose Offensive ist ins Stocken geraten. Als Folge leidet die lange Zeit so gute Stimmung.

"Ich bin zum ersten Mal richtig enttäuscht von meinen Jungs", sagte Rangnick nach dem 1:1 in Frankfurt: Unser Auftreten in der zweiten Halbzeit hatte etwas mit Überheblichkeit zu tun."

Sport1.de-Prognose:

Die Hertha ist auf Meisterkurs, muss allerdings der Rechnung von Simunic zu Folge noch mindestens zwei Auswärtsspiele gewinnen, um den Titel zu erringen.

Sollten die Hauptstädter hierbei patzen, stehen Bayern und Wolfsburg als erste Jäger parat. Diese drei Teams werden die Meisterschaft unter sich ausmachen. (Der Tabellenrechner)

Der HSV muss die Unbeständigkeit ablegen, um noch mitzumischen. Das schlechte Torverhältnis lässt sich jedoch nicht mehr korrigieren.

Hoffenheim geht auf der Zielgerade die Puste aus.

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