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Cristian Zaccardo stand schon 17 mal für Italien auf dem Platz © imago

Im Sport1-Interview erklärt Cristian Zaccardo, warum der Wechsel von Italien zum VfL Wolfsburg die richtige Entscheidung war.

Von Johannes Fischer

München - Mit italienischer Defensivkunst will der VfL Wolfsburg seine ambitionierten Ziele in dieser Saison verwirklichen.

Andrea Barzagli und Cristian Zaccardo, zwei Weltmeister der "Squadra Azzurra" von 2006, folgten dem Ruf von Felix Magath ? was in Italien mit Unverständnis kommentiert wurde.

Im Interview mit Sport1.de verrät Cristian Zaccardo, warum ihm der Schritt nach Wolfsburg nicht schwer fiel. "Das Projekt des Klubs, sich in der Spitze etablieren zu wollen, hat mir die Unterschrift leicht gemacht."

Bei seinem Bundesligadebüt gegen den 1. FC Köln wurde Zaccardo nach der ersten Hälfte ausgewechselt ? dennoch setzt Magath weiter auf den Neuzugang.

Sport1: Welchen Eindruck haben Sie bislang von Ihrem neuen Team?

Cristian Zaccardo: Bislang läuft alles tadellos. Ich bin gleich gut in die Gruppe integriert worden und habe ein gutes Verhältnis zu meinen Teamkameraden. Ein wenig traurig bin ich, dass Marcelinho weggegangen ist.

Sport1: Was trauen Sie Ihrem neuen Team in dieser Saison zu?

Zaccardo: In der vergangenen Spielzeit wurde Wolfsburg Fünfter. Ich hoffe, dass wir diesen Platz verbessern können - auch wenn es schwer sein dürfte. Die meisten Bundesligateams kenne ich persönlich noch nicht, bin aber zuversichtlich, dass wir in den Top Five landen werden.

Sport1: Dann wären die Champions-League-Plätze greifbar...

Zaccardo: Ja, das wäre natürlich schön. Wir werden alles versuchen, in der Tabelle möglichst weit oben zu landen.

Sport1: Wer ist Ihr Favorit für den Titelgewinn in der Bundesliga?

Zaccardo: Ganz klar, die Bayern.

Sport1: Haben Sie schon Unterschiede zu einer italienischen Mannschaft ausmachen können - gerade was die Trainingsarbeit betrifft?

Zaccardo: Der größte Unterschied ist, dass in Italien wesentlich mehr Zeit für die Taktik und die Defensivarbeit draufgeht. Das ist in Deutschland anders, hier stehen andere Schwerpunkte auf dem Programm.

Sport1: Wie kommen Sie bislang mit Felix Magath zurecht, dessen Trainingseinheiten in der Bundesliga berüchtigt sind?

Zaccardo: Das stimmt, er lässt viel und hart trainieren. Dies bedeutet aber, dass wir während der langen Spielzeit keinen Leistungsabfall bekommen werden. Deswegen hoffe ich, dass wir besser werden, je länger die Saison andauert.

Sport1: Glauben Sie, dass in Zukunft noch mehr italienische Spieler in die Bundesliga wechseln werden?

Zaccardo: Das kann gut sein. Luca Toni hat sicherlich den Weg dafür geebnet. Durch seinen Wechsel zum FC Bayern ist die Bundesliga mittlerweile auch in Italien viel interessanter geworden. Wenn nun auch Andrea Barzagli und ich einschlagen, werden sicherlich bald noch mehr italienische Spieler in der Bundesliga zu sehen sein.

Sport1: In Italien ist Ihr Wechsel zum VfL Wolfsburg, der dort noch relativ unbekannt ist, teilweise mit Unverständnis kommentiert worden. Was entgegnen Sie den Skeptikern?

Zaccardo: Ich habe vier Jahre in Palermo gespielt und es wurde Zeit für einen Wechsel. Als das Angebot aus Wolfsburg, kam, habe ich nicht lange gezögert. Bei den Verhandlungen habe ich schnell gemerkt, dass Magath mir eine große Wertschätzung entgegen bringt. Und auch das Projekt des Klubs, sich in der Spitze etablieren zu wollen, hat mir die Unterschrift leicht gemacht.

Sport1: Mit Andrea Barzagli und Diego Benaglio haben Sie zwei italienisch sprechende Mannschaftskameraden im Team. Inwieweit ist das für Sie persönlich wichtig?

Zaccardo: Das ist natürlich gut für mich, sonst hätte ich niemanden, mit dem ich mich richtig unterhalten könnte. Deutsch ist eine schwere Sprache. Dennoch will ich es möglichst schnell lernen, weil das auch fürs Team wichtig ist.

Sport1: In der Nationalmannschaft hat Sie Donadoni zuletzt links liegen lassen. Haben Sie sich gefreut, als feststand, dass Lippi wieder die "Squadra Azzurra" übernimmt?

Zaccardo: Ja, das kommt mir entgegen. Mit Sicherheit werde ich unter Lippi größere Möglichkeiten haben, zu spielen. Wir schätzen uns gegenseitig, und wenn ich in Wolfsburg gut spiele, spricht nichts dagegen, dass Lippi mich in die Nationalelf beruft.

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