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Felix Magath trainierte bereits u.a. Bayern, Stuttgart, Nürnberg und Frankfurt © getty

Bordon tritt als Kapitän zurück, Trainer Rutten bleibt ein Wackelkandidat. Felix Magath dementiert entsprechende Gerüchte nicht.

Von Mathias Frohnapfel

München - Bei Schalke 04 kehrt keine Ruhe ein.

Am Dienstag folgte der nächste Paukenschlag: Marcelo Bordon trat als Kapitän zurück.

Hintergrund dürfte die jüngste Verbannung des Brasilianers auf die Ersatzbank durch Trainer Fred Rutten sein.

Fraglich, ob der massiv in der Kritik stehende Niederländer so seine wackelnde Position stärken kann.

Für viele gilt es als ausgemacht, dass spätestens zur nächsten Saison ein neuer Coach kommen wird.

Am liebsten einen neuen sportlichen Alleinherrscher

Und da nach der Trennung von Andreas Müller auch ein neuer Manager gesucht wird, liegt die Vermutung nahe, dass die Königsblauen am liebsten einen sportlichen Alleinherrscher installieren würden.

Vorbild wäre Felix Magath beim VfL Wolfsburg - und möglicherweise auch der ideale Kandidat.

Und Magath tut alles andere, als diese im Raum stehenden Gerüchte aus der Welt zu schaffen.

Auf die Frage, ob Schalke mit ihm gesprochen habe, sagte er bei "Premiere": "Ich kann alle Telefonate annehmen. Vielleicht war da ja was Entscheidendes dabei."

"Das ist kein Nein"

Auf Nachfrage bestätigte er: "Das ist kein Nein."

Und die Königsblauen lassen sich ebenfalls auf das Thema ein.

Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies sagte vergangene Woche vieldeutig: "Wir fühlen uns natürlich geehrt, dass solch ein Mann mit uns in Verbindung gebracht wird."

Schon zuvor hatte er Sport1.de auf die Frage nach den vielen genannten Manager-Kandidaten erklärt: "Ich kann niemanden ausschließen."

Schon im Sommer 2003 kurz vor der Unterschrift auf Schalke

Interessant in diesem Zusammenhang: Schon im Sommer 2003 verhandelte Magath mit Schalke und stand kurz vor der Vertragsunterschrift, ehe er dann doch beim VfB Stuttgart blieb und im Jahr danach zum FC Bayern ging.

Seit 2007 lebt er nun in Wolfsburg praktisch im Fußball-Paradies: Beim VfL kann er als Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer schalten und walten, wie er will.

"Felix macht einen guten Job in Wolfsburg. Es ist ja auch relativ viel Geld investiert worden", lobte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den Disziplin-Fanatiker in der "tz".

Sogar die Meisterschaft erscheint nach dem 4:3 am letzten Spieltag gegen die Schalker durchaus realistisch für die "Wölfe" - auch wenn Magath davon weiter nichts wissen will.

"Natürlich würden wir gerne Meister werden, aber wir müssen sehen, dass uns für ganz oben wohl noch ein bisschen was fehlt", meint er, was aber eine solche Zielsetzung für die Zukunft keinesfalls ausschließt.

Künstlicher Hügel fürs Spezialtraining

Auf dem Trainingsgelände durfte Magath einen künstlichen Hügel, inklusive drei Treppen und zwei Rampen, für sein gefürchtetes Spezial-Übungsprogramm anlegen lassen.

Aber Magath dürfte die Aufgabe auf Schalke reizen. Der Traditionsklub besitzt trotz aller sportlichen Schwierigkeiten in dieser Saison weiterhin eine enorme Ausstrahlung, eine gute finanzielle Basis und ein gewaltiges Fan-Potenzial.

Auf Schalke könnte der 55-Jährige in einem wie bei den "Wölfen" auf ihn zugeschnittenen Konzept als Trainer die Geschicke der Mannschaft leiten und als Manager selbst die Transfers tätigen.

Und er könnte es mit seiner konsequenten Art schaffen, die zahlreichen Reibereien im chronisch aufgeregten Gelsenkirchener Umfeld auszuhalten.

Drei Jungstars für S04?

Auch ohne neuen sportlichen Leiter beginnt auf Schalke schon jetzt der Umbau des Kaders, der aufgrund der vermutlich fehlenden Europacup-Einnahmen verkleinert werden muss.

Laut "Express" ist mit dem uruguayischen Stürmer Nicolas Mezquida (17) vom Erstligisten Penarol Montevideo und Mittelfeldspieler Jan Moravek (19) vom tschechischen Zweitligisten Bohemians bereits Einigkeit über einen Wechsel erzielt worden.

Auch am Aachener Shootingstar Lewis Holtby sind die Schalker dran.

Dagegen müssen einige langjährige Stammkräfte den Verein verlassen. Laut "Bild" gehört neben Bordon auch Mladen Krstajic dazu, obwohl dieser von Rutten zum neuen Kapitän ernannt wurde.

Auch Stürmer Kevin Kuranyi und Rafinha sollen bei einem entsprechenden Angebot die Freigabe erhalten.

Tönnies: "Wollen vier, fünf Positionen neu besetzen"

Im Mittelfeld wanken zudem Ivan Rakitic, Orlando Engelaar und Levan Kobiashvili.

Clemens Tönnies sagte bereits unmissverständlich: "Wir wollen vier, fünf Positionen neu besetzen".

Hinzu kommt die offene Position des Managers - und vielleicht auch die des Trainers. Ob der neue starke Mann dann tatsächlich Magath heißt, bleibt aber abzuwarten.

Gut möglich erscheint auch, dass er sich durch seine zweideutigen Aussagen eine gute Verhandlungsposition für seine eigenen Vertragsgespräche sichern will.

Sein Vertrag beim VfL läuft noch bis 2010. Eine vorzeitige Verlängerung könnte sich Magath entsprechend vergolden lassen.

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