vergrößernverkleinern
Lukas Podolski erzielte in der aktuellen Bundesliga-Saison bislang vier Saisontore © imago

Der FC Bayern ist ausgerechnet auf Podolski angewiesen. Coach Klinsmann findet die Situation schwierig und ringt um Alternativen.

Von Daniel Rathjen undChristian Stüwe

München - Die Diagnose war niederschmetternd.

Verletzung am Sprunggelenk, OP, mindestens sechs Wochen Pause.

Der Ausfall von Miroslav Klose trifft den FC Bayern (Vereinsseite) in zweierlei Hinsicht hart (Klose droht Saisonaus).

Sowohl personell wie auch taktisch ist der Rekordmeister durch die Verletzung limitiert.

Denn auch Sturmpartner Luca Toni plagt sich immer noch mit Beschwerden an der Achillessehne herum.

Manager Uli Hoeneß (Hoeneß will jungen Nachfolger) mahnt: "Jetzt darf natürlich nichts mehr passieren. Wenn Luca sechs Wochen ausfällt, haben wir ein Problem." Seine Achillessehne bliebe ein Risiko.

Momentan verfügt Trainer Jürgen Klinsmann mit Lukas Podolski nur über einen fitten Stürmer - Nachwuchsstürmer Thomas Müller (Porträt) außen vor gelassen.

"Das ist eine ganz schwierige Konstellation", findet Klinsmann, der eigentlich auf zwei Angreifer setzt, deshalb auch.

Das Problem 4-2-3-1

Sollte Toni es nicht schaffen, bis Samstag zum Spiel gegen den Karlsruher SC fit zu werden, wird Klinsmann aber nichts anderes übrig bleiben, als mit einer Spitze spielen.

Das Problem beim 4-2-3-1-System: Podolski ist nicht der richtige Mann dafür.

Der Nationalspieler ist kein wuchtiger Wandspieler, der die Bälle ablegt, eher ein wendiger und technisch versierter Stürmer, der den zweiten Ball verwertet.

Podolski ist eine hängende Spitze, der am stärksten neben Spielertypen wie Klose oder Toni zur Geltung kommt.

Es bleibt also eine schwierige Situation. Am Dienstag deutete zwar alles darauf hin, dass Toni gegen den KSC einsatzbereit ist, ein Risiko werde man aber laut Klinsmann beim Italiener nicht eingehen - notfalls werde er gegen das Schlusslicht noch geschont.

"Damit wir nach der Länderspielpause in Wolfsburg ganz sicher alle beieinander haben", hofft der Coach.

Hoeneß noch gelassen

Hoeneß sieht die Lage momentan noch eher gelassen. "In einem Heimspiel gegen den KSC werden wir sicher auch so bestehen."

Die Bayern hätten zudem ausreichend Alternativen. "Franck Ribery kann ja auch hinter der Spitze spielen. Thomas Müller ist da und auch Lukas Podolski hat sich nach der Winterpause gut gemacht", sagte Hoeneß.

Auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge lobt "Poldi" und Müller und wischt jegliche beunruhigenden Gedanken pauschal weg. "Es gibt keinen Engpass, ich mache mir überhaupt keine Sorgen", sagt er in der "tz".

Eine Alternative für die Startelf wäre seit dem 3:0 beim VfL Bochum überraschend auch Jose Ernesto Sosa.

Sosa prescht vor

Der Argentinier, der eigentlich in der Winterpause hätte verliehen werden sollen, machte im Ruhrpott mit seiner bisher besten Leistung im Bayern-Trikot auf sich aufmerksam, worauf ihn Hoeneß sogar als "Neuzugang" betitelte.

Allerdings sind weder Ribery, Müller oder Sosa der von Klinsmann bevorzugte Typ Stürmer.

Dem wuchtigen Strafraumspieler, wie es Klose und Toni sind, kommt ein ganz Anderer am nächsten.

Stürmt gar van Buyten?

"Dann müssen wir eben Daniel van Buyten vorne reinschmeißen", erklärt Klinsmann.

Der kopfballstarke Innenverteidiger spielte schon öfter in den letzten Minuten in vorderster Front. Dass er über 90 Minuten im Sturm agiert, scheint aber ausgeschlossen.

Am Ende bleibt eine Art von Ungewissheit und die Tatsache, dass schon oft geäußerte Bedenken über die Zusammenstellung des Kaders neue Nahrung erhalten.

"Wenn sich kein Stürmer verletzt, reicht es definitiv", hatte Klose vor der Saison bei Sport1.de auf die Frage, ob lediglich drei Stürmer genug seien, geantwortet.

"Aber wenn sich einer verletzt oder gesperrt wird, dann wird es eng."

Diese Situation ist jetzt eingetreten.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel