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Voronin, Olic, Ba, Grafite und Ribery (v.l.) befinden sich mit ihren Klubs im Titelkampf © getty

Zehn Spieltage vor Schluss trennen Platz eins und Platz fünf sechs Punkte. Sport1.de glaubt, dass nur drei Teams Chancen haben.

Von Thorsten Mesch

München - Noch zehn Spieltage, dann wird der Meister der Saison 2008/09 gekürt.

Nur sechs Zähler liegen zwischen Tabellenführer Berlin und Herbstmeister Hoffenheim auf Platz fünf.

Dazwischen lauern punktgleich die Münchner Bayern, der VfL Wolfsburg und der Hamburger SV.

Stuttgart hat nach der 0:4-Klatsche in Bremen bereits zehn Punkte Rückstand auf Platz eins. (Ergebnisse und Tabelle)

Meister mit 72 Punkten?

Dass der VfB noch einmal eine ähnliche Aufholjagd wie in ihrer Meister-Saison 2006/07 starten kann, als er die letzten acht Spiele gewann, zeichnet sich momentan nicht ab.

Damals triumphierten die Schwaben mit 70 Punkten. Im Durchschnitt reichten 72 Zähler seit Einführung der Drei-Punkte-Regel in der Saison 1995/96 zum Titel.

63 war die niedrigste Punktzahl, mit der ein Verein seit damals Meister wurde: Am denkwürdigen 19. Mai Mai 2001 hatten die Bayern durch das 1:1 in Hamburg am Ende einen Zähler mehr als Schalkes traurige "Meister der Herzen".

"Müssen sechs Spiele gewinnen"

Unwahrscheinlich, dass auch diesmal 63 Punkte zum Titel reichen werden. Doch seit 1996 reichte diese Marke immerhin im Schnitt für Platz drei, der noch zur Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League berechtigt.

Hieße für die Hertha: 14 Punkte fehlen noch zur Königsklasse, 23 bis zur Meisterschaft.

"Ich glaube, so leicht wie dieses Jahr wird es nie wieder", sagt Berlins Kapitän Arne Friedrich.

Wie das gehen soll, rechnet sein Abwehrkollege Josip Simunic vor: "Wir müssen sechs von zehn Spielen gewinnen, dann sind wir Meister."

Löw vom Mehrkampf begeistert

Bundestrainer Joachim Löw wagt momentan keine Prognose, "weil es einfach mehrere Mannschaften gibt, die gute Chancen auf den Titel haben".

Am Ende werde die Konstanz in den nächsten Wochen eine große Rolle spielen. "Ich finde den Mehrkampf an der Spitze absolut spannend und glaube, dass er die Bundesliga noch attraktiver macht", sagt Löw im Sport1.de-Interview. (Hertha kann Meister werden")

Die Frage bleibt also: Wer bekommt am 23. Mai die "hässlichste Salatschüssel der Welt" überreicht?

Die Hertha, die Bayern, der HSV, die "Wölfe" oder doch Aufsteiger Hoffenheim, der seit der Winterpause der Form der Hinrunde hinterher läuft?

Sport1.de gibt einen Überblick über die Restprogramme der Titelkandidaten und wagt eine Prognose:

1. Hertha BSC: 49 Punkte, 39:27 Tore

Restprogramm:

Stuttgart (A), Dortmund (H), Hannover (A), Bremen (H), Hoffenheim (A), Hamburg (A), Bochum (H), Köln (A), Schalke (H), Karlsruhe (A)

(Wie spielt Hertha? Der Tabellenrechner)

Prognose:

Sechs Auswärtsspiele für die Hertha, die bisher zu Hause fast doppelt so viele Punkte geholt hat wie auf fremden Plätzen.

Zwei Partien bei Gegnern aus den Top Five, vorher das schwere Auswärtsspiel beim VfB. Keine leichten Aufgaben, auch wenn Hertha seit sieben Spielen nicht gegen den VfB verloren hat.

Hertha gewinnt zwar sechs von zehn Spielen, aber für den Titel reicht es am Ende ganz knapp nicht.

2. Bayern München: 45 Punkte, 52:31 Tore

Restprogramm:

Karlsruhe (H), Wolfsburg (A), Frankfurt (H), Bielefeld (A), Schalke (H), M'Gladbach (H), Cottbus (A), Leverkusen (H), Hoffenheim (A), Stuttgart (H)

(Wie spielen die Bayern? Der Tabellenrechner)

Prognose:

Sechs Heimspiele, fünf Heimsiege. Das direkte Duell in Wolfsburg wird die Richtung weisen. Entscheidend wird sein, ob die Verletzung von Miroslav Klose kompensiert werden kann (Klose unters Messer).

Gewinnen die Bayern beim VfL und verlieren nicht in Hoffenheim, verteidigen sie den Titel.

3. VfL Wolfsburg: 45 Punkte, 50:31 Tore

Restprogramm:

Bielefeld (A), Bayern (H), M'Gladbach (A), Leverkusen (H), Cottbus (A), Hoffenheim (H), Stuttgart (A), Dortmund (H), Hannover (A), Bremen (H)

(Schafft Wolfsburg die Sensation? Der Tabellenrechner)

Prognose:

Wie schon erwähnt: Das Heimspiel gegen die Bayern hat vorentscheidenden Charakter. Die Auswärtsspiele haben es in sich, sind aber machbar. Schließlich gewann Wolfsburg zuletzt zwei Auswärtsspiele in Folge.

Auch wenn Trainer Felix Magath tiefstapelt: Wolfsburg sichert sich dank seiner Torjäger Grafite und Dzeko, seiner Heimstärke und verbesserter Auswärtsform mindestens einen Startplatz für die Champions League. (Toni Schumacher lobt das "Modell Magath")

4. Hamburger SV: 45 Punkte, 37:35 Tore

Restprogramm:

Schalke (A), Hoffenheim (H), Stuttgart (A), Hannover (H), Dortmund (A), Berlin (H), Bremen (A), Bochum (H), Köln (H), Frankfurt (A)

(Was macht der HSV im Titelkampf? Der Tabellenrechner)

Prognose:

Der HSV war zuletzt weit von der Bestform entfernt und hatte große Mühe, das Spiel zu machen. Gegen Hannover, Bochum und Köln wird es zu Heimsiegen reichen, aber gegen Hoffenheim und Berlin wird es schwer.

Auswärts wird das Spiel in Bremen der entscheidende Stolperstein, so dass es lediglich für den UEFA-Cup reicht.

5. 1899 Hoffenheim: 43 Punkte, 50:32 Tore

Restprogramm:

Hannover (H), Hamburg (A), Bochum (H), Karlsruhe (A), Berlin (H), Wolfsburg (A), Köln (H), Bielefeld (A), Bayern (H), Schalke (A)

(Kommt Hoffenheim noch einmal zurück? Der Tabellenrechner)

Prognose:

Als einzige Mannschaft spielt Hoffenheim noch gegen alle vier übrigen Teams aus den Top Five.

In der Rückrunde gewann 1899 nur eins von sieben Spielen. Dem Aufsteiger fehlt es an Durchschlagskraft, die im Endspurt Woche für Woche gefordert ist.

Gegen Hertha und die Bayern wird es nicht zu Heimsiegen reichen, Wolfsburg ist zu heimstark.

Hoffenheim muss daher aufpassen, dass Stuttgart nicht noch vorbeizieht.

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