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Bert van Marwijk (re.) kann sich Hubb Stevens Schalke-Rückkehr gut vorstellen © getty

Der Ex-Coach würde Manager werden. Der frühere Dortmund-Coach van Marwijk kann S04 seinen Landsmann nur ans Herz legen.

Von Christian Paschwitz

München - Bahnt sich bei Schalke 04 ein personeller Paukenschlag an?

Der frühere Publikumsliebling und Jahrhundert-Trainer Huub Stevens steht als königsblauer Krisen-Manager zur Verfügung.

"Warum nicht? Ich bin jetzt frei, und wir hatten damals eine erfolgreiche Zeit", sagte der Niederländer auf die Frage, ob er sich die Nachfolge von Andreas Müller vorstellen könne.

"Ich würde zu Schalke gehen. Wenn man sechs Jahre bei einem Verein arbeitet, vergisst man das nie."

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Seit Januar ohne Job

Auch die Gelsenkirchener Fans haben den 55-Jährigen, der mit Schalke (zur Vereinsseite) den UEFA-Cup und zweimal den DFB-Pokal gewann, nicht vergessen.

Zeit hätte Stevens jedenfalls, nachdem er im Januar sein Traineramt beim PSV Eindhoven aufgab.

Auch Bundesliga-Kenner Bert van Marwijk kann sich seinen Landsmann gut wieder bei den Königsblauen vorstellen.

"Wenn er das will, kann er das auch"

"Ich traue ihm das absolut zu. Wenn er das will, kann er das auch", sagte der frühere Coach von Borussia Dortmund im Gespräch mit Sport1.de.

Möglicherweise weiß der niederländische Nationaltrainer sogar mehr. Dass es für Stevens die erste Station als Manager wäre, sieht van Marwijk jedenfalls keineswegs als Nachteil:

"Er hat so viel Erfahrung. Und er hat bei Schalke sechs Jahre gearbeitet - er kennt den Verein ganz genau."

Für viele Schalker wäre Stevens sogar die Idealbesetzung: Als starker Manager könnte er dem unter massiven Beschuss stehenden Trainer Fred Rutten, ebenso ein Niederländer, den Rücken freihalten.

Zumal Rutten derzeit auch kaum die Aufgaben als Manager-Interimslösung für Müller zu erfüllen vermag.

Auch als Trainer-Manager denkbar

Mehr noch: Wenn's hart auf hart käme, stünde Stevens womöglich gar selbst als Trainer vorübergehend zur Verfügung.

Denkbar wäre auch eine Funktion als eine Art Supervisor - die tägliche Arbeit auf dem Platz könnten die jetzigen Co-Trainer Mike Büskens und Youri Mulder übernehmen.

Eine ähnliche Situation hatten beide bereits im vergangenen April erfolgreich gemeistert, als Schalke sich von Trainer Mirko Skomka trennte.

Gegenpol zu Schnusenberg und Tönnies

Mindestens genauso wichtig neben Stevens' besten Kontakten und einem riesigen Renommee in der Branche:

Mit seiner Mischung aus Autorität und Malocher-Mentalität wäre der "Knurrer von Kerkrade" beim Revierklub auch ein mächtiger Gegenpol zu den Klub-Granden um den Vorstandsvorsitzenden Josef Schnusenberg und Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies.

Ins Anforderungsprofil des Aufsichtsrats würde Stevens jedenfalls passen: Der neue Manager muss deutsch sprechen und eine starke Persönlichkeit haben.

Auch Andreas Möller dient sich an

Laut "Sport Bild" stehen deshalb auch noch drei weitere Niederländer auf der Nachfolger-Liste: Dick Advokaat, Louis van Gaal und Guus Hiddink. Interesse an dem Job signalisiert auch Ex-Nationalspieler Andreas Möller.

"Schalke ist ein geiler Klub, bei dem ich mich gut auskenne. Und ich habe immer gesagt, dass ich irgendwann auch in dieser Position in die erste Liga möchte", sagte der Weltmeister von 1990 und Europameister von 1996, der von 2000 bis 2003 für die Königsblauen spielte.

Derzeit ist der 41-Jährige Manager beim Drittligisten Kickers Offenbach. `

Kranke Ehefrau wäre in der Nähe

Doch bei den Fans hat Stevens den größten Stein im Brett. Wehmütig erinnern sich die Anhänger an die erfolgreichen Zeiten zwischen 1996 und 2002 zurück, in die auch die "Meisterschaft der Herzen" 2001 fiel.

Und anders als bei seinem letztem Bundesliga-Engagement beim Hamburger SV dürfte eine Schalke-Rückkehr Stevens' familiärer Situation entgegenkommen:

Ehefrau Toos, mit der der er in Eindhoven wohnt, leidet an Morbus Crohn, einer chronischen, schubweise verlaufenden Darmentzündung. Als S04-Manager hätte Stevens nach wie vor die Möglichkeit, dank der nur rund 130 Kilometer Entfernung nach Gelsenkirchen täglich mit ihr zusammen zu sein.

Kuranyi bekundet Treue

Stevens Einsteigen bei Königsblau könnte neben einer Initialzündung für den ganzen Klub womöglich auch Kevin Kuranyi (Porträt) zum Nachdenken anregen:

"Momentan herrscht überall der Eindruck, dass ich im Sommer weg bin. Dem ist nicht so. Stand jetzt ist: Ich bleibe", sagte der Stürmer der "Sport Bild".

"Auch ich bin mit dieser Saison gar nicht zufrieden. Bei einem Neuaufbau wäre ich auch deswegen gern dabei." (zum Artikel: Kuranyi denkt nicht über Wechsel nach)

Vielleicht reizt Kuranyi auch die Aussicht auf einen Neuanfang unter Stevens.

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