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Lukas Podolski (M.) kann Samstag trotz des brutalen Fouls des belgischen Keepers spielen © imago

Die Kung-Fu-Attacke des belgischen Nationaltorwarts Stijn Stijnen ist für Lukas Podolski offensichtlich ohne größere Folgen geblieben.

Von Daniel Rathjen

München - Die Laune war bestens. Nach dem obligatorischen "Mahlzeit!" zur Begrüßung gab Bayerns Trainer Jürgen Klinsmann Entwarnung.

Ein Einsatz von Podolski am Samstag im Bundesligaspiel bei Borussia Dortmund sei "kein Problem".

Der Stürmer hatte im Länderspiel am Mittwoch gegen Belgien (2:0) bei einem bösen Tritt von Stijnen in der zwölften Minute eine Schürfwunde am Rippenbogen erlitten. Im weiteren Verlauf ging nichts mehr beim Linksfuß mit den Silberschuhen. Zur Pause musste er raus. "Es tut höllisch weh!", knirschte er.

Schmerzen waren am Tag danach zwar auch noch da, doch kam er angesichts der Brutalität des Fouls noch glimpflich davon.

Lazarett lichtet sich

Ob er gegen den BVB aufläuft, ist trotzdem fraglich. Denn das Lazarett beim Rekordmeister lichtet sich. Nach aktuellem Stand sind im Angriff "Poldi", Miroslav Klose und auch wieder Luca Toni einsatzbereit. Aber: "Einer muss auf die Bank", verdeutlicht Klinsmann.

Wen es trifft, ist noch nicht klar. Möglich, dass der formschwache Klose weichen muss. "Er befindet sich immer noch im Aufbau", behauptet der Trainer. Fest steht: An Toni, dem Bundesliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison, kommt er kaum vorbei.

Der Italiener drängt zudem selbst nach wochenlanger Verletzungspause auf seinen ersten Einsatz. "Ich fühle mich fit. Ich hoffe, dass ich spiele. Ich will am Samstag unbedingt treffen."

Toni lechzt nach Adrenalin

Der Weltmeister lechzt nach "dem Adrenalin und den Fans". Ein Problem hat er bei den Bayern trotz des mauen Starts bislang nicht ausgemacht.

"Die Mannschaft funktioniert. Es ist klar, dass noch nicht alles läuft, weil viel verändert wurde. Wichtig ist aber, dass wir am Ende oben stehen", stellt er klar.

Toni setzt alles daran, in dieser Saison seine Liga-Tormarke von 24 Treffern zu bestätigen. Auch deshalb glaubt Bayern-Manager Uli Hoeneß nicht an einen vorzeitigen Abschied des Torjägers, der zuletzt über Heimweh geklagt hatte.

"Ich erwarte, dass ihm die neue Saison mit uns einen Schub geben wird, denn seine fußballerische Heimat ist der FC Bayern. Wenn er wieder auf dem Platz steht, wird er erst merken, wie gut es ihm hier bei uns geht", sagte Hoeneß der "Abendzeitung".

Die offensive Ausrichtung mit zwei Sturmspitzen habe bei Toni "die Meinung zum FC Bayern und zum deutschen Fußball grundsätzlich geändert".

Demichelis schon zurück

Der wackeligen Abwehr könnte indes schon bald der zuletzt schmerzlich vermisste Chef Martin Demichelis verleihen. Der Argentinier befindet sich wieder im Mannschaftstraining.

Seine Unterschenkelverletzung ist "überraschend" (Klinsmann) schon wieder abgeklungen.

Der Trainer hatte sich auf die Prognose der Ärzte verlassen, die eine Pause von mehr als einem Monat befürchtet hatten. Intern gab es dafür schon einen kleinen Rüffel von "Klinsi".

"Wir müssen uns davon lösen, ständig die Wochen eines eventuellen Ausfalls vorherzusagen. Jeder Athlet geht anders mit einer Verletzung um und kuriert sie dementsprechend anders aus", weiß der 44-Jährige.

Fünf fehlen weiter

Zur Verfügung stehen beim BVB auch Toni Kroos (Bluterguss im Oberschenkel) und Hamit Altintop, der seine Fußprobleme überwunden hat. Klinsmann muss jedoch nach wie vor Franck Ribery, Willy Sagnol, Jörg Butt, Jose Sosa und Breno ersetzen.

Falls es also doch noch hakt bei Bayern, hat Toni jedoch eine Lösung parat. "Wenn wir alle nicht treffen, muss Klinsmann eben selbst spielen", schlägt er vor und lächelt.

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