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Auf der Suche nach dem Lewy-Erben dreht sich das Kandidaten-Karussell immer schneller © getty

Youngster Volland, ein Ruhrpott-Grieche oder der "Panther" auf dem Sprung: Wer wird Lewandwowskis Nachfolger beim BVB?

Von Holger Luhmann

München/Dortmund - Der Wechsel von Robert Lewandowski zum FC Bayern reißt im Sommer ein großes Loch in die Offensive von Borussia Dortmund. Sportdirektor Michael Zorc und die Scouting-Abteilung der Borussen müssen nun einen Nachfolger für den polnischen Nationalspieler finden, um die Lücke zu schließen.

Die große Frage ist: Wer wird der neue "Lewy" beim BVB?

Aus der Bundesliga werden dem Hoffenheimer Youngster Kevin Volland und dem Berliner Adrian Ramos gute Chancen eingeräumt.

Anwärter aus dem Ausland sind "Panther" Diego Costa von Atletico Madrid, Jackson Martinez vom FC Porto und der Griechen-Bomber mit Ruhrpott-Wurzeln, Konstantino Mitriglou. Oder bekommt ein Geheimtipp den Zuschlag?

SPORT1 stellt die möglichen Lewandowski-Erben vor und schätzt die Chancen für einen Transfer ein.

Zweikampf mit Cristiano Ronaldo

Diego Costa: Der "Panther" von Atletico Madrid fühlt im Kampf um die Torjägerkrone in der spanischen Primera Division sogar Cristiano Ronaldo auf den Zahn.

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Sein Debüt für die spanische Nationalmannschaft musste der gebürtige Brasilianer zuletzt zwar verschieben, doch ist sein Einstand beim Welt- und Europameister nur noch eine Frage der Zeit.

Der 25-Jährige steht bei den Rojiblancos noch bis 2018 unter Vertrag, darf den Klub wegen einer Ausstiegsklausel aber für 24 Millionen Euro - andere Quellen nenne eine Summe von 38 Millionen Euro - verlassen.

Beim BVB soll der 1,88 Meter große Angreifer ganz oben auf der Wunschliste stehen.

Zwar buhlen auch die Top-Klubs wie Arsenal, Chelsea, Manchester City, Barcelona und Real Madrid um Diego Costa, doch der soll sich bei den früheren BVB-Stars Dede und Marcio Amoroso bereits über die Borussia informiert haben.

In der Vergangenheit galt Diego Costa als aufbrausend. Er fiel durch Pöbeleien und Provokationen auf. Aber seit dieser Saison sorgt er ausschließlich durch starke Leistungen und Tore für Aufsehen.

Fazit: 24 Millionen Euro Ablöse wären für den BVB zu stemmen und gut angelegt. Mit Diego Costa hätte der BVB einen adäquaten Ersatz für Lewandowski gefunden. Chance auf einen Transfer: Top-Kandidat

Kolumbianische Lewy-Kopie

Jackson Martinez: Im Sommer 2013, als Einiges für einen vorzeitigen Wechsel von Lewandowski sprach, galt Jackson Martinez vom FC Porto als Top-Favorit auf dessen Nachfolge beim BVB.

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Der Kolumbianer ist ein schneller, robuster Stürmer und somit eine Art Lewy-Kopie.

Doch es gibt zwei wesentliche Probleme, die gegen eine Verpflichtung des 27-Jährigen sprechen. Auch Chelsea-Startrainer Jose Mourinho hat ein Auge auf den Torjäger seines Ex-Klubs geworfen.

Zudem hat Martinez noch einen Vertrag bis 2016. Die Borussia müsste 38 Millionen Euro hinblättern.

Transferaussicht: eher unwahrscheinlich.

Investition für die Zukunft

Kevin Volland: In der Hinrunde spielte der 21-Jährige groß auf und erzielte für Hoffenheim sieben Ligatore. Bei Jürgen Klopp steht er hoch im Kurs.

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Volland, der mit fast allen englischen Spitzenklubs in Verbindung gebracht wird, ist in der Offensive vielseitig einsetzbar, aber kein typischer Mittelstürmer.

Seine Ablösesumme wird wohl zwischen 12 und 18 Millionen Euro liegen und wäre auch eine Investition für die Zukunft.

Fazit: Volland wäre kein echter Lewandowski-Ersatz. Aber vielleicht leistet ihn sich der BVB ja zusätzlich.

Gleichauf mit Lewy

Adrian Ramos: Seine Visitenkarte gab Ramos zum Ende der Hinrunde persönlich in Dortmund ab. Beim 2:1-Sieg der Berliner Hertha erzielte der Kolumbianer den Ausgleich.

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Insgesamt traf der 27-Jährige in dieser Saison schon elfmal ? genauso häufig wie Lewandowski.

Bei der Hertha steht Ramos noch bis 2015 unter Vertrag. Die Ablöse würde wohl im hohen einstelligen Bereich liegen.

Fazit: Im Vergleich zu internationalen Lösungen wäre Ramos ein Schnäppchen. Allerdings hat er seine Qualitäten auf europäischer Ebene noch nicht unter Beweis stellen können. Das könnte den BVB von einem Transfer abhalten.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mame Diouf: Der Senegalese möchte Hannover 96 gerne verlassen.

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Der BVB hat schon des Öfteren seine Wertschätzung für Diouf geäußert.

Für die Niedersachsen erzielte der 26-Jährige in anderthalb Jahren in 46 Begegnungen 20 Tore. Allerdings wirkte er in dieser Spielzeit nicht so durchschlagskräftig und traf nur fünfmal.

Transferaussicht: kaum denkbar

Tore vor Klopps Augen

Konstantinos Mitroglou: Mit drei Toren schoss Mitroglou Griechenland in den Playoffs gegen Rumänien fast im Alleingang zur WM. Klopp verfolgte den Auftritt des 25-Jährigen vor Ort im Stadion.

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Für Olympiakos Piräus, wo er gerade seinen Vertrag verlängert hat, bewies Mitroglou seine Torgefahr auch schon in der Champions League.

Mitroglou ist in Deutschland aufgewachsen, spielte einst in Duisburg und Mönchengladbach.

Fazit: Außenseiterchancen

Ex-Meister und Großverdiener

Edin Dzeko: Bei den Spekulationen um die Nachfolge von Lewandowski taucht der Name des Bosniers immer wieder auf. Am Meistertitel des VfL Wolfsburg 2009 war er mit 26 Toren maßgeblich beteiligt.

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Dzeko gilt als ähnlicher Spielertyp wie Lewandowski.

Bei Manchester City ist der 27-Jährige hinter Agüero und Negredo aber nicht immer erste Wahl.

Sein Marktwert liegt bei 27 Millionen Euro. Es ist nicht sicher, ob er diese Summe noch wert ist. Zudem verdient Dzeko in Manchester jährlich zehn Millionen Euro und müsste in Dortmund deutliche Abstriche machen.

Transferaussicht: unwahrscheinlich

Ein Geheimtipp aus Brasilien

Leandro Damiao: In Deutschland ist der 24 Jahre alte Brasilianer, der erst im Dezember von Porto Alegre zum FC Santos wechselte, noch weitgehend unbekannt. Doch das gilt nicht für den BVB.

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Laut italienischen Medien hat der 1,87 Meter große Mittelstürmer einen anvisierten Wechsel nach Neapel platzen lassen, weil Klopp Interesse an ihm signalisiert hat.

Als Lewandowski-Nachfolger könnte Leandro Damiao so etwas wie der Geheimtipp sein.

Salomon Rondon: Ähnlich wie Lewandowski hat der Venezolaner seine Stärken unter anderem bei der Ballannahme mit dem Rücken zum Tor und gilt als technisch versiert.

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Der 24-Jährige wechselte im vergangenen Sommer vom FC Malaga zum russischen Meister Rubin Kazan. Sein Marktwert wird auf elf Millionen Euro taxiert.

Transferaussicht: gering

Michy Batshuayi: Der 20-Jährige von Standard Lüttich ist als vorerst letzter Kandidat in der "Verlosung" aufgetaucht.

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In der Jupiler League hat er mit 14 Saisontoren auf sich aufmerksam gemacht.

Batshuayi ist wie Chris Benteke von Aston Villa Belgier mit Wurzeln im Kongo. Auch Benteke wird immer wieder mit dem BVB in Verbindung gebracht.

Einschätzung für Batshuayi und Benteke: Transfer unwahrscheinlich

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