Der Fußball-Blog auf Sport1.de: Oliver Kahn bringt sich ins Gespräch - sicher nicht ganz ohne Hintergedanken.

Oliver Kahn als Manager-Neuling auf Schalke - es wäre eine Sensation, käme es so.

Doch kann für den einstigen Erfolgskeeper der "Roten" der Job auf Königsblau tatsächlich passen?

Das ist eine der Fragen, die Fußball-Deutschland umtreibt (zum Artikel: Kann Kahn Schalke weiterhelfen?).

Noch viel spannender ist jedoch, was Kahn selbst motiviert. Warum will jemand ein knappes Jahr nach dem Karriere-Ende ausgerechnet beim Schalker Chaos-Klub in die Bresche springen?

Schließlich haftet dem 39-Jährigen das Etikett eines "Titanen" an. Gerade für einen solchen gebietet sich ein Acht-Stunden-Büro-Tag doch eher weniger, sollte man denken.

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Ohnehin wirkt es seltsam, dieses Revier zum jetzigen Zeitpunkt zu betreten, weil Kahn doch eigentlich eine andere Lebensplanung propagierte:

Weil er zuletzt für seine Torwart-Castingshow durch China tourte.

Weil er viele soziale Projekte in der Mache hat, obendrein einen Job als ZDF-Kommentator.

Weil Kahn als Buchautor, Werbefigur und ambitionierter Golfer in Erscheinung tritt. Und weil er nicht zuletzt den Managerposten beim FC Bayern zum Fernziel nahm, als Nachfolger von Uli Hoeneß.

"Es gibt für mich viele Optionen, in verschiedensten Bereichen", hatte Kahn dazu immer wieder gesagt. Als Klublenker sah er sich vorerst jedoch nicht.

Allerdings: Auf Schalke, mit dem milliardenschweren Energie-Multi Gazprom als Hauptsponsor im sowieso schon breiten Kreuz, hätte Kahn die Option, sich als Macher zu profilieren, der eine komplett neue Mannschaft aus dem Hut zaubert.

Nach dieser debakulösen Saison dürfte beim Revier-Klub schließlich alles in Frage gestellt werden. Trainer Fred Rutten miteingeschlossen - Kahn könnte schalten und walten, wie er wollte.

Und wie's sich für einen Titan gehört.

Bliebe nur noch die "moralische" Frage: Warum will sich jemand, der als erfolgsbesessener Bayern-Keeper auf Königsblau bisweilen ein Hassobjekt war, einen Posten ausgerechnet dort antun?

Zumal Kahn auch weiß, dass er wie kaum ein Zweiter für den FC Bayern steht. Vielleicht ist es aber auch gerade das, was Kahn antreibt: Das bewusste Polarisieren wie zu besten Profizeiten. Um für alle Beteiligten den Druck zu erhöhen. Vor allem für die Bayern.

Dass Kahn nun mit Schalke verhandelt, macht ihn für die Bosse an der Säbener Straße umso begehrenswerter. Sein Auftritt im beschaulichen Rheda-Wiedenbrück bekommt somit den Zungenschlag von PR in eigener Sache. Nach dem Motto: Hallo München, habt ihr's gesehen?

Die Bayern, auf der Suche nach einem Schwergewicht wie Kahn, dürften es registriert haben. Und Kahn demnächst womöglich eine abermalige Offerte machen.

Kahn als Manager bei den Bayern - als Vorgesetzter von Jürgen Klinsmann, der ihn als Bundestrainer kurz vor der WM im eigenen Land als nationale Nummer eins demontierte?

Der in der Krise gar seine schützende Hand über Klinsmann hält und dadurch zum Titan sakrosankt würde?

Es wäre eine Sensation, käme es tatsächlich so.

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