FCB-Präsident Uli Hoeneß räumt Ribery bei der Weltfußballer-Wahl nur geringe Chancen ein - "weil einige Leute was gemacht haben".

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Von Christoph Lother und Philipp Reichelt

München - Die Ehrung des Weltfußballers 2013 rückt immer näher, doch nicht jederorts wächst die Zuversicht.

Ganz besonders bei Uli Hoeneß nicht. Der Präsident des FC Bayern glaubt nach eigenen Aussagen nicht daran, dass Münchens Superstar Franck Ribery am Montag in Zürich den Goldenen Ball entgegen nehmen darf.

Stattdessen wittert Hoeneß eine Verschwörung. Gegen Ribery. Vor allem aber gegen die Bayern.

FCB-Boss fürchtet Neider

"Ich glaube nicht, dass Ribery gewinnt, weil da einige Leute was gemacht haben", sagte der 62-Jährige am Rande des Basketball-Spiels zwischen den Bayern und den Phantoms Braunschweig am Sonntag zu SPORT1.

"Es passt einigen Leuten nicht in die Politik, dass der FC Bayern alles gewinnt", so Hoeneß weiter.

Ribery und Ronaldo die Favoriten

Nachdem die Bayern im abgelaufenen Kalenderjahr mit der Deutschen Meisterschaft, dem DFB-Pokal, der Champions League, dem europäischen Supercup und der Klub-WM gleich fünf Wettbewerbe für sich entscheiden konnten, gilt Flügelflitzer Ribery gemeinsam mit Cristiano Ronaldo vom spanischen Rekordmeister Real Madrid auch bei der Weltfußballer-Wahl als großer Favorit.

Barcelonas Offensivstar Lionel Messi, der den Ballon d'Or zuletzt gleich viermal in Folge mit nach Hause nehmen durfte, werden diesmal hingegen nur Außenseiterchancen eingeräumt (BERICHT: Messi und Ronaldo lauern).

Umstrittene Verlängerung der Wahlfrist

Grund für Hoeneß' vielsagenden Vorstoß ist vor allem die umstrittene Verlängerung der Wahlfrist durch die FIFA.

Diese hatte den Stichtag für die Stimmabgabe im November kurzerhand um zwei Wochen nach hinten verlegt - da sich von den ausgewählten Journalisten, Nationalmannschaftstrainern und -kapitänen der insgesamt 209 FIFA-Mitgliedsverbände bis dato zu wenige an der Wahl beteiligt hätten.

"Mich hat sehr gestört, dass die Wahl, die terminiert war, plötzlich verlängert wurde. Aus welchen Gründen ist mir bis heute nicht bekannt", hatte der Bayern-Boss daraufhin zu SPORT1 gesagt und zweifelnd hinzugefügt:

"Das ist hoffentlich eine demokratische Wahl, wo alles mit rechten Dingen zugeht."

Hoeneß fürchtet Spielereien

Hoeneß selbst jedenfalls zeigte sich schon zum damaligen Zeitpunkt äußerst skeptisch.

"Ich habe das Gefühl, es werden Spielereien mit dieser Wahl gemacht. Dafür habe ich kein Verständnis", wetterte er nach dem glanzvollen 7:0 seiner Bayern in Bremen, zu dem Ribery zwei Tore und zwei Vorlagen beigesteuert hatte, und betonte:

"Wenn Ribery nicht Weltfußballer wird, ist das eine Riesensauerei."

Ronaldo glänzt in WM-Playoffs

Fakt ist jedoch: Durch die Fristverlängerung sind vor allem Ronaldos Chancen auf den Gewinn der Wahl gestiegen.

Immerhin fallen nun auch die vier Treffer des Portugiesen in den WM-Playoffs gegen Schweden in den Wahlzeitraum.

Bei Einhaltung des ursprünglichen Stichtages hätten diese Tore keine Berücksichtigung mehr gefunden.

Tore, die Ribery noch sehr weh tun könnten. Und Hoeneß auch.

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